AUCH LANDRATSAMT SAGT NEIN

Neun Wohneinheiten und Boardinghouse vom Griesstätter Gemeinderat vorerst abgelehnt

Ein Blick auf das vorgesehene Grundstück in Griesstätt. Wenn es nach dem Antragsteller geht, sollen hier zwei Häuser mit nein Wohneinheiten sowie ein Boardinghouse (Gästehaus) entstehen. Aber Gemeinderat und Landratsamt haben zu viele offene Fragen und auch Kritikpunkte an der „überzogenen Baumasse“.
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Ein Blick auf das vorgesehene Grundstück in Griesstätt. Wenn es nach dem Antragsteller geht, sollen hier zwei Häuser mit nein Wohneinheiten sowie ein Boardinghouse (Gästehaus) entstehen. Aber Gemeinderat und Landratsamt haben zu viele offene Fragen und auch Kritikpunkte an der „überzogenen Baumasse“.

Von einem „überzogenen Baukörper“ spricht das Landratsamt Rosenheim in Bezug auf das Bauvorhaben, an der Wasserburger Straße in Griesstätt neun Wohneinheiten und ein Boardinghouse (Wohnen auf Zeit) zu errichten. Auch der Gemeinderat stimmt dagegen. Zudem müsste die Nutzung des „Gästehauses“ konkretisiert werden.

Griesstätt – Aus dem Vorhaben, zwei Wohngebäude mit insgesamt neun Wohneinheiten sowie ein Boardinghouse (eine Art Gästehaus) an der Wasserburger Straße zu errichten, wird vorerst nichts.

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Da sich die Gebäude nach Maß der baulichen Nutzung nicht in die Umgebungsbebauung einfügen, verweigerten die Mitglieder des Gemeinderates in der jüngsten Sitzung mit 13:1 ihre Zustimmung.

Zu hoch, unpassende Kubatur

Zu hoch und in der Kubatur nicht passend. Das hatte das Landratsamt schon einmal beim ersten Antrag im Oktober 2020 festgestellt.

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Damals waren drei Wohngebäude mit insgesamt 15 Wohneinheiten, 31 Stellplätze, davon elf Carports, beantragt worden. Der Bauantrag wurde daraufhin zurückgezogen, weil eine Baugenehmigung zu erreichen aussichtslos erschien.

Mehrheit im Gremium dagegen

Mit der neuen geänderten Fassung des Antrags und der Einbeziehung einer gewerblichen Nutzung konnte sich aber die Mehrheit im Gemeinderat nun auch nicht anfreunden, da die Referenzhöhen der umliegenden Gebäude gut einen Meter überschritten wurden und laut Flächennutzungsplan das Grundstück ohnehin als ortsprägende Grün- und Freifläche dargestellt ist.

Gebäudehöhen reduzieren

Ein weiteres, während der Sitzung vorgestelltes Schreiben des Landratsamtes wurde zudem sehr deutlich, was die geplante Bebauung betrifft. Die Höhen ließen sich laut Bauamt demnach auch durch ‚Eingraben‘ der Gebäude nicht verstecken.

Es sei keine Verbesserung betreffs der nahezu vollständigen Versiegelung und der überzogenen Baumasse zu erwarten. Deshalb müssten die Gebäudehöhen an der Traufe um mindestens einen Meter reduziert werden, um Baumasse, Nutzung und Versiegelung auf ein verträgliches Maß zu reduzieren.

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Kritisch wurde des Weiteren vom Landratsamt auch die Art der Bebauung im Hinblick auf den gesamten Gebietscharakter gesehen. Das geplante Boardinghouse sage zudem nichts über die Art der eigentlichen Nutzung aus, da sowohl gewerblich und wohnnutzungsmäßig der Begriff zulässig sei.

Mit 13:1 abgelehnt

Vor Ort sei ein Mischgebiet vorgesehen, deshalb müsse wegen der durchmischten Gewichtung beider Nutzungsarten die Konkretisierung der Nutzungsabsicht deutlich dargestellt sein. Hierzu wurde auf den alten Vorbescheid aus dem Jahre 2014 verwiesen, in dem lediglich eine gewerbliche Büronutzung vorgesehen und dafür ein Mindestanteil von 50 Prozent festgelegt worden war.

Bei dieser Sachlage konnte Sitzungsleiter, Zweiter Bürgermeister Anton Strahlhuber (GfuG) nur noch zusätzlich anfügen, dass nicht die Wasserreserve die Referenzhöhe bestimme.

Ohne die Gegebenheiten vertiefter zu erörtern, wurde der Bauantrag mit 13:1 Stimmen vom Gremium abgelehnt. Nur Stefan Pauker (BfG) stimmte für das Vorhaben.

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