Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Großes Grübeln im Gemeinderat

Obing fragt sich: Wohin mit dem vielen Wasser bei Starkregen?

Große Wassermassen können durch den Seebach offensichtlich nicht abgeleitet werden.
+
Große Wassermassen können durch den Seebach offensichtlich nicht abgeleitet werden.
  • VonInge Graichen
    schließen

Der große Wurf beim Hochwasserschutz in Obing ist noch nicht ganz in Reichweite. Doch war bei der Sondersitzung des Obinger Gemeinderates zu den aktuellen Unwetterfolgen die Entschlossenheit der Mitglieder des Gremiums zu spüren: Die Probleme sollen gelöst werden.

Obing – Der Gemeinderat will die Probleme mit den sich in Obing bei Starkregen verbreitenden Wassermassen und der Überflutung der bewohnten Randbereiche des Obinger Sees zeitnah angehen.

Mit der Sondersitzung wollte Bürgermeister Sepp Huber (FW) die Gelegenheit ergreifen, nach den eindrücklichen Erlebnissen des Unwetternachmittags Ende Juli alle Gemeinderäte auf den neuesten Informationsstand zu bringen.

Chance Neugestaltung der Ortsdurchfahrt nutzen

Bürgermeister Huber arbeitete die Problembereiche heraus, in denen Gemeindeverwaltung und Gemeinderat zum Schutz der Gemeindebürger tätig werden müssen. Hier seien zum einen die bei Starkregen schnell betroffenen Siedlungsgebiete Pfaffing und Kohlstatt zu nennen, zum anderen der See mit den Anliegern am westlichen Ufer und damit zusammenhängend die Regulation des Seeauslaufs.

In den überschwemmungsgefährdeten Siedlungsgebieten müsste das Oberflächenwasser auf jeden Fall aufgefangen und abgeleitet werden. Eine große Chance biete hier die anstehende Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, die jetzt nicht mehr Bundesstraße ist, mit Bau eines ausreichend dimensionierten Regenwasserkanals.

Weitere Berichte aus dem Raum Wasserburg

Allerdings: Zuleitung in den Obinger See wie bisher bei den neueren Baugebieten geschehen, würde ein schnelleres Ansteigen des Wasserspiegels des Sees bewirken und die Gefährdung der Seeanlieger noch verschärfen. Daher wurde unter anderem von den Gemeinderäten Florian und Martin Maier (beide CSU) und Armin G. Plank (PAO) vorgeschlagen, den Entwässerungskanal als eigenen Kanal an dem See vorbei weiterzuführen.

Das könnte Sie auch interessieren: „Regelrechter Hotspot“ - Obinger ärgern sich über „Krisen-Touristen“

Hier stellt sich jedoch laut Bürgermeister Huber die Frage, ob die Zuleitung weiterer Wassermengen auf das Gemeindegebiet von Altenmarkt oder in die dortige Kläranlage möglich ist. Auf jeden Fall wäre dazu ein wasserrechtliches Verfahren mit ziemlichem Aufwand unabdingbar. „Da sind wir in fünf Jahren noch nicht fertig“, befürchtete Zweite Bürgermeisterin Fanni Mayer (CSU).

Das Rohr unter der Straße fasst im Hochwasserfall viel zu wenig Wasser, schätzt nicht nur die Interessengemeinschaft Hochwasserschutz Obing ein.

Als andere Variante wurde von den Befürwortern ein „Bypass“ am See vorbei ins Spiel gebracht. Und somit auf dem Grund der Gemeinde Obing das Wasser im Ernstfall schnell abzuleiten und auf Flächen bis zur Gemeindegrenze kurzfristig zurückzuhalten durch Anlage von Absetzbecken südlich vom Seebach.

Gemeinderat Franz Pürner (CSU) brachte noch ein, man sollte zusätzlich Rückhalteflächen vor dem Zufluss ins Ortsgebiet von Obing und zum Obinger See im Bereich des Moosmühlbachs schaffen.

Für Seeanlieger Gefahr durch Rückstau

Franz Gallinger von der Interessengemeinschaft Hochwasserschutz Obing erhielt als Zuhörer das Wort und machte darauf aufmerksam, dass sich für die Seeanlieger die Hochwassergefahr durch die Geländeveränderungen beim Bau der Umgehungsstraße noch vergrößert habe. Da das aus dem See abfließende Wasser des Seebachs nun durch zwei unter den Straßen durchführende Rohre fließen müsse. Gemeint sind die Straße nach Jepolding und die Staatsstraße Richtung Seeon-Seebruck.

Auch interessant: Appell an Waldbauern in Obing: „Hände weg vom Sturmholz“ (Plus-Artikel OVB-Online)

Noch dazu liege das zweite Rohr noch höher als das erste. Durch die Modellierung eines gleichmäßigen Gefälles für den Wasserlauf könne hier recht kurzfristig Abhilfe geschaffen werden. Bürgermeister Sepp Huber (FW) sagte zu, dass auf der Grundlage der im September vorliegenden Untersuchungen des Ingenieurbüros Aquasoli zu diesem Bereich Verhandlungen zu Verbesserungen an der Straßenführung mit dem Straßenbauamt geführt werden.

Außerdem wies er darauf hin, dass im Gebiet des Seeauslaufs die Gemeinde Grund erworben habe, um eine Rückhaltefläche zu schaffen, die aus dem See fließendes Wasser aufnimmt und kurzfristig speichert, also gewissermaßen einen „Polder“, damit es nicht zum Rückstau abfließenden Wassers in den See kommt.

Zusammenfassung der Diskussion

Abschließend fasste Bürgermeister Sepp Huber (FW) die Ergebnisse der Diskussion zusammen.

Neben Maßnahmen am Seeauslauf müssten vor allem auch für Kohlstatt punktuelle Lösungen gefunden werden. Hier wolle er unter anderem zusammen mit der für die Kreisstraße zuständigen Tiefbauverwaltung im Landratsamt Traunstein zu Verbesserungen an der Neigung des straßenbegleitenden Radweges kommen.

Lesen Sie auch: Mit einem Schlag sind sechs Hektar weg: „Solche Naturgewalten habe ich noch nie erlebt“

Grundsätzlich sei es offensichtlich geworden, dass man möglichst schnell punktuelle Einzelmaßnahmen in Angriff nehmen, aber auch ein umfassenderes Maßnahmenpaket entwickeln müsse, wie das Wasser durch Rückhaltung zeitversetzt und gedrosselt in den Obinger See einfließen kann, damit der Wasserstand nicht abrupt ansteigt, und wie durch gezieltes Abflussmanagement am Seeablauf größere Mengen abfließen können, ohne die Unterlieger zu beeinträchtigen.

Die in der Sitzung vorgebrachten Lösungsvorschläge zur Wasserableitung am See vorbei und zur Einleitung eines wasserrechtlichen Verfahrens, um die Möglichkeit der Zuleitung weiterer Wassermengen auf das Gemeindegebiet von Altenmarkt und die dortige Kläranlage zu klären, sollte man sich nun durch den Kopf gehen lassen, um zeitnah zu einer Entscheidung zu kommen.

Mehr zum Thema

Kommentare