AUS DEM STADTRAT

Neues Festival für neuen Heimatfilm

Peter Syr stellte das Konzept für die „Biennale Bavaria International“ vor.
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Peter Syr stellte das Konzept für die „Biennale Bavaria International“ vor.

Den neuen Heimatfilm gibt es schon lange. Das dazu passende Festival ist für 2019 geplant in Wasserburg und anderen Kommunen der Region. Weg vom roten Teppich, dorthin, wo die Filme spielen. Kulturmanager Peter Syr stellte das Projekt, die „Biennale Bavaria International“, jetzt im Stadtrat vor.

Wasserburg – „Die Zuschauer lieben diese Filme, es gibt großen Bedarf. Was es nicht gibt, ist ein g‘scheites Festival“, stellte Peter Syr fest. Der Kulturmanager aus Haag, der seit 1977 große kulturelle Projekte anstößt und organisiert, ist felsenfest davon überzeugt, dass es funktioniert, ein erfolgreiches Festival außerhalb der Metropolen mit ihren roten Teppichen zu veranstalten. In Wasserburg, Haag, Waldkraiburg, Mühldorf, Trostberg, Altötting und Burghausen, „Vielleicht auch in Traunstein, die haben sich noch nicht entschieden.“ Natürlich sei Wasserburg dabei, „hier gibt es das wohl beste Programmkino in Deutschland – ein perfekter Partner.“

Es sind Wettbewerbe in verschiedenen Kategorien geplant: Spielfilm/Fernsehfilm, Dokumentarfilm, fremde Heimat – Heimat in der Fremde, interreligiöser Film, Nachwuchsproduktionen, Retrospektiven und Heimat auf You Tube.

In jedem teilnehmenden Ort soll es einen eigenen Themenschwerpunkt geben. So brachte Altötting den interreligiösen Film ins Spiel. Aber alle Filme aus allen Kategorien laufen in allen Städten.

Nicht nur Filme aus dem deutschen Sprachraum

In den ersten Jahren mag der Großteil der Filme noch aus dem deutschsprachigen Raum sein, vermutet Syr, das soll aber nicht so bleiben. Denn nicht nur „Wer früher stirbt, ist länger tot“ oder „Die Siebtelbauern“ sind neue Heimatfilme, auch „Slumdog Millionaire“ oder „Brokeback Mountain“, das Phänomen sei international.

Natürlich stünden die Filme im Vordergrund, so Syr, es gehe ihm und seinen Mitstreitern – unter anderem Marie-Theres Kroetz-Relin, Lisa Fitz, Günther Knoblauch und Sissi Schätz – aber um mehr, um die Auseinandersetzung aller Kulturschaffenden mit Heimat. „Die Ultra rechten wollen den Heimatbegriff besetzen, da wollen wir gegenhalten“, so Syr.

Und was haben die Kommunen davon? „Das bestimmen sie selber“, verkündete Syr dem Stadtrat. Das Festival richte den Fokus auf Wasserburg, die Festivalteilnehmer brauchen Übernachtungsmöglichkeiten und wollen Essen gehen, das Programm sei etwa mit „neuer Heimatliteratur“, „neuem Volkstheater“ oder „neuer Volksmusik“ auszubauen.

Für die Entwicklung des Konzepts, das bis Ende April komplett stehen muss, gab es bereits 30 000 Euro Zuschuss vom Heimatministerium, der FilmFernsehFond Bayern hat Mittel zugesagt und die Organisatoren hätten von den teilnehmenden Kommunen gerne einen Euro pro Einwohner. Mühldorf und Haag haben ihrem Euro pro Einwohner bereits zugestimmt: Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss im Wasserburger Rathaus gestern Abend gab es eine längere Diskussion, hatten die Mitglieder etliche offene Fragen. Am Ende gab es zwei Gegenstimmen für den Zuschuss von 12 500 Euro (Diskussionspunkrt in der morgigen Ausgabe).

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