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Soll der Ort überhaupt weiter wachsen?

Gemeinderäte besprechen sich zu zukünftiger Ortsentwicklung in Haag

Wie es in Haag genau weitergehen soll, steht noch in den Sternen.
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Wie es in Haag genau weitergehen soll, steht noch in den Sternen.
  • VonLudwig Meindl
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Über drei Stunden feilten die Haager Gemeinderäte auf einer Sondersitzung im Bürgersaal an der Frage: „Wie soll sich Haag entwickeln?“ Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) spitzte das Thema so zu: „Wollen wir weiter wachsen?“

Haag – Die aktuelle Abarbeitung galt den Stellungnahmen von Regierung und Anwohnern zu den Entwicklungstendenzen der Gemeinde Haag. Als Ziele umrissen die zwei Referenten, der Landschaftsplaner Michael Voit und der Flächennutzungsplaner Jochen Grohle, eine „nachhaltige Siedlungsentwicklung“, die „Reduzierung des Flächenverbrauchs“ und den „Erhalt des typischen Siedlungscharakters“ von Haag. Die Festsetzungen beinhalten einen Landschaftsplan und die Interessen von Klimaschutz und Landwirtschaft.

Die Planer nehmen 7,5 Prozent Wachstum der Bevölkerung an, mehr als das Statistische Landesamt erwartet. Die momentane Dichte von 55 Einwohnern pro Hektar könne auf 60 erhöht werden. In Haag dominierten das Erscheinungsbild nach wie vor mehr Einzelhäuser, was großen Flächenverbrauch benötige. Das Hauptwachstum solle auf das Zentrum konzentriert bleiben, weniger auf die Ortsteile. Auch die Gewerbeflächen stünden eher zur Verkleinerung als zur Vergrößerung an. Dagegen legte Hans Urban (CSU) Einspruch ein: Haag habe die vergangenen Jahre „fast gar nichts angesiedelt“. Einschränkung sei deshalb fehl am Platz. Dazu gelte seiner Meinung nach: „Arrondierungen müssen wir weiter verfolgen.“ Fraktionskollege Klaus Breitreiner bestätigte: „Haag hat Nachholbedarf.“ Das bilde die Rechtfertigung für das Ausweisen von mehr Flächen.

Eva Rehbein (SPD) warnt vor Priorisierung

Grundsätzlich müssten die Haager sagen, was aus Haag werden soll, betonte auch Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer (CSU). Die Planungshoheit liege bei der Gemeinde. Die Referenten mahnten zur Vorsicht. Die Bedingungen hätten sich verschärft. Wenn die Gemeinde die Sicht der Landesplanung nicht berücksichtigen würde, könne die Genehmigung verweigert werden.

Angesichts der aktuellen Umweltkatastrophen forderte Eva Rehbein (SPD), die Vorlagen zu überdenken. Ihrer Meinung nach würde den Wohn- und Gewerbeflächen ein höherer Stellenwert zugewiesen als den Grünflächen. Sie stellte daher den Antrag, den Planern die Überprüfung von nicht zu bebauenden Flächen als Aufgabe zu geben. Der Antrag wurde angenommen.

Weiter zur Sprache kamen die Baulücken und die Erhöhung der Bewohnerdichte im Zentrum. Nicht allen neuen Forderungen müsse die Gemeinde „nachlaufen“, so Schätz. Die Überarbeitung des Flächennutzungsplans habe jedoch bereits vor fünf Jahren begonnen. Inzwischen sei manches anders, sodass Ziele neu zu formulieren und anzupassen seien.

Bürger äußern Kritik

Sabrina Grünke von der Bauverwaltung ergänzte zur Debatte die Einträge der Öffentlichkeit. Sie betrafen unter anderem den Bebauungsplan des „Graf-Ladislaus-Wegs“ und das Gewerbegebiet in Winden. Die Kritik zu Letzterem betraf auch die „zu großzügige Ausweisung der Gewerbeflächen trotz gesetzlicher Vorgaben zum nachhaltigen Flächensparen“.

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Ein weiterer Anwohner hatte Bedenken, dass der „unnötige Flächenfraß“ Ursache werde, dass „in Hunger- und Notzeiten die Versorgung nicht mehr gewährleistet“‘ sei. Andere Bürger wiederum befürchteten Lärm-, Verkehrs- und Geruchsbelästigungen.

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