Aus dem Gemeinderat

Baupläne am Obinger Seerundweg im Fokus - weil die Ansicht so wichtig für das Ortsbild ist

Obing Seerundweg Bebauung Antrag Gemeinderat
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In diesem älteren Siedlungsgebiet in Obing in unmittelbarer Nähe des Sees stehen eher niedrige Ein- und Zweifamillienhäuser. Der Gemeinderat möchte Leitlinien für Ausbauten zur Wohnraumschaffung entwickeln, die die Gesamtschau und die Ortsbildverträglichkeit berücksichtigen.

Der Antrag zur Aufstockung und energetischen Sanierung eines bestehenden Einfamilienhauses in der Seestraße im Ortsteil Pfaffing wurde vom Obing vorerst abgelehnt, auch wenn die Gemeinderäte die Schaffung von neuem Wohnraum durch Nachverdichtung grundsätzlich positiv bewerteten.

Obing – Geplant war neben der Sanierung auch der Einbau einer barrierefreien Wohneinheit mit Pflegekraftwohnung und der Anbau eines Standgiebels.

Ansicht vom See her von planerischer Bedeutung

Die konkrete Gestaltung warf jedoch Fragen auf, denn es würde ein Geschoss mehr entstehen als im dort gültigen Bebauungsplan „Am Seefeld“ vorgesehen und dadurch eine seitliche Wandhöhe von 6,65 Metern erreicht – statt erlaubter 4,20 Meter. Es wurden in diesem Gebiet zwar schon Aufstockungen bis zu sechs Metern zugelassen, doch befürchteten die Gemeinderäte eine starke Beeinträchtigung des Gesamterscheinungsbilds an der Seestraße durch eine überzogene Höhe des neuen Gebäudes.

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Die Ansicht von Süden vom See her, also am Seerundweg, sei aus ortsplanerischer Sicht für den gesamten Ort wichtig. Durch die vorläufige Ablehnung des Bauantrags will der Gemeinderat Zeit gewinnen für die Einschaltung eines geeigneten Planungsbüros, um eine Bestandsaufnahme durchzuführen und den gesamten Bereich zu überplanen.

Seestraße in Obing markant

Dabei sei das Ziel nicht unbedingt ein neuer Bebauungsplans für das Gebiet, sondern das Erarbeiten von Grundlagen einer städtebaulichen Neuordnung, die dann auch auf nachfolgende Bauanträge angewendet werden könnte, hieß es. Denn die umliegende Bebauung müsse hier bei der jeweiligen Entscheidungsfindung einbezogen werden ebenso wie im vorliegenden Fall.

Wie wichtig die Gesamtschau für die Beurteilung von markanten Punkten am Seerundweg ist, zeigte sich bei der Behandlung eines weiteren Bauvorhabens für ein bereits bebautes Grundstück an der Seestraße, auf dem das vorhandene Gebäude abgebrochen und ein zweites Wohngebäude mit Garage errichtet werden soll.

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Kreisbaumeister in Obing involviert

Im Juni hatte sich der Gemeinderat zu der dafür notwendigen Bebauungsplanänderung grundsätzlich bereit erklärt, wenn eine städtebaulich sinnvolle Lösung gefunden wird.

Inzwischen war mit Kreisbaumeister Rupert Seeholzer vom Landratsamt Traunstein geklärt worden, dass dieser zwei getrennte Baukörper ablehnt und dass beim neuen Gebäude die Firsthöhe des Bestandsgebäudes in etwa eingehalten und es etwas zurückversetzt werden sollte, sodass die „südliche Baulinie“ der Nachbargebäude nicht überschritten wird.

Der Gemeinderat Obing beschloss einstimmig, die Änderung des Bebauungsplans „Pfaffing – Seefeld“ und will sich bei der Ausarbeitung der Festsetzungen an der bezüglich des anderen Bauvorhabens an der Seestraße angeregten Gesamtschau orientieren.

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