Neues Wohngebiet in Rott geplant

Der Bebauungsplan „Rotter Feld“sieht in seiner ersten Fassung vier Geschosswohnungsbauten und 18 Einfamilien- und Doppelhäuser vor. Nordöstlich des Areals ist der viel diskutierte Discounter geplant. Kirchgraber
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Der Bebauungsplan „Rotter Feld“sieht in seiner ersten Fassung vier Geschosswohnungsbauten und 18 Einfamilien- und Doppelhäuser vor. Nordöstlich des Areals ist der viel diskutierte Discounter geplant. Kirchgraber

Im räumlichen Anschluss an den geplanten Discounter in Meiling will die Gemeinde Rott ein Wohngebiet schaffen. Der Gemeinderat beschloss in jüngster Sitzung, den Bebauungsplan „Rotter Feld“ ins Genehmigungsverfahren zu schicken. Doch es gibt ein Problem.

Rott – Vorgesehen sind vier mehrgeschossige Wohnblöcke sowie 18 Einfamilienhäuser – auch Doppelhäuser wären denkbar. Bürgermeister Marinus Schaber (Bürger für Rott) betonte in der Sitzung, dass es bereits viele Interessenten gebe, die auf Baugrundstücke warten und die Gemeinde die Flächen auch als Bauerwertungsland erworben habe.

Bebauungsplan an Rotter Leitenfeld angelehnt

Vor den Häusern sind laut Schaber große Vorbereiche angedacht, die möglichst nicht eingezäunt werden sollten. Ansonsten wurden die wesentlichen Bestimmungen des Bebauungsplans an die Bebauung im Rotter Leitenfeld angelehnt. Im Süden des Baugebiets sind fünf Meter breite Begrünungen mit Sträuchern und Obstbäumen vorgesehen, die einen Anknüpfungspunkt für eine denkbare Erweiterung bilden könnten.

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Kritik an der maximal vorgesehenen Wandhöhe von 6,20 Meter übte Konrad Heinzl (Bürger für Rott): „Überall wird Nachverdichtung gefordert, aber hier soll man nicht einmal ein Obergeschoss bauen können?“

Bürgermeister Schaber bestand zumindest darauf, dass Tiefgaragen vorgesehen werden müssten: „Vier ebenerdige Garagen bedeuten einen Flächenverbrauch in Größe eines kompletten Wohnhauses, ohne dass eine einzige Wohnung geschaffen wird. Das darf nicht sein.“

Auch Max Zangerl (Bürger für Rott), und Florian Lemmrich (CSU) plädierten nachdrücklich für Tiefgaragen.

Was ist, wenn der Discounter doch nicht kommt?

Lemmrich schloss die Überlegung an, dass der Bau eines Discounters (wir berichteten) noch nicht zweifelsfrei feststehe. So könnte die Planung von vier Gebäuden für den Geschosswohnungsbau Folgen haben, die man eigentlich nicht wolle. Würde der Discounter nicht gebaut, könnte der Grundstückseigner ebenfalls Wohnblöcke errichten und dadurch das Ortsbild Meilings massiv verändern. Deshalb sollte man die Anordnung von Geschosswohnungen und Wohnhäusern umstellen – und anstatt eines vierten Wohnblocks ein Seniorenheim mit Kindergarten planen.

Der Befürchtung einer „Totalverdichtung“ mit Geschosswohnungsbauten widersprach sowohl Bürgermeister Schaber als auch der von der Gemeinde beauftragte Rechtsanwalt Klaus Hoffmann. Die Gemeinde habe immer die Möglichkeit zu reagieren und sogar einen Veränderungsstopp zu verfügen. Es sei die Gemeinde, die die Bebauung bestimme und nicht ein Investor.

Hans Gilg (Bürger für Rott) würde die großen Gebäude lieber entlang der Haager Straße sehen, auch als Lärmschutz. Und Hans Senega (CSU) befürchtete, dass die kleineren Häuser im Schatten der Geschosswohnungsbauten liegen könnten und deshalb versetzt werden müssten.

Gemeinde-Geschäftsführer Daniel Wendrock erläuterte: „Wir haben einen Bebauungsplan aufgestellt mit der Absicht, das Bauen grundsätzlich zu ermöglichen. Allerdings wird damit keinerlei Baurecht geschaffen und wir können uns parallel immer noch andere Planungsvarianten überlegen.“

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