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Penny McLean im Wasserburger Utopia: „Meine Freundin Maria Schell“

Zeitzeugengespräch im Kino Utopia: Marie Theres Kroetz Relin, Organisatorin von „Region 18 – Wir holen die Stars aufs Land Zeitzeugen“ (links) mit ihrer prominenten Freundin Penny McLean. Falk

Kaum eine war so nah dran an der berühmten Künstlerfamilie Schell und ist ihr bis heute verbunden: Penny McLean, international gefeierte Pop-und Schlagersängerin, heute erfolgreiche Buchautorin. Anlässlich der aktuellen Film-Retrospektive zu Maria Schell war sie im Wasserburger Kino Utopia zu Gast - und plauderte aus dem Nähkästchen.

Von Regine Falk

Wasserburg – Vor dem Film „Die Ratten“ (1955) gab Penny McLean einige Anekdoten aus der Zeit zum Besten, da sie häufig im Wasserburger Anwesen der Schell-Familie in Heberthal nahe Wasserburg zu Besuch war.

Lichtgestalt, Ersatzmutter und Freundin

Sie sei „Lichtgestalt“, „Ersatzmutter“, vor allem aber Freundin, sagt die Schauspielerin und Schell-Tochter Marie Theres Kroetz-Relin über die Künstlerin McLean. Mit ihrem Hit „Lady Bump“ war diese 1975 weltberühmt geworden, erhielt insgesamt 80 Goldene Schallplatten und war mit vielen großen deutschen Stars ihrer Zeit bekannt. Maximilian Schell, den jüngeren Bruder von Maria Schell, lernte sie in München über die Lach- und Schießgesellschaft kennen. Offenbar so gut, dass er sie „sukzessive“ in seine Familie einführte. Und damit begann auch die Freundschaft mit Marie Theres, die damals noch „ein kleines Kind“ war.

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So erinnert sich McLean an „wunderbare“ Szenen im Hause Schell – etwa an einen Morgen im Herbst, da die Familie zum Frühstück auf der Terrasse versammelt war. Obwohl die Familienregel jegliches Gespräch am Morgen untersagte, habe die „Omutti“ (Maria Schells Mutter) an eben jenem Morgen trotz eines drohendes Blickes der Tochter gesagt: „Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah“, worauf es dem Weltstar wohl entfuhr: „Kann man wenigstens in der Früh seinen Scheiß-Tee in Ruhe trinken?“

Ein andermal war vereinbart, dass „Omutti“ in einem Theater von Penny McLean ein Gedicht von Walther von der Vogelweide (eines Dichters des Mittelalters) rezitieren sollte.

Lautstark aus der letzten Reihe den Vers reklamiert

Doch Tochter Maria Schell, die mit ihrer Familie in der letzten Reihe saß, ließ es sich nicht nehmen, der Mutter beizustehen, indem sie eben von jener Reihe lautstark den letzten Vers reklamierte, „verloren ist das Schlüsselin“.

Eines Tages wollte Penny McLean den Mitgliedern der Familie Schell einen jungen Theaterschüler vorstellen, der an ihrem Theater in der Inszenierung „Krankheit der Jugend“ mitwirkte. Sie habe in ihm ein großes Talent gesehen, die Leichtigkeit des Spiels habe ihr imponiert. Maximlian Schell aber urteilte mit den Worten: „Ich finde den nicht so gut“ – nicht wissend, dass aus einem jungen Ulrich Tukur, den er da eben gesehen hatte, später ein anerkannter Künstler und Schauspieler werden sollte. „Morgen rufst du an und sagst ab.“

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Auch bei einer für die Schauspielkarriere von Marie Theres prägende Szene war Penny McLean live dabei. Die junge Schell sollte 1987 die „Goldene Kamera“ als beste Nachwuchsschauspielerin erhalten. Aus diesem Anlass wurde kurz vor dem Termin der Überreichung eine „Familienkonferenz“ einberufen. Hier bekam Marie Theres zu hören, sie solle die Auszeichnung zurückgeben. „Wir finden, du hast noch nicht genug geleistet“, war das Argument, verbunden mit der Forderung, „morgen rufst du an und sagst ab“. Erst auf Zuspruch von Schwester Immi und mütterlicher Freundin Penny widersetzte sich Marie Theres und nahm die Auszeichnung an. „Damit habe ich mich für Wochen unbeliebt gemacht“, so die Schauspielerin heute mit einem Grinsen.

Einsatz fürs Wasserburger Kulturleben

Seit einigen Jahren lebt Marie Theres Kroetz-Relin wieder in Wasserburg und setzt sich hier für das Kulturleben ein. Zum Beispiel mit dem flexiblen Baukastenfilmfest „Region 18 - Wir holen die Stars auf’s Land“. In diesem Rahmen wird auch Maria Schell in einer Retrospektive in vier Programmkinos geehrt.

Die Filme mit einer der berühmtesten Filmstars der Nachkriegszeit sind noch bis zum 28. Januar sehen: Am Dienstag, 28. Januar, läuft die Dokumentation von Maximilian Schell „Meine Schwester Maria“ (2001/2002) in Mike‘s Kino in Prien, 19.45 Uhr. In Anwesenheit von Marie Theres Kroet- Relin und der Zeitzeugin Marie Waldburg, Journalistin, Gesellschaftskolumnistin und Autorin („Meistens diskret“).

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