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Einweihung am 18. Mai

Neues Großklinikum in Wasserburg: Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen

Gewaltige Baumaßnahme aus der Luft betrachtet:: das neue Großklinikum in Wasserburg.Grün: Inn-Salzach-Klinikum, Rot: Romed.
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Gewaltige Baumaßnahme aus der Luft betrachtet:: das neue Großklinikum in Wasserburg.Grün: Inn-Salzach-Klinikum, Rot: Romed.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Ministerpräsident Dr. Markus Söder kommt am Mittwoch, 18. Mai, zur Einweihung des gemeinsamen Neubaus von Romed und Inn-Salzach-Klinikum. Wir haben uns auf der Großbaustelle umgeschaut – exklusive Einblicke in das größte Klinikbauvorhaben im Freistaat.

Wasserburg – Auf dem Hof verlegen Handwerker die letzten Pflastersteine, durch die Gänge eilt ein schwer beladener Dekorateur, um den Hals hat er mehrere Gardinen geschlungen. Im Eingang wird der Empfangstresen poliert. Hier steht Dr. Stefan Piehler und wirkt trotz des geschäftigen Treibens ganz entspannt. „Schlaflose Nächte? Nein, die habe ich nicht – noch nicht“, sagt der kaufmännische Leiter des kbo-Inn-Salzach-Klinikums schmunzelnd angesichts der Tatsache, dass am Mittwoch, 18. Mai, das neue Großklinikum in Wasserburg eingeweiht wird. Ehrengast: Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Hell aufgrund großer Glasflächen: das Zentrum im Eingangsbereich.

„Wir sind im Zeitplan“, sagen Piehler und Andreas Schreyer von der Bauleitung, die exklusive Einblicke in die Großbaustelle ermöglichen. Dazu empfangen sie an einem Ort mit großer Symbolkraft: in der lichtdurchfluteten gemeinsamen Eingangshalle von Inn-Salzach-Klinikum (ISK) und Romed-Klinik. Es ist der Ort, an dem die Synergien, die sich die beiden Kliniken von dem Neubau erwarten, am besten deutlich werden. Hier werden Patienten für die Romed-Klinik und das Inn-Salzach-Klinikum gleichermaßen aufgenommen. Das freut Piehler ganz besonders, denn für ihn ist dies ein weiterer Schritt hin zu mehr Akzeptanz von Menschen, die psychisch erkrankt sind. Solche Leiden sind nach wie vor oft ein Tabu, bedauert der ISK-Vertreter. Wer sich ein Bein bricht, bekomme Mitleid, wer unter Schizophrenie leidet, eher abfällige Blicke. Das sei leider noch immer oft so.

Dr. Stefan Piehler zeigt ein typisches Patientenzimmer im Inn-Salzach-Klinikum.

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Der Empfangsbereich: Hier wird St. Stefan Piehler am Mittwoch, 18. Mai, Ministerpräsident Dr. Markus Söder begrüßen.

Im neuen Wasserburger Großklinikum mit Baukosten von 250 Millionen Euro soll das anders werden – beim Miteinander von Patienten und ihren Besuchern im Foyer, in der Cafeteria, im Andachtsraum. Letzterer ist ein Schmuckstück des Gebäudekomplexes: Optisch spiegelt er – eingehüllt von viel buntem Glas – im Boden die Innschleife wider.

Eine Reminiszenz an die Innstadt, in der erstmals ein kleines somatisches Krankenhaus gemeinsam mit einer großen psychiatrischen Fachklinik baut . Für Bürgermeister Michael Kölbl ist das Vorhaben Garant für die Sicherung des Gesundheitsstandortes Wasserburg. Für Jahrzehnte seien die beiden Kliniken und damit auch der größte Arbeitgeber in Wasserburg, das ISK mit 1.700 Mitarbeitern, gesichert.

Gebäude schmiegen sich in den Hang

Der Gebäudekomplex, derzeit größtes Klinikneubauvorhaben im Freistaat, präsentiert sich auf der Baustelle im Wasserburger Stadtteil Gabersee trotz der gewaltigen Dimensionen eher zurückhaltend. Denn die Stockwerke der beiden Kliniken schmiegen sich in das hügelige Gelände, sind zum Teil in den Hang hineingeschoben worden. Dafür war ein gewaltiger Bodenaushub notwendig. Die Frage, wie das Material entsorgt werden soll, hatte beim Baustart im Jahr 2018 für große Diskussionen und Verzögerungen gesorgt – ebenso wie die Notwendigkeit, uralte Bäume zu verpflanzen. Das ausgebaggerte Erdreich wurde vor Ort wieder aufgebracht, ein kleiner neuer Park mit Wanderweg ist entstanden, freuen sich die Bauherren. Hier verläuft sogar ein Teil des Jakobsweges. Die Wasserburger haben das kleine neue Erholungsgebiet bereits gut angenommen, wie die vielen Spaziergänger beweisen.

Durch den Bau in Hanglage entstanden fünf Ebenen. Wer auf der einen Seite ebenerdig reingeht, schaut auf einer anderen von oben in die bereits angelegten Heilgärten mit Relaxliegen hinein. Auch die Innenhöfe sind schon bepflanzt.

Die neue Notaufnahme.

Architektur im Pavillonstil

Die Architektur des Neubaus nimmt den Pavillonstil des Inn-Salzach-Klinikums auf, das hier vor über 130 Jahren auf dem parkähnlichen Gelände entstand. An der Fassade, die durch einen besonderen Materialeffekt dreidimensional zu „leben“ scheint, zeigt nur die Farbe, welche Klinik zu sehen ist. Rot steht für Romed, Bauherr ist der Klinikverbund von Stadt und Landkreis, Grün symbolisiert ISK, Bauherr ist der Bezirk Oberbayern.

Das Inn-Salzach-Klinikum wird als erstes einziehen – mit vier Stationen, berichtet Piehler. Im Oktober folgt die Romed-Klini k. Das Altgebäude, nur wenige Fußminuten entfernt, wird später ebenso abgerissen wie die Neurologie auf dem Gelände des Inn-Salzach-Klinikums.

Blick in den Vorraum einer Station.

In den drei Operationssälen, auf den Stationen und Zimmern von Romed, das im Neubau die Angebote nach Angaben Christof Maaßen, kaufmännischer Leiter, von unter anderem durch ein Herzkatheter-Labor erweitern wird, findet derzeit der Feinschliff statt. Fast alle Zimmer sind fertiggestellt. Die Badezimmer wurden als fertige Module geliefert – quasi als Raum im Raum eingebaut. Im Inn-Salzach-Klinikum unterscheiden sich die Patientenzimmer etwas von jenen der Romed-Klinik. Es wird weniger Platz für technische Überwachungsgeräte benötigt, die Pflegefachkräfte müssen nicht von beiden Seiten an die Betten herantreten. Diese sind so angeordnet, dass sich psychiatrisch erkrankte Menschen zurückziehen können, wenn sie mögen, so Piehler. Trotzdem öffnen sich die Räume nach außen – unter anderem durch eine Fensterbank zum Sitzen.