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29 Wohnungen für Menschen mit Pflegebedarf

Neue Seniorenresidenz in Isen über dem Seniorenzentrum ab Ende 2024

Auf diesem Grundstück, aus Sicht der Müchener Straße, soll die Seniorenresidenz in Isen entstehen, allerdings müssen dazu noch Nebengebäude abgerissen werden.
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Auf diesem Grundstück, aus Sicht der Müchener Straße, soll die Seniorenresidenz in Isen entstehen, allerdings müssen dazu noch Nebengebäude abgerissen werden.

Wohnen mit Serviceleistungen soll in Isen ab Ende 2024 für Senioren möglich sein. Oberhalb des bestehenden Seniorenzentrums will die Haager Land Massiv GmbH eine Seniorenresidenz mit 29 Wohnungen errichten. Als Träger ist die Caritas vorgesehen.

Isen – Als Zwischenschritt von „nicht mehr ganz eigenständig wohnen wollen oder können und Seniorenheim“ bezeichnete Christopher Siemoneit, Projektleiter des Haager Unternehmens, das geplante Objekt bei der Vorstellung im Gemeinderat. Als Zielgruppe nannte er Senioren, „die den Wunsch nach Verkleinerung und/oder Verschönerung haben, aber in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen“.

Wahl des Pflegedienstes frei

Gedacht sei die Seniorenresidenz auch für Menschen, die leicht pflegebedürftig seien oder bei denen sich ein Pflegebedarf entwickle. Fester Bestandteil der Teilungserklärung oder des Mietvertrags sei deshalb ein Betreuungsvertrag. Denn obwohl „Betreutes Wohnen“ der falsche Begriff sei, würden in der Isener Seniorenresidenz Serviceleistungen angeboten, die über eine Pauschale abgegolten werden müssten. Zu ihnen zählen ein Servicebüro, das zu festen Öffnungszeiten Beratung, Unterstützung und Vermittlung anbietet.

Die Wahl eines eventuellen Pflegedienstanbieters stehe den Bewohnern dabei offen, zum festen Serviceangebot zähle die Installation eines Hausnotrufs. Alle Wohnungen sollen barrierefrei erreichbar und rollstuhlgerecht sein, die Flure ausreichend dimensioniert werden. Auch an einen komfortablen Zugang zu den Stellplätzen in den Tiefgaragen wurde gedacht, sie sollen über einen Autolift erreichbar sein.

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Planerisch sei die Seniorenresidenz, die durch eine Zufahrt zwischen den Anwesen Münchner Straße 30 und 32 zu erreichen sein wird, „eine sportliche Aufgabe“. Das 2000 Quadratmeter große Grundstück weise nämlich einen Höhenunterschied von sieben Metern auf. Während von der Münchner Straße aus lediglich Erd- und Obergeschoss zu sehen sein werden, sind es auf der West- und Südwestseite vier Geschosse. Dabei werden in den beiden Untergeschossen jeweils fünf Wohnungen nach Westen ausgerichtet.

Wie Architektin Miriam Büchner weiter erklärte, erfolgt der Zugang zu den Wohnungen über ein Treppenhaus und einen Aufzug. Alle Wohnungen seien mit Bad, Küchenzeile, Balkon oder Terrasse ausgestattet. Zudem gehöre zu den Wohnungen Kellerbox und Fahrradstellplatz. Wasch- und Trockenräume sollen gemeinsam genutzt werden. Ebenfalls zur gemeinsamen – möglicherweise auch externen – Nutzung soll ein Gemeinschaftsraum entstehen. Als Zuckerl sei geplant, dass die Steigung des Stolzgassls, eines Fußwegs zwischen Münchner und Kreuzstraße, mit dem hausinternen Aufzug überwunden werden kann.

„Wir befinden uns in den letzten Abstimmungen“, sagt Barbara Gaab, Geschäftsleiterin der Caritas Erding, zu der geplanten Trägerschaft der Isener Seniorenresidenz. Sollte die Caritas zum Zuge kommen, werde eine Angestellte der Caritas dafür sorgen, dass die Bewohner alle Hilfsangebote und Unterstützung bekommen, um selbstständig wohnen zu können.

Doch die Caritas werde nicht nur als Vermittler von Service auftreten. „Wir sind auch für das Leben im Haus zuständig“. Darunter versteht Gaab soziale, kulturelle und sportliche Angebote. Durch eine Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe könne ein Seniorentreff entstehen, zu dem auch Nichtbewohner Zugang haben sollen. „Man könnte sich auch vorstellen, dass der Sportverein dort Seniorensport anbietet.“

Als Vorteil des Service-Wohnens nennt Gaab, „dass die Menschen durch die super Anbindung an Hilfsmöglichkeiten deutlich länger selbstbestimmt wohnen können als zuhause“. Wenn der Pflegeaufwand zu groß werde, stehe allerdings der Umzug ins Seniorenheim an.

Obwohl man bereits im Herbst 2022 mit dem Verkauf der Wohnungen beginnen will, konnte Siemoneit noch nichts zu deren Preis sagen. Dass hier „Luxuswohnungen für Senioren entstehen, die sich abschotten“ könnten, befürchtete Lorenz Liebl (Mittbachliste). „Unsere Firma ist dafür bekannt, kein Abzocker zu sein“, gab Siemoneit Entwarnung. „Wir sind nicht in den großen Summen, bei keiner halben Million, es sollte finanzierbar sein“. Zudem richte sich das Angebot in erster Linie an Isener Bürger.

Hibler: „Lücke wird geschlossen“

Positiv beurteilte Bürgermeisterin Irmgard Hibler (FW) das Projekt. „Hier wird eine Lücke geschlossen“, sagte sie. Sie hatte auch keine Befürchtungen, dass man sich die Wohnungen nicht leisten könne.

Was denn sei, wenn eine Wohnung vererbt werde, wollte Florian Geiger (Grüne) wissen. Der Enkel könne nicht einziehen, da die Wohnungen nur von Senioren bezogen werden dürfen, sagte Siemoneit.

Sollten nicht alle Wohnungen verkauft werden können, wird man in die Vermietung, eventuell auch an Familien, gehen. Die Firma plant eine Informationsveranstaltung für interessierte Isener Bürger, ein Termin steht noch nicht fest.

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