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Dackelzüchterin aus Leidenschaft

„Ohne Dackel könnt‘ ich nicht leben“: Therese Schrelle aus Albaching züchtet noch mit 87

Therese Schrelle mit drei kleinen Rauhhaardackeln aus dem jüngsten Wurf ihrer Zucht.
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Therese Schrelle mit drei kleinen Rauhhaardackeln aus dem jüngsten Wurf ihrer Zucht.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Therese Schrelle ist mit 87 Jahren wohl eine der ältesten Dackelzüchterinnen der Region. Den Vierbeinern hat sie ihr Leben verschrieben.

Albaching – Ihr Herz gehört den Dackeln, von Kindesbeinen an: Therese Schrelle aus Kalteneck zeigt beim Besuch unserer Heimatzeitung zum Beweis ein Foto aus Jugendtagen: Darauf ist die junge Resi mit großen, frisch gestärkten, weißen Schleifen im Haar auf einer Wiese zu sehen – und neben ihr ein Dackel. „Wir hatten immer schon welche daheim“, erklärt sie, und ihre Zuneigung zu den kleinen Rackern scheint seitdem mit jedem Jahr noch gewachsen zu sein.

Heute ist Therese Schrelle mit 87 Jahren die älteste und eine der erfahrensten Züchterinnen in der Sektion Mühldorf/Altötting.

26 Würfe mit 153 Welpen

Seit 28 Jahren züchtet sie Rauhaardackel, die auch Dachshunde oder besonders von Jägern oft Teckel genannt werden. Seit den 90er Jahren ist sie Mitglied in der Sektion Mühldorf/Altötting im Bayerischen Dachshundeklub (BDK). Elfriede Kolbeck leitet diese Sektion und hat schon mal zusammengerechnet: „Unsere Resi hat 26 Würfe aufgezogen mit 153 Welpen“, trägt sie stolz vor. Sie alle stammen vom Zwinger von Grundlhof, so der offizielle Name der Zuchtstätte.

Gerade tummeln sich die jüngsten fünf Welpen in ihrem Garten. Crissie ist die Hundemutter. Es war ihr fünfter Wurf, weshalb die kleinen Racker im Stammbuch auch alle einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben „E“ bekommen werden, dem fünften Buchstaben im Alphabet. „Ich habe inzwischen schon alle Buchstaben durch mit meinen vielen Welpen“, lacht die Züchterin.

Nicht immer verläuft alles ohne Komplikationen

Acht Wochen sind die kleinen Racker aus dem jüngsten Wurf. Zum Glück sind wieder alle wohlauf, freut sich Therese Schrelle. „Ich hab alles schon erlebt“, erinnert sie sich und streichelt ihrer Zuchthündin Crissie versonnen über den Kopf. Nicht immer laufe alles komplikationslos, Kaiserschnitte oder Fehlgeburten kommen natürlich auch bei Tieren vor.

Umso größer sei jedesmal die Freude, wenn die kleinen Hundebabys gesund zur Welt kommen. Therese Schrelle lässt sie alles erkunden. Buntes Hundespielzeug und diverse Decken, Schlafkisten und gesicherte Ruhezonen zeigen, dass es hier im Schwalbenweg vor allem um das Wohl der Hunde geht. Vier Rauhaardackeldamen leben dort. Babsi ist die Uroma, sie hat nur noch ein Auge, mit dem sie aber jeden Besucher sofort erspäht und um Streicheleinheiten anbettelt. Außerdem gehören Fina, Wuggi und Crissie zum „Fünf-Mädel-Haushalt“.

Freundin Anni (97) wird im Altenheim mit Dackeln überrascht

Wer Therese Schrelle zwischen ihren Dackeln erlebt, der kann kaum glauben, dass sie bereits 87 Jahre alt ist. Aufmerksam wacht sie über jeden Schritt ihrer momentan neunköpfigen Rasselbande und verpasst dabei keine Gelegenheit, sie freundlich anzusprechen oder ihnen eine Streicheleinheit zu schenken.

Alle Mann zum Fressen: Dackeldame Crissie wacht über den Appetit ihrer Rasselbande.

„Ich kann mir ein Leben ohne Dackel gar nicht vorstellen“, macht sie deutlich. Und weil sie weiß, dass es ihrer Freundin Anni Langer ähnlich geht, hat sie der 97-Jährigen im Haager Altenheim vor kurzem einen besonderen Besuch abgestattet: „Sie liebt Dackel genau wie ich, und wir kennen uns schon, seitdem wir Teenager waren“, erklärt Therese Schrelle. Deshalb legte sie beim letzten Besuch ihrer Freundin, die Ehrenmitglied in der Sektion Mühldorf/Altötting ist, zwei kleine Racker in den Schoß und die beiden ließen sich nur allzugern ausgiebig streicheln.

„So ein Dackel verbreitet einfach immer gute Laune“, schwärmt die Züchterin. Elfriede Kolbeck ergänzt: „Er ist klein und handlich und wenn er auf stur schaltet, kann man ihn notfalls hochheben und wegtragen“, lacht sie. Als Vorsitzende der Sektion Mühldorf/Altötting schwärmt sie aber auch von den Zweibeinern, die ihrem Verein angehören: „Wir haben einen ganz tollen Zusammenhalt, der nicht selbstverständlich ist.“

Dackelfreunde helfen zusammen

Und so kam es auch, dass die Vorsitzende vor ein paar Jahren ganz spontan einsprang, als Therese Schrelle dringend Hilfe brauchte. Damals kam alles auf einmal: Die Züchterin war gesundheitlich angeschlagen und benötigte eine stationäre Reha. Drei Tage vor Rehastart waren im Schwalbenweg aber acht junge Dackel auf die Welt gekommen. Die zogen kurzerhand für drei Wochen zu Elfriede Kolbeck und wurden dort liebevoll und fachmännisch betreut, bis Therese Schrelle wieder nach Hause kam.

Jeder Welpe aus dem aktuellen Wurf ist bereits einem neuen Herrchen oder Frauchen versprochen. „Dann bin ich erst einmal froh, wenn wieder Ruhe einkehrt“, gesteht die Züchterin, und kündigt im selben Atemzug mit einem verschmitzten Lächeln an: „Dann soll Wuggi noch einmal Mutter werden.“

Corona sorgte für großen Run auf die Hunde mit den kurzen Beinen

Dackel kommen ursprünglich aus Deutschland, wo sie vermutlich im Mittelalter zielgerichtet aus Bracken gezüchtet wurden. Sie können als Jagd-; Familien-; und Therapiehunde erfolgreich eingesetzt werden, beschreibt Elfriede Kolbeck, Vorsitzende der Sektion Mühldorf/Altötting im Bayerischen Dachshundeklub (BDK). Manche würden sogar mit ins Büro gehen. Dazu müssen sie mit viel Liebe aber konsequent erzogen werden. „Während der Corona-Pandemie haben wir einen regelrechten Run auf Dackel erlebt“, beschreibt sie. „Am Tag kamen zehn Anrufe, die Mails konnte ich gar nicht mehr beantworten, der Preis spielte keine Rolle. Aber eins wollten alle: Sie wollten jetzt auf der Stelle einen Hund“, erinnert sie sich. Heute koste ein Dackel mit Stammbaum etwa 1500 Euro. Das sei angemessen, findet sie, aber bei der Abgabe der Welpen stehe bei verantwortungsvollen Züchtern nicht der Preis im Vordergrund, sondern der neue Platz, an der kleine Dackel kommen soll. „Er soll ein schönes Hundeleben haben“, wünscht die Züchterin.

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