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Tierrechtler empört

„Fische töten ist kein Ferienspaß für Kinder“: Obinger Verein in der Kritik

Darf Fischen im Ferienprogramm angeboten werden oder nicht? Die Meinungen dazu gehen auseinander.
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Darf Fischen im Ferienprogramm angeboten werden oder nicht? Die Meinungen dazu gehen auseinander.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Fische töten als Ferienspaß?: Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert das Obinger Ferienprogramm „Schnupper Fischen“. Doch die Kritik stößt im Ort auf Unverständnis.

Obing – Nach Bad Feilnbach steht nun auch die Obing für ihr Ferienprogramm in der Kritik, denn die Gemeinde bietet, wie Bad Feilnbach, „Schnupper Fischen“ als Ferienangebot an und hat damit die Tierrechtsorganisation People for the Ethical Treatment of Animals, kurz PETA auf den Plan gerufen. Deren Kritik sorgt zum Großteil für Unverständnis in der Gemeinde.

Pädagogische und ethische Bedenken

„Fische töten ist kein Ferienspaß für Kinder“, schreibt PETA in einer Pressemitteilung an die Wasserburger Zeitung. Die Organisation appelliere deshalb an die Gemeinde, das Angeln „aus ethischen und pädagogischen Gründen“ aus dem Programm zu streichen. „Fische sind sensible, soziale und intelligente Wirbeltiere, die miteinander kommunizieren, komplexe Beziehungen eingehen und Lebensfreude, Angst und Schmerzen spüren“, so PETA. „Niemand würde auf die Idee kommen, die Jagd auf Hunde oder Katzen als Ferienspaß anzubieten. Nur weil Fische Flossen haben statt Beine und Schuppen statt Fell, heißt das nicht, dass sie nicht genauso leben möchten wie andere Tiere“, erklärt Dr. Tanja Breining, PETAs Fachreferentin für Fische und Meerestiere in der Pressemitteilung. „Gelingt es den Erwachsenen, Kindern ihr natürliches Mitgefühl für manche Tiere auszureden, lernen sie, es auch künftig zu ignorieren und verlieren ihr natürliches Empathievermögen.“

Zudem, so glaubt die Tierschutzorganisation, „würden sich viele Kinder unwohl fühlen, wenn ein Tier vorsätzlich verletzt und getötet wird und hätten oft noch Jahre später schlechte Erinnerungen daran“.

Im Fischereiverein Obing, der das Ferienprogramm organisiert, sorgt die Kritik aber für Unverständnis, denn die Situation werde vereinfacht. „Das macht man ja nicht aus Gaudi“, erklärt Vorsitzender Jürgen Steeb. Jeder gefangene Fisch werde im Nachhinein verwertet, betont Steeb. Fische würden also nicht einfach zum Spaß getötet.

Eigentlich, so Steeb, werde den Kindern beim Verein sogar ein verantwortungsvollerer Umgang mit der Umwelt beigebracht. „Wir führen sie an die Natur heran“, erklärt Steeb. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Jugendlichen weg vom Handy und Computer zu holen und in die Natur zu bringen.“

Das Ferienprogramm biete der Fischereiverein zwar zum ersten Mal an, aber man sei schon lange um die Jugend bemüht. „Wir haben 50 aktive Kinder und Jugendliche“, erklärt Steeb und darauf sei der Verein sehr stolz. Das Töten der Fische gehöre zwar zum Angeln dazu, „aber wir bringen den Kindern auch bei, wie man die Tiere anständig behandelt.“ Es werde dafür gesorgt, dass der Fisch vorher betäubt sei. „Wir machen das anständig“, erklärt Steeb.

Außerdem seien die Kinder und Jugendlichen auch bei der Pflege des Sees mit eingebunden. „Sie machen auch bei der Gewässer und Uferreinigung mit“, erklärt Steeb.

Auch Hans-Werner Kaspereit, der als erster Jugendleiter des Fischereivereins das Ferienprogramm organisiert, findet die Kritik von PETA „sehr schade.“ „Wir misshandeln ja keine Tiere“, sagt er. Das Ziel des „Schnupper Fischens“ sei einen „ungezwungenen Einblick in das Fischen zu geben.“ Das Angeln selbst sei ohnehin nur ein Nebeneffekt der Jugendarbeit. „Es geht hauptsächlich um die Gemeinschaft, darum ihnen ein Wir-Gefühl zu vermitteln“, meint Kaspereit. Außerdem, setzt er hinzu, „als Fischereiverein pflegen wir ja den See.“

Bürgermeister steht hinter Fischereiverein

Obings Bürgermeister Josef Huber steht hinter dem Fischereiverein und dem Ferienprogramm. „Wir werden daran festhalten“, stellt er klar fest. Der Verein leiste seinen Beitrag zur Umwelt, „Das ist gelebter Naurschutz“, ist Huber überzeugt, denn: „Tatsache ist nun mal, viele von uns essen Fleisch und Fisch. Hier wird den Kindern ein naturnaher Umgang mit den Lebensmitteln beigebracht.“ Durch das eigene Fischen würden die Kinder „auch wissen, wo die Nahrungsmittel herkommen und eben auch, was da alles dazugehört.“ Etwas, das sie beim Kauf von Fischstäbchen im Supermarkt nicht erfahren würden.

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