Nur Corona kann 90-Jährige aus Gars stoppen – Schottlandreise geplatzt

Viel Besuch gab es für Maria Niederbauer zum 90. Geburtstag: Es kamen unter anderem (von links) die Seniorenbeauftragte Hildegard Brader, Bürgermeister Robert Otter und Pfarrer Ulrich Bednara.
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Viel Besuch gab es für Maria Niederbauer zum 90. Geburtstag: Es kamen unter anderem (von links) die Seniorenbeauftragte Hildegard Brader, Bürgermeister Robert Otter und Pfarrer Ulrich Bednara.

„Zvui brauchst net schreibn von mir“, meint Maria Niederbauer bescheiden schmunzelnd an ihrem 90. Geburtstag. Wer jedoch das Garser Urgestein kennt, ist da anderer Meinung.

Von Marianne Fill

Gars – Auch mit 90 Jahren ist die Jubilarin fast tagtäglich in Gars anzutreffen, besonders wenn sie die Klosterbriefe und die Frauenbundzeitungen austrägt. Dies tut sie schon seit rund 50 Jahren.

Die Kas-Marie verkaufte Generationen von Schülern das Pausenbrot

Maria Niederbauer erblickte in Grub, hoch über Gars, 1930 das Licht der Welt, wuchs dort mit drei Halbgeschwistern auf und besuchte die Garser Volksschule. Ein Bruder starb bereits im Kindesalter.

Nach der Schulzeit arbeitete sie in der elterlichen Landwirtschaft, bevor sie eine Tätigkeit in der Schreinerei Gstettner annahm. Als Verkäuferin im Lebensmittelgeschäft Inninger im Gartenfeld war sie sehr beliebt, besonders damalige Schüler werden sich noch gern an sie erinnern, da sie sich schon vor der Schule oft bei ihr das Pausebrot kauften. Bis zur Verrentung war die Jubilarin im Lebensmittegeschäft Scherer beschäftigt und dort als „Kas-Marie“ bekannt und geschätzt.

Viele Ehrenämter – bis heute

Auch im Ruhestand half dort als Aushilfe gerne aus. Ihr Alltag bestand jedoch nicht nur aus Arbeit, auch viele ehrenamtliche Tätigkeiten standen auf dem Jahresplan. So war sie über 20 Jahre aus der Bücherei nicht wegzudenken, viele Jahre Kassenführerin beim Frauenbund und schon in jungen Jahren im Kloster Gars tätig. Sie ist außerdem Mitglied beim Liebesbund der Frauen und aktiv beim Seniorenclub Gars.

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Abwechslungen boten die vielen Reisen, die sie unter anderem zweimal nach Japan führten. Lourdes und Rom waren ebenso Ziele. „Heuer wär es nach Schottland ganga, aber Corona hot dies vermasselt“, bedauert die 90-Jährige.

Ihren Lebensabend verbringt die sehr rüstige Jubilarin mit ihrer Schwester Resi immer noch in Grub.

Ein besonderes Dankeschön gab es an ihrem hohen Geburtstag von Bürgermeister Robert Otter, von Pfarrer Ulrich Bednara, von Pater Steinle vom Kloster Gars und der Senioren-Beauftragten Hildegard Brader. Auch die ehemalige Kreisführung des Frauenbundes überraschte die Jubilarin mit einem Geburtstagsbesuch.

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