Haager Herbstfest muss heuer wegen Corona ausfallen - Bedauern bei Veranstaltern

Auch heuer müssen die Haager und ihre Gäste auf das beliebte Herbstfest verzichten.
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Auch heuer müssen die Haager und ihre Gäste auf das beliebte Herbstfest verzichten.
  • vonLudwig Meindl
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Auch in diesem Jahr fällt das beliebte Haager Herbstfest aus: Die Covid-19-Krise macht Veranstaltern und Gästen einen Strich durch die Rechnung. Das Bedauern ist groß.

Haag – In dieser Woche hätte es wie in „normalen“ Zeiten am Freitag, 18. September, wieder geheißen: „Ozapft is!“, und das elfte Herbstfest hätte bis 27. September wohl auch wieder Tausende von Besuchern angezogen. Die Corona-Krise machte aber einen Strich durch die Rechnung. Verein, Gemeinde und Organisator arbeiten nun daran, eine Verwirklichung für 2021 zu realisieren.

Da soll man nicht sentimental werden bei dieser Erinnerung: Pferdegespanne mit rhythmischem Hufschlag und Zierglockengeklingel ziehen die Kutschen zum Festplatz. Die Blasmusik gibt den schwungvollen Auftakt. Schon duften Steckerlfische, Mandeln, Bratwürste. Die Kellnerinnen kredenzen die schäumende frische Mass – davon können die Haager heuer wohl nur träumen.

Das Herbstfest hatte sich im Jahreskreis fest etabliert

Sentimental wird da auch Bürgermeisterin Elisabeth Schätz: „Das Ozapfa des ersten Bierfassls ist jedes Jahr ein Höhepunkt für mich als Bürgermeisterin. Die ganze politische Familie des Landkreises und des Haager Landes ist immer dabei. Das zeigt, welch hohen Stellenwert das Haager Herbstfest hat. Ich wünsche mir sehr, dass wir bald wieder so unbeschwert wie früher zehn Tage Herbstfest feiern können.“

„Haag aktiv“-Chef Thomas Sax resümiert: „Der Festeinzug und Erntedank-Gottesdienst brachten zusätzliche Leute nach Haag.“ Insgesamt habe sich das Herbstfest im Jahreskreis fest etabliert. „Hoffentlich lebt dieser Magnet und das Alleinstellungsmerkmal wieder auf, da ein ‚Wir‘ geschaffen wurde und sich die Region damit identifiziert“, so Sax.

Heuer stoppte die Krisenverordnung die Umsetzung. Doch schon letztes Jahr mussten die Haager unfreiwillig pausieren, als sich der Organisator eine Auszeit für die Umgestaltung nahm. „Die bisherige Struktur reicht nicht mehr“, hatte es geheißen. Zwei Jahre hintereinander ohne Fest, das kam die meisten hart an, das schmerzte die Wirte, das riss Lücken in die Planung der Schausteller und Musikanten.

„Ein weiterer Ausfall wäre schon schlimm“, räumt der Haager Herbstfestorganisator Bernd Furch ein. Doch: „Wir haben das nicht verschuldet.“

Kein geselliges Feiern wegen der Abstandsregelungen

Der Vorsitzende des inzwischen gegründeten Herbstfestvereins, Dr. Stephan Dörfler gibt zu bedenken: „Je länger das Fest ausfällt, umso schwieriger wird der Anlauf.“ An einen Ersatz in abgespeckter Form habe man schon gedacht. Den „alten Rahmen“ würden aber die Auflagen verbieten. Schon wegen der Abstandsregelungen wäre ein geselliges Feiern nicht möglich.

Doch auch für nächstes Jahr seien die Voraussetzungen noch nicht geklärt, abgesehen von der allgemeinen Entwicklung. Die Gemeinde, der Organisator und der Verein bemühen sich um einen Kompromiss für ein Haager Herbstfest 2021. Die Förderung des Kulturellen wackelt noch. Alles scheint auch noch weit weg. Der Verein steht laut Bernd Furch in den Startlöchern: „Wenn die Hürden genommen sind, legen wir mit Mitgliederwerbung los.“ Beide sind sich sicher, dass das Herbstfest von der örtlichen Geschäftswelt und Gastronomie sehr begrüßt würde. Nicht vergessen sei auch das geplante Herbstfestbuch.

Das Fest ist eine Bereicherung für Haag

Geschäftsmann Roman Jakuschak fände es schön, wenn es ein Fest geben würde: „Auf Grund von Corona sind aber viele andere Feste auch ins Wasser gefallen.“

Der Gastronom Emilio Falcone von der „Casa Tropea“ an der Münchener Straße bedauert: „Den schönen Festzug vor meiner Haustüre werde ich heuer vermissen. Da habe ich mich immer auf einen Stuhl gesetzt und zugeschaut.“ An drei Tagen habe er dann während des Haager Herbstfestes offengehabt und gute Geschäfte gemacht, die anderen geschlossen.

Renate Wöhrl nennt das Fest eine Bereicherung für Haag: „Vom ganzen Umland sind die Leute gekommen.“

Rentner Karl Boyer denkt an die praktische Seite: „Heuer fallen für die über 65-Jährigen die Freizeichen für Hendl und Bier aus. Das ist schade.“

Die Gemeinde könne sich dafür auch einen Ersatz einfallen lassen.

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