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Neues Leben für ein Traditionshaus

Auf dem Dachboden fand Fred Schweiger (mit Frau Nicole) das alte Originalschild „Cafe Keller“. Jetzt wird es das Lokal „Graf Ladislaus“.  Bauer
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Auf dem Dachboden fand Fred Schweiger (mit Frau Nicole) das alte Originalschild „Cafe Keller“. Jetzt wird es das Lokal „Graf Ladislaus“. Bauer

Ein Haager Traditionshaus, das einstige „Cafe Keller“ an der Wasserburger Straße, soll nach langer Schließung und Renovierungsarbeiten mit neuem Leben erfüllt werden. Fred Schweiger öffnet am Freitag sein Lokal „Graf Ladislaus“.

Haag – Im frühen Haag des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Neuzeit wohnten in der Wasserburger Straße die Seifensieder, Metzger und Lebzelter. Neben dem „Hutterer“, dem Hutmacher, der noch im „Knittlberger“ aktuell ist, waren hier auch die Schäffler zuhause, die „Binderfamilien“ Bieder, Bartl und der „Kreilbinder“ Felix Schußmüller, von dem heute ein Nachkomme in den Reihen der Haager Schäffler tanzt.

Im letzten Haus (Larasser) vor dem später errichteten Gefängnis wohnte der „Gerichtsbot“. Gegenüber stand das kleine Felizenhaus. Hier wohnten 1782 Zimmermann Eder, der mit der Altdorferin Elisabeth Mayr verheiratet war, dann ein Maurer, ein Taglöhner aus Reichertsheim und ein Schreinermeister. Eine Magd vom „Grandl in Sandgrub“, heute „Hofcafé“, kaufte das Anwesen. Von ihr erwarb es eine Tochter des „Grandl“-Bauern aus Sandgrub: Maria Keller.

Sie hatte in Erding bereits als Bedienung gearbeitet, in der Münchener Straße mit ihrem Mann einen Stehausschank betrieben, um dann mit viel Fleiß ihren Traum vom eigenen Café zu verwirklichen – und es wurde für die 60er- und 70er-Jahre das berühmteste Tanzcafé weitum: „Cafe Keller“. Hier spielten die besten Bands, die einen bekannten Namen hatten, so die „Toxi-Band“ mit Erich Piszek. Hier traten die männlichen Gäste mit Krawatte an, die Damen im Kleid. Hier genoss man die Drinks an der Bar – der Renner waren lange „Kuss mit Liebe“, Eierlikör mit Himbeersirup – und die „Gickerl“ aus dem Grill von Maria Keller. Ihr Mann Schorsch verstand sich mit dem Publikum, und es verging selten eine Tanznacht, dass er nicht aufgefordert wurde, seinen Lieblingsschlager „Ganz Paris träumt von der Liebe“ zu singen.

Nachdem sich Maria Keller zur Ruhe gesetzt hatte, mutierte das Tanzcafé zum „Bierstüberl“. Pächter Bodo etablierte das erste Pilspub in Haag, das sich ebenfalls einen Namen machte und anfangs zum Magneten für ein weites Hinterland wurde. Roland Maurer, der spätere „Hofgarten“-Wirt übernahm in den 80er-Jahren und ließ beispielsweise zur Silvesterparty noch die Haager Feuerwehrband mit „Schnidi“, Jürgen Bachmeier, und Michael Thaler aufspielen.

Vorbei die Zeiten von Eierlikör und Ouzo

Dann gaben nach einigen Pächterwechseln, unter anderem mit der heutigen Wirtin des „Rosenberger Stüberls“, Mariele Winkler, griechische Klänge wie der Sirtaki den Rhythmus vor. Mit der „Akropolis“ eröffnete das erste griechische Lokal in Haag. Die Griechen waren bis 2014 Pächter, als die neue Besitzerfamilie Langenfeld zunächst die Wohnung und dann das Restaurant mit den Außenanlagen renovierte.

Vorbei sind die Zeiten mit Eierlikör und Ouzo, jetzt zapft Fred Schweiger „Schweiger-Bier“.

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