Neukalkulation der Abwassergebühren

Etwa 200 Isenerhaben die diesjährige Bürgerversammlung besucht. huber
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Etwa 200 Isenerhaben die diesjährige Bürgerversammlung besucht. huber

Etwa 200 Isener haben die diesjährige Bürgerversammlung besucht, um sich über die wichtigsten Entwicklungen in der Kommune zu informieren. Sie wurden nicht enttäuscht: Nach wenigen Fakten und Zahlen ging Bürgermeister Siegfried Fischer auf aktuelle Themen, wie die Standortfrage des vorgesehenen Probenheims der Blaskapelle ein.

„Überlegungen gibt es viele, das Ei des Kolumbus oder den großen Wurf haben wir aber noch nicht gefunden“, sagte er.

Isen – Während sich der Bürgermeister bedeckt hielt, ließ Stadtplaner Jochen Gronle die Katze aus dem Sack. In seiner Präsentation der Untersuchung, die das Münchener Büro Plankreis im Rahmen der Städtebauförderung durchgeführt hat, skizzierte er die Pläne, die die Isener Architekten Geraldine Frisch und Sebastian Kruppa dem Gemeinderat nichtöffentlich vorgestellt haben.

Der Planentwurf sieht vor, das Probenheim zu großen Teilen als unterirdischen Bau auszuführen. Durch das „Spiel mit der Topografie“ könne der Meindl-Park und die Sichtbeziehungen ins Isental erhalten bleiben, nannte Gronle als wichtigstes Argument für das Bauen im Untergrund.

Auf die allgemeine Baulandpolitik kam Bürgermeister Fischer zu sprechen: Zusätzlich zu den geplanten Baugebieten Mittbach und Pemmering Süd-Ost sowie dem vorgesehenen Baugebiet Ranischberg und Steinlandstraße III habe man „zwei weitere Gebiete im Auge“, für die derzeit Grundstücksverhandlungen laufen. Die Baulandpolitik solle auch in Zukunft darauf zugeschnitten sein, dass sich jeder „bauwillige Einheimische in absehbarer Zeit seinen Traum vom eigenen Haus verwirklichen“ kann und ausreichend Zuzüge stattfinden können.

Isen hatte im vergangenen Jahr bei derzeit 5629 Einwohnern eine Wachstumsrate von 1,24 Prozent. „Damit kommen wir ganz gut zu Schuss“, sagte Fischer. Größtes Projekt der nächsten Jahre werde der Umbau der Schule sein: Kosten in Höhe von sechs bis acht Millionen Euro werden dadurch auf die Kommune zukommen. Allerdings hofft der Markt Isen auf 50 Prozent Zuschüsse.

Während der Schulumbau 2016 in die Planungsphase treten soll, wird die Erneuerung des Hochbehälters in der Münchner Straße bereits im nächsten Jahr starten; gut eine Million Euro wird die Kommune dafür in die Hand nehmen müssen, das Projekt wird nicht bezuschusst.

Im Zusammenhang mit der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung kündigte Fischer eine wahrscheinliche Erhöhung der Abwassergebühren an. Eine Neukalkulation steht 2016 ins Haus. Ebenfalls im nächsten Jahr soll das Gebäude des Seiler-Wirts in Burgrain umgebaut werden. Die Kommune hatte das Gebäude gekauft, „um die Möglichkeit der Dorfentwicklung nicht aus der Hand zu geben“, sagte Fischer. Vorläufig geplant ist dort einen Seniorentreff einzurichten.

Seiler-Wirt in Burgrain wird umgebaut

Ausführlich ging Fischer auf die Situation der Flüchtlinge in Isen ein. Laut Quote (1,5 Prozent der Bevölkerung) müssten derzeit 84 Flüchtlinge in Isen leben, tatsächlich sind es aber erst 54.

Eine neue Unterkunft wird im Dezember in Höselsthal eröffnet, im Gespräch sind auch zwei Wohnungen in Isen-Süd. Fischer erinnerte an das Jahr 1946, als Isen bei 1100 Einwohnern 360 Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands aufnehmen musste. „Natürlich ist die große Zahl der Menschen, die mit Hoffnung zu uns kommen, ein Problem. Ein Problem der Logistik, der Verwaltung, der Unterbringung, der Versorgung. Aber es sollte kein Problem der Menschlichkeit sein“, sagte er. Sein Dank galt dem Helferkreis und der Pfarrei.

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