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ÖPNV: Über den Tellerrand hinaus

So sieht das Zielnetz für den Landkreis Mühldorf aus. Der Entwurf muss aber erst noch im Kreistag beschlossen werden. Was durch Stufe 1 und 2 nicht abgedeckt wird, fällt in Stufe 3, die bedarfsorientierte Flächenerschließung. „Das können auch Rufbusse oder Carsharing sein“, erklärt Marie-Theres Probst vom Landratsamt das Mobilitätskonzept. Die grauen Kreise um Waldkraiburg und Mühldorf sind die Korridore der Stadtbusse.  Landratsamt
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So sieht das Zielnetz für den Landkreis Mühldorf aus. Der Entwurf muss aber erst noch im Kreistag beschlossen werden. Was durch Stufe 1 und 2 nicht abgedeckt wird, fällt in Stufe 3, die bedarfsorientierte Flächenerschließung. „Das können auch Rufbusse oder Carsharing sein“, erklärt Marie-Theres Probst vom Landratsamt das Mobilitätskonzept. Die grauen Kreise um Waldkraiburg und Mühldorf sind die Korridore der Stadtbusse. Landratsamt

Ohne Gegenstimme befürworteten 27 Vertreter des kommunalen Lebens, vor allem Bürgermeister und Kreisräte, eine Resolution zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz fordert die landkreisübergreifende Vernetzung.

Mühldorf/Haag – Acht Tische mit Bürgermeister und Kreisräten aus den Landkreisen Mühldorf und Rosenheim füllten sich im Haager Bürgersaal. Das Nahverkehrskonzept befinde sich in Bearbeitung, so Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) vorweg. Der Bedarf gelte als gegeben. Bisher plane jedoch jeder Landkreis allein. Es sei an der Zeit, gemeinsame Lösungen zu suchen. Vor allem die Nord-Süd-Verbindung von Dorfen nach Wasserburg gelte es umzusetzen: „Der Westen darf nicht zur Einbahnstraße werden.“

„Wir dürfen nicht in Bussystemen denken, sondern landkreisübergreifend“, gab der ehemalige Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch vor. Mitinitiatorin Heide Schmidt-Schuh von der „Agenda“ unterstrich den Stellenwert des Klimaschutzes und der sozialen Belange. Es gäbe viele Senioren, Jugendliche und sozial Schwache ohne Führerschein. Schwierig sei es, von Haag aus am Wochenende nach München zu Veranstaltungen zu gelangen: „Wir brauchen eine gemeinsame Linie.“

Bedenken hegte Bürgermeister Dr. Karl Dürner (CSU) aus Schwindegg. Keiner wisse, was die Nachbarlandkreise planen. Trotzdem müsse diese „Daseinsvorsorge für die kommende Generation“ gelöst werden. Bürgermeister Josef Kirchmaier von Maitenbeth beschrieb die unzureichende Momentaufnahme: Um von Maitenbeth nach Mühldorf zu gelangen, gäbe es morgens eine Gelegenheit, die eine Stunde und 41 Minuten Fahrzeit beanspruche. „Das haut nicht hin für Auszubildende“, so Kirchmaier. Die seien alle „nach München unterwegs“. Auch der Landkreis Mühldorf müsse jetzt über die Grenzen hinausschauen.

Bürgermeister Franz Sanftl (FW) von Albaching „liebäugelte“ mit Haag: „Da fahren viele zum Einkaufen hin.“ Eine Verbindung bestehe nicht. Wer die Leute für den Bus motivieren wolle, müsse Anschlüsse schaffen. Die Busse fahren nicht im Takt, sondern nur abends und morgens.

Die Anbindung von Soyen nach München wirft nach Bürgermeister Karl Fischberger (ÜWG) ein Problem auf. Die Städte hätten immer mehr Schwierigkeiten mit Parkplätzen, also müsse man in Linien investieren und „für die Zukunft etwas tun“.

Im Hin und Her der Debatte hatte Referentin Marie-Theres Probst vom Landratsamt Fragen zum Bearbeitungstand zu beantworten. Sie versicherte: „Wir sind auf die Anträge eingegangen und mit der Regierung in Kontakt.“ Schwierigkeiten könnten die unterschiedlichen Konzessionslaufzeiten der Busunternehmer machen. Bürgermeister Alfons Linner aus Kirchdorf zeigte sich dankbar für den künftigen Stundentakt nach Mühldorf, betonte aber: „Wir brauchen auch die anderen Richtungen, vor allem die Nord-Süd-Verbindung.“ Sandra Bubendorfer von der FDP warnte davor, sich auf eine Achse zu beschränken. Die aktuelle Forderung heiße, das Auto einzusparen. Cathrin Henke von den Grünen gab sich zuversichtlich: „Wenn wir Angebote schaffen, werden die auch angenommen.“

In der Resolution fordern die betroffenen Kommunen eine landkreisübergreifende Linie von Wasserburg über Rechtmehring und Haag nach Dorfen in die jeweiligen Nahverkehrspläne der Nachbarlandkreise. Verhandlungen seien zeitnah aufzunehmen, die Realisierung zügig umzusetzen, heißt es.

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