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Bürgerversammlung mit wichtigen Infos

Ortsentwicklung und Hochwasser bleiben zentrale Themen in Obing

So hoch stand das Wasser heuer im August.
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So hoch stand das Wasser heuer im August.
  • VonInge Graichen
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Das Ortszentrum von Obing wird neu gestaltet. Die notwendigen Finanzmittel sind da. Das ist die gute Nachricht aus der Bürgerversammlung. Doch was tun gegen die Hochwassergefahr? Diese Problematik hat der Veranstaltung ebenfalls den Stempel aufgedrückt. Lösungen sind in Sicht.

Obing – Nachdem 2020 wegen der Corona-Pandemie keine Bürgerversammlung stattfinden konnte, umfasste der Bericht von Bürgermeister Sepp Huber (FW) gleich zwei Jahre der finanziellen Entwicklung der Gemeinde Obing und der in diesem Zeitraum erledigten Aufgaben. Nach Einschätzung von Sepp Huber ist die finanzielle Lage der Gemeinde Obing ausgesprochen stabil. Die Auswirkungen von Corona-Pandemie und Lockdown auf die Einnahmen der Gemeinde hatten sich in Grenzen gehalten, von 2019 auf 2020 waren die Gewerbesteuereinnahmen sogar leicht gestiegen von 1,1 Millionen Euro auf fast 1,2 Millionen Euro. Der der Gemeinde zustehende Anteil an der Einkommenssteuer – der größte Posten bei den kontinuierlichen Einnahmen – war zwar mit 2,45 Millionen Euro 2020 um etwa 100000 Euro niedriger ausgefallen als 2019, bewegte sich aber durchaus noch im Rahmen der rund 2,5 Millionen der letzten Jahre.

3,9 Millionen Euro in der Rücklage

Dazu kamen noch rund 280000 Euro aus staatlichen Finanzzuweisungen zum pauschalen Ausgleich von Gewerbesteuermindereinnahmen und 720000 Euro an Einnahmen für die Übernahme der Ortsdurchfahrt der B 304 alt von der Bundesrepublik Deutschland, sodass die Gemeinde Obing weiterhin ein sehr gutes finanzielles Polster mit 3,9 Millionen in der Rücklage hat. Das kann man allerdings auch gut gebrauchen für die Hauptaufgabe der kommenden Jahre, die Neugestaltung der Obinger Ortsmitte. Wie schon 2019 bei der Bürgerversammlung hieß es auch diesmal: Geld zurückgelegt für die Ortsentwicklung.

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Der Hauptposten bei den Ausgaben im Vermögenshaushalt des Jahres 2019 war laut Bürgermeister Sepp Huber der Grunderwerb für Wohnbauland und das neue Gewerbegebiet mit insgesamt über 2,6 Millionen Euro. Dazu kamen unter anderem noch Straßenbaumaßnahmen im Rahmen der Weiler und Höfeerschließung und der Deckenerneuerungen mit insgesamt 309.000 Euro. Im Jahr 2020 brauchte man nochmals rund 1,1 Millionen für den Grunderwerb des Gewerbegebietes und für den Straßenbau 1,3 Millionen, vor allem wegen dem Ausbau der Honauer Straße. Ein großer Posten war noch der Breitbandausbau mit Gemeindeanteilen von 847000 Euro und auch die Ausgaben für die Digitalisierung der Schule. Gerade das Jahr 2020 habe jedoch gezeigt, wie wichtig Investitionen in diesem Bereich sind, merkte Huber an.

Grunderwerb im Fokus

Auch im Jahr 2021 wird im Vermögenshaushalt der Grunderwerb mit zusammen über 1,3 Millionen vornean stehen, davon allein 380.000 Euro für ein Grundstück bei der Kinderkrippe, das die Erweiterung der Obinger Kindertagesstätte ermöglichen soll. Für Straßenbaumaßnahmen sind insgesamt 313.000 Euro vorgesehen. Nach coronabedingten Verzögerungen soll nun die Umgestaltung Obinger Ortsmitte angegangen werden, zunächst mit der Ausarbeitung eines Gestaltungskonzepts für den Straßenraum „Altenmarkter / Kienberger / Wasserburger Straße“ für 100.000 Euro und dazu 100.000 Euro für die Planung der Sanierung des Abwasserkanals und weiterer Versorgungsleitungen in diesem Bereich. Außer zur Hochwassersituation gab es nur eine Anfrage aus den Reihen der Bürger.

Anfrage zur Breitbandversorgung

Lorenz Ibel wunderte sich, dass es im Obinger Zentrum noch keine Glasfaserkabel und damit niedrigere Internetübertragungsraten gebe, aber viele Weiler und Höfe im Außenbereich nun mit Glasfaseranschlüssen bis vor das Haus versorgt würden. Bürgermeister Huber erklärte, dass im Ort bereits ausreichend hohe Übertragungsraten mit Kupferkabel erreicht würden. Das sei in den vom Verteiler weiter entfernten Weilern nur schlecht zu erreichen gewesen und inzwischen werde die Breitbandversorgung mit Glasfaser auch staatlich gefördert. Huber schätzt, dass in zehn bis 15 Jahren ganz Obing auch in der Ortsmitte mit Glasfaser ausgerüstet sein werde.

