Neues Baugebiet in Kammer geplant

Die zentralen Gebäude im neuen Ameranger Baugebiet Kammer sollen den Funktionen Wohnen und Arbeiten, Generationenwohnen und Wohnen in Gemeinschaft im Reihenhaus zugeordnet sein. Graichen

Der Aufstellungsbeschluss fiel einstimmig: Nördlich von Kammer soll nach Willen des Ameranger Gemeinderats ein neues „Allgemeines Wohngebiet“ in der Größe von etwa 4,6 Hektar entstehen. Damit soll für die Bevölkerung angemessener Wohnraum in räumlicher Nähe zum Hauptort sichergestellt werden.

Von Inge Graichen

Amerang – Planer Maximilian Wüstinger vom Planungsbüro Wüstinger und Rickert aus Frasdorf stellte in der jüngsten Sitzung des Ameranger Gemeinderats den bereits erarbeiteten Bebauungsplanentwurf vor. Grundlage dafür hatte die Diskussion im Gremium vor einigen Wochen gebildet. In ihr hatten die Gemeinderäte das Anliegen zum Ausdruck gebracht, gemischte Strukturen mit unterschiedlichen Wohnformen zu schaffen, durch die auch soziale Aufgaben erfüllt werden, Einfamilienhäuser und größere Häuser mit mehreren Wohnungen unterschiedlicher Größe, mit Einbeziehung wohngebietsverträglichen Gewerbes.

Nur ein Teilgebiet für Einzelhäuser

Daher ist nur ein Teil des Gebietes für Einzelhäuser vorgesehen; im Zentrum sind drei große Gebäude geplant. Eins soll unterschiedlich große Wohnungen mit gewerblicher Nutzung in einem Teil des Erdgeschosses kombinieren, eins seniorengerechte Wohnungen bieten, aber auch anderen Generationen offenstehen und eins eine Reihenhausanlage beinhalten, in der die Bewohner separat wohnen, aber Gemeinschaftsflächen für unterschiedliche Funktionen zur gemeinsam nutzen. Für alle Bereiche sollen Parkplätze in einer zentralen Tiefgarage zur Verfügung stehen. Dem Ziel, eine Trabantensiedlung zu vermeiden und zu einem gewachsenen Wohngebiet und einer neuen Dorfgemeinschaft zu kommen, dient ein Dorfplatz bei den zentralen Gebäuden und eine Art Dorfanger, also eine Grünfläche für alle, auch als Treffpunkt.

Die Planung soll weiterentwickelt und konkretisiert werden

In Ergänzung hatten die Ameranger Gemeinderäte den Architekten Eik Kammerl aus Pfaffing beauftragt, detaillierte Vorschläge zu erarbeiten, wie die im Zentrum vorgesehenen größeren Gebäude gestaltet sein könnten. In der Sitzung präsentierte Kammerl seine Entwürfe ebenfalls, sodass sich Gemeinderäte und Zuhörer ein Bild davon hatten, wie wichtige Bereiche des neuen Wohngebiets aussehen könnten. Die Gemeinderäte waren sich einig, dass „die gute Planung“ weiterentwickelt und konkretisiert werden sollte und das Gremium weiter beschäftigen werde.

Diskussion über Umsetzung

Diskussionen gab es über die Umsetzung der konzeptionellen Vorstellungen. Bürgermeister Konrad Linner (GLA) sah die Möglichkeit, dass die Gemeinde selbst als Bauherr für ihre Fläche oder Teile davon auftritt, und verwies darauf, dass die Gemeinde Halfing bereits eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft gegründet habe. Doch sei es für ihn ebenso vorstellbar, mit einzelnen Investoren oder der Wasserburger Wohnungsbaugenossenschaft zusammenzuarbeiten.

Christian Staber (CSU) warnte davor, dass die Gemeinde als Bauherr und Hausverwaltung fungiert und fürchtete eine Überforderung der Gemeindeverwaltung. Man solle auf jeden Fall einen professionellen Partner suchen.

Info-Veranstaltung für die Öffentlichkeit am 11. August

Alex Mitter und Matthias Schmid, beide GLA, war es wichtig, dass die Gemeinde auf jeden Fall auch bei Kooperation mit Partnern die Einhaltung ihres Konzeptes gewährleisten könne.

Einig war sich das Gremium dann, dass die Frage der Umsetzung noch geklärt werden muss, und zwar möglichst bald.

Mit einer Info-Veranstaltung am Dienstag, 11. August, will das Gremium die Öffentlichkeit frühzeitig am Vorhaben beteiligen.

Mit einstimmigen Beschluss wurde auch die Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet.

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