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Drei Gemeinden, ein gemeinsames Ziel

Wie Lernpaten Kindern aus der Ukraine bei ihren ersten Schritten im Schulalltag in Obing helfen

Eine große Gemeinschaft setzt sich für die Kinder aus der Ukraine in Obing ein: Neben den Lernpaten (ohne Namensnennung) sind das (stehend): Nataliia Buzoveria (links), Bürgermeister Sepp Huber (vierter von links) und (sitzend) Michaela Stahl (links) Schulleiter Thomas Duxner und Monika Stöckl (mit Hund).
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Eine große Gemeinschaft setzt sich für die Kinder aus der Ukraine in Obing ein: Neben den Lernpaten (ohne Namensnennung) sind das (stehend): Nataliia Buzoveria (links), Bürgermeister Sepp Huber (vierter von links) und (sitzend) Michaela Stahl (links) Schulleiter Thomas Duxner und Monika Stöckl (mit Hund).
  • VonChrista Auer
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„Dobrideny und Guten Tag“ – mittlerweile haben 12 Flüchtlingskinder aus der Ukraine im Alter von 6 bis 14 Jahren an der Obinger Schule die ersten deutschen Wörter gelernt. Einblicke in ein außergewöhnliches Schulprojekt.

Obing – Die Bürgermeister der Gemeinden Obing, Pittenhart und Kienberg haben eine Betreuungslehrkraft angestellt und mit Nataliia Buzoveria eine sehr erfahrene ukrainische Deutschlehrerin gewinnen können. Die Ukrainerin war in Kiew in der Jugend- und Erwachsenenbildung im Fach Deutsch tätig. Neben Dolmetschertätigkeiten und anderen sprachlichen Unterstützungen für die Gemeinde, wird sie an der Schule alle ukrainischen Kinder von acht bis 12.15 Uhr ihrer Situation angemessen, die deutsche Sprache vermitteln.

Ein Glücksfall für die Gemeinde

„Ein Glücksfall für die Gemeinde und die Schule“, betonen Obings Bürgermeister Sepp Huber und Schulleiter Thomas Duxner. Die Kinder sind in den kommenden drei Monaten Gastschüler an der GMS Obing, erst dann werden sie schulpflichtig. Im neuen Schuljahr werde dann genau betrachtet, wie die sprachliche Entwicklung ausschaue und der Übergang in eine Regelklasse möglich sei, erklärt Duxner.

Nun sei es erst einmal wichtig, dass die Kinder den Rhythmus eines strukturierten Vormittags erfahren „und das tut ihnen sichtlich gut“, stellt der Schulleiter fest.

Das ganze Projekt ruhe auf vielen Schultern. Möglich werde das durch den großen Zusammenhalt der Schulfamilie und der immensen Unterstützung aus der Bevölkerung und der Gemeinde. Ein Aufruf über die Eltern habe eine unglaublich große Zahl an gut erhaltenen Schulranzen, Heften, Schreibmaterial, Blöcke und Turnbeutel gebracht. „Auch dies zeigt: Die Menschen halten zusammen, zeigen Mitgefühl und Verantwortung“, freut sich Duxner.  Außerdem haben sich mehr als 30 ehrenamtliche Helferinnen gemeldet, um die ukrainischen Kinder im Schulalltag unterstützend zu begleiten. Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, Hilfe in dieser unermesslichen Notlage zu leisten, wie viele auf Nachfrage betonen. Unterstützt werden die Lernpaten von Sozialpädagogin Monika Stöckl und Förderlehrerin Michaela Stahl.

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Während die Deutschlehrerin die Kinder professionell beschult, werden die Lernpaten den Kindern helfen, mit Spiel und Spaß die neu gelernte Sprache anzuwenden und zu üben. „Sprache wird durch Sprechen gelernt und bei den Lernpaten haben die Kinder die Möglichkeit, Gelerntes in Kleinstgruppen oder Einzelbetreuung zwanglos auszuprobieren“, erklärt Thomas Duxner. Die Lernpaten sind also eine besonders wertvolle Ergänzung, da sie eine Abwechslung zum strukturierten Deutschunterricht Unterricht mit Nataliia Buzoveria bringen.

Natürlich sei eine Planung für mehr als 30 gemeldete Lernpaten im laufenden System Schule eine Herausforderung, aber es klappe. „Es geht hier um eine Erste-Hilfe-Maßnahme für die Kinder mit ihrem großen emotionalen und psychischen Rucksack“.

Zugang zur deutscher Sprache

Spiel, Freude und einfaches Sprechen stünden in der Patenbetreuung im Vordergrund. Im Zusammenhang mit den Traumatisierungen aufgrund der Fluchtumstände sei eine behutsame Herangehensweise erforderlich. Perfektionismus stehe hinten an, betont Duxner. Die überwiegend fachlichen Laien könnten mit den Materialien in der Schule und mit zuvorkommendem Zugehen auf die Kinder einen Zugang zu deutscher Sprache und Kultur vermitteln. Das unterstützende Ankommen in der neuen Umgebung stehe im Vordergrund der Lernpaten. In der letzten Schulstunde oder im Fach Sport sollen die Kinder dann in ihre zugeordnete Klasse gehen, um Kontakt zu den anderen Kindern knüpfen zu können.

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