Das Thema Hochwasser drängt

Die Stark-und Dauerregenereignisse dieses Jahres hatten den Obingern und ihren Gemeindepolitikern eindrücklich klargemacht, dass möglichst bald Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Siedlungsgebiete vor Überflutungen zu schützen. Das spiegelte sich auch bei der Obinger Bürgerversammlung wider. Eine gangbare Lösung für alle Obinger Problembereiche zusammen gibt es nach Meinung von Bürgermeister Sepp Huber nicht, die Umsetzung des vom Fachbüro Aquasoli ausgearbeiteten Hochwasserschutzkonzepts würde ohne Grunderwerb 5,5 Millionen Euro kosten und schließlich an Grundstücksfragen scheitern.

Daher setzten Bürgermeister und Gemeinderat auf punktuelle Lösungen zur Entschärfung der Situation an den Brennpunkten. In den neueren Baugebieten in Pfaffing westlich der Kienberger Straße habe man schon Vorsorge getroffen.

Problem ist der Seeauslauf

Das Dauerthema Seeauslauf werde jetzt angegangen. Denn die Untersuchung des Ingenieurbüros zur Veränderung des Abflusses am Seeauslauf durch den Bau der Ortsumgehung habe ergeben, dass bei hohem Wasserstand tatsächlich 0.88 Kubikmeter pro Sekunde weniger über den Seebach ablaufen können als vor den baulichen Veränderungen. Als Folge steige bei einem 48-stündigen ergiebigen Dauerregen der Wasserstand des Obinger Sees um acht Zentimeter mehr an.

Die Ursache für den verstärkten Aufstau sei nicht der Durchmesser, auch nicht die Lage der neuen Rohre, sondern aufgrund der Verdoppelung der Länge ein erhöhter Reibungswiderstand, der zu Verlusten beim Wassertransport führe. Dies müsse durch zusätzliche Rohre ausgeglichen werden, das sei inzwischen vom Straßenbauamt auch so akzeptiert und es wurde eine genaue Berechnung beauftragt, wie groß der Querschnitt der zusätzlichen Rohre sein müsse, um die Verschlechterung auszugleichen.

„Für Kohlstatt sind ebenfalls bereits Maßnahmen im Gespräch“, kündigte Bürgermeister Huber an. „Durch Geländeveränderungen von Obing aus rechts der Kreisstraße Richtung Haiming soll das abfließende Oberflächenwasser aufgefangen und abgeleitet werden.“

Manche Bürger noch skeptisch

Auch der mit dem Wasserschutzgebiet betroffene Wasserbeschaffungsverband Obing sei offen für derartige Maßnahmen. „Außerdem gibt es positive Gespräche mit dem Bewirtschafter des links von der Kreisstraße liegenden Feldes über eine andere Anbautechnik, die zu mehr Wasserrückhalt in der Fläche führe.“

Hans Weidinger, ein von den Überflutungen in Kohlstatt betroffener Bürger, war allerdings von den geplanten Maßnahmen noch nicht so ganz überzeugt. Vor allem aber wollte er einen konkreten Zeitrahmen wissen, wann diese durchgeführt und wirksam werden sollten.

Verabschiedung der ausgeschiedenen Gemeinderäte

Die Obinger Gemeinderäte, die im vergangenen Jahr ausgeschieden waren, wurden jetzt öffentlich durch Bürgermeister Sepp Huber (zweiter von links) geehrt: Andreas Voderhuber senior (von links), Hans Mayer, Richard Mitterer, Thomas Breu (hinten links) und Martin Maier.

Bürgermeister Sepp Huber nutzte die Bürgerversammlung zur offiziellen Verabschiedung der im letzten Jahr ausgeschiedenen Gemeinderäte, die wegen Corona immer wieder verschoben worden war. Alle erhielten eine Ehrenurkunde. Am längsten war Andreas Voderhuber senior (BL) im Obinger Gemeinderat tätig, nämlich seit 1989, also 31 Jahre, davon 24 Jahre Dritter Bürgermeister. Für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement für die Gemeinde erhielt er die Ehrenamtsmedaille der Gemeinde Obing. Thomas Breu (PAO) arbeitete insgesamt 20 Jahre im Obinger Gemeinderat, Hans Mayer (BL), der im November 2020 auf eigenen Wunsch ausschied, etwas über 18 Jahre, Richard Mitterer (CSU) 12 Jahre, davon die letzten sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister, sowie Martin Maier (FW) aus Honau, ebenfalls 12 Jahre. Außerdem geehrt wurden für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr Albertaich Andreas Pfisterer für elf Jahre als Kommandant und drei Jahre als Vorstand sowie Bernhard Flötzinger für 18 Jahre als Zweiter Kommandant.

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