Objekt des Monats im Museum Wasserburg: Mit der „Laterna magica“ geht’s heiter zum See

Glasbild mit dem Thema Wasserspiele für die Laterna Magica, vor 1900, Glas, Papier, geklebt, Chromolithografie, Museum Wasserburg. Lena Hauser
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Glasbild mit dem Thema Wasserspiele für die Laterna Magica, vor 1900, Glas, Papier, geklebt, Chromolithografie, Museum Wasserburg. Lena Hauser

Ein Glasbild aus dem Museum Wasserburg weckt die Badelust. Mit der „Zauberlaterne“, einer Vorgängerin des Diaprojektors, konnte man schon vor 1900 Bilder vergrößert an die Wand projizieren.

Wasserburg – Eine kleine Gruppe hat sich zum Baden verabredet. Das Wasser scheint noch kalt zu sein, tastet sich doch der Junge in der rot-weiß gestreiften Badehose nur langsam vor. Seiner Spielkameradin geht es wohl nicht schnell genug: Ungeduldig zieht sie ihn an der Hand weiter hinein. Auch wir warten sehnsüchtig auf den Sommer. In früheren Zeiten wurde er von Eltern und Großeltern auch schon mal an die Wand projiziert.

Bei dem beschriebenen Bild handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Zeichnung, sondern um ein Glasdia für die „Laterna magica“. Diese ist als „Zauberlaterne“ eine Vorgängerin des Diaprojektors und somit eine Vorrichtung, mit welcher man Bilder vergrößert an die Wand projizieren kann.

Apparat funktioniert noch immer

Im Inneren des Blechgehäuses befindet sich eine Lichtquelle, deren Strahlen durch die Öffnung an der Vorderseite des Gerätes dringen. An dieser Stelle ist eine gekrümmte Linse angebracht. Sie ist in der Lage, einen nahen Gegenstand in vergrößerter Form auf einer beliebigen Fläche wiederzugeben.

Hinter der Lichtquelle ist zudem noch ein Hohlspiegel montiert, der die Helligkeit der ausfallenden Lichtstrahlen erhöht. Die Glasbilder werden zwischen das Blechgehäuse sowie die Linse geschoben und dort unter Zuhilfenahme einer Feder stabilisiert.

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Auch im Museum Wasserburg befindet sich eine solche „Laterna magica“, welche auf 4 Messingfüßchen steht und mit einem ornamentalen Jugendstildekor versehen ist. Bei der Lichtquelle im Inneren handelt es sich hier um eine Petroleumlampe. Eine weitere Besonderheit dieses Exemplars ist, dass der originale Glaszylinder enthalten, der Apparat also noch funktionstüchtig ist.

Vorbild ist die „Camera obscura“

Konnte die „Laterna magica“ mit ihren unterschiedlichen Glasbildern auch zur Belehrung dienen, beispielsweise bei Vorträgen, so zeigen sie doch vermehrt heitere Themen. Ihr Vorbild ist die „Camera obscura“, welche der neapolitanische Universalgelehrte Giovanni della Porta bereits im Jahr 1558 erfand.

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Seit der Zeit des Biedermeiers findet man die „Laterna magica“ in vielen bürgerlichen Kinderzimmern. Neben Puppen, Kaufläden, Pferdeställen, Papierspielen und Baukästen wurde sie als Spielzeug sehr geschätzt. Da mit diesen wertvollen Dingen aber nur unter Aufsicht gespielt werden durfte und die Kinder in den warmen Jahreszeiten die meiste Zeit im Freien verbrachten, kamen jene Spielsachen vermutlich vor allem im Winter zum Einsatz.

Die auf dem Glasbild wiedergegebenen Wasserspiele erweckten wahrscheinlich auch bei den Kindern Sehnsucht nach dem Sommer und somit der Möglichkeit, den gezeigten Aktivitäten selbst nachzugehen und die Szenen nachzuspielen, vermutet die Museumsleitung in Wasserburg.

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