Obinger Gemeinderat diskutiert in Bauantrag zu einem „viel zu wuchtigen Baukörper“

An dieser Ecke in der Seeoner Straße soll ein großes Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage entstehen, das den Obinger Gemeinderäten zu wuchtig erschien.
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An dieser Ecke in der Seeoner Straße soll ein großes Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage entstehen, das den Obinger Gemeinderäten zu wuchtig erschien.

Diskussionsbedarf gab es im Gemeinderat Obing beim geplanten Neubau eines Wohnhauses mit zehn Wohneinheiten und Tiefgarage in der Seeoner Straße 12. Das Thema beschäftigt den Rat schon seit Längerem.

Von Christa Auer

Obing – Diskussionsbedarf gab es im Gemeinderat Obing beim geplanten Neubau eines Wohnhauses mit zehn Wohneinheiten und Tiefgarage in der Seeoner Straße 12. Das Thema beschäftigt den Rat schon seit Längerem.

Gebäude soll abgerissen werden

Der Antragsteller beabsichtigt, das bestehende Gebäude abzureißen und einen Neubau mit zehn Wohneinheiten mit einer Größe von 16 mal 22 Metern zu errichten. Ursprünglich war ein Wohnhaus mit acht Wohneinheiten und einer Größe von 13 mal 17 Metern beantragt. Die erforderlichen Stellplätze waren in der damaligen Planung auf dem Grundstück vorgesehen. Nicht zuletzt deshalb gab es im Rat auch damals noch Gesprächsbedarf.

Zwischenzeitlich wurde die Staatliche Baubehörde miteinbezogen und die Planung geändert. Mittlerweile beabsichtigt der Antragsteller den Bau einer Tiefgarage für 18 der 20 ausgewiesenen Stellplätze. Dafür sollen jedoch die Gebäudegröße und die Anzahl der Wohneinheiten erhöht werden. Die Einfahrt in die Tiefgarage soll von der Jahnstraße an der Ostseite des neuen Gebäudes erfolgen.

Grundsätzlich begrüßte der Rat die unterirdische Parkflächenlösung. Knackpunkt war jedoch die massive Bebauung, wie die Gemeinderäte aller Fraktionen zum Ausdruck brachten. Auch vonseiten der Verwaltung gab es Einwände. Die Bestimmungen des Bebauungsplans werden demnach in mehreren Punkten nicht eingehalten. Am Gravierendsten dabei: Die Tiefgarage befindet sich zu einem Drittel außerhalb der Baugrenze und die zulässige maximal überbaubare Fläche von 220 Quadratmetern wird mit den geplanten 351 Quadratmetern deutlich überschritten.

Zwei Grundstücke verschmelzen?

Laut Berechnung wäre dafür eine Grundstücksfläche von 1441 Quadratmetern und damit die Verschmelzung zweier Grundstücke erforderlich. Aufgrund der maßgeblichen Abweichungen kann das Vorhaben nur verwirklicht werden, wenn der Bebauungsplan entsprechend geändert wird. Dazu wollte der Gemeinderat ohne weitere Nachbesserungen noch kein grünes Licht geben. „Ein viel zu wuchtiger Baukörper“, so die einhellige Meinung.

Aus den zahlreichen Wortmeldungen wurden die Bedenken deutlich: Die Bebauung werde dicht, nach Überzeugung einiger Räte zu dicht. Bei anderen Bauvorhaben im gleichen Bebauungsplangebiet sei die überbaubare Fläche um maximal zehn Prozent überschritten worden und dieser Grenzwert solle nicht gelockert werden, fanden die Räte.

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Sie sprachen sich dafür aus, dass das Bauvorhaben in der Größe so konzipiert werden müsse, dass es sich in die übliche Bebauung einfüge.

Kreisbaumeister stärker einbinden?

Deshalb regte Simon Voit (OBL) an, den Kreisbaumeister noch stärker in die Planung einzubeziehen. Peter Wurmannstetter (FW) hob hervor, dass die Baugrenze mit der geplanten Tiefgarage massiv überschritten werde. Er forderte: „Es dürfen keine Präzedenzfälle geschaffen werden“. Martin Maier (CSU) beurteilte die geplante Tiefgaragenausfahrt als zu unübersichtlich. Franziska Mayer (CSU) fand die ursprünglich geplante Gebäudegröße kombiniert mit einer Tiefgarage als optimale Lösung. Dann gebe es bei der Ausfahrt keine Probleme.

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Das Gremium war sich einig, dass es für eine Änderung des Bebauungsplans noch weiteren Gesprächsbedarf gebe, allerdings sollte kein negativer Beschluss gefasst werden. Bürgermeister Sepp Huber (FW) war der Meinung, dass dies ein falsches Signal sei. Vielmehr sei die Gemeinde bestrebt, im Austausch mit dem Antragsteller zu einer Lösung zu kommen. Eine Entscheidung wurde deshalb vorerst zurückgestellt.

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