Bericht zum aktuellen Stand

Neue Rotter Schule wird barrierefrei: Nur wie?

Über den barrierefreien Zugang im Schulneubau in Rott wurde im Gemeinderat diskutiert. Hier ist eine Form der möglichen Rampe abgebildet.
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Über den barrierefreien Zugang im Schulneubau in Rott wurde im Gemeinderat diskutiert. Hier ist eine Form der möglichen Rampe abgebildet.

Dass ein Schulneubau heutzutage barrierefrei geplant wird, ist eine Selbstverständlichkeit. Doch es ist oft gar nicht so einfach, wie das Beispiel Rott zeigt.

Rott – Über den aktuellen Stand des Schulneubaus in Rott berichteten in der jüngsten Gemeinderatssitzung Marie Rebotzke und Bernhard Putzhammer von den Architektenbüros „Putzhammer + Meier“. Es gab eine erfreuliche Nachricht: Eventuell wird das Vorhaben etwas günstiger als gedacht.

Viele günstige Angebote

Nach dem Abschluss der dritten Vergabestufe könnte es sein, dass der Neubau nur 17,9 Millionen statt der geplanten 18,6 Millionen Euro kosten wird. Wie Bernhard Putzhammer erläuterte, hätten sich viele Firmen mit günstigen Geboten beteiligt. Doch er warnte vor zu großer Vorfreude, es müssten noch rund 35 Prozent aller Gewerke vergeben werden.

Einen wichtigen Punkt brachte Marie Rebotzke zur Sprache: einen barrieregerechten Zugang zum Pausenhof. Vom Ausgang der Pausenhalle ist der Pausenhof im Freien um 1,35 Meter tiefer gelegen. Für viele Schuler sind dies ein paar Stufen auf einer Treppe, nur was macht zum Beispiel ein Kind im Rollstuhl? Hier bietet sich entweder eine Hebebühne, eine Rampe oder eine Umfahrung des Gebäudes im Süden an.

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Eine Hebebühne wäre platzsparend und könnte an zentraler Lage angebracht werden. Sie stünde auch für Transporte zur Verfügung. Eine Hebebühne hätte aber den Nachteil, dass sie regelmäßig gewartet werden müsste. Sie sei zudem langsam und müsste optisch ansprechend integriert werden.

Rampe oder Hebebühne?

Eine behindertengerechte Rampe dürfte nur einen Neigungswinkel von sechs Zentimetern auf einen Meter haben, berichteten die Planer. Damit würde die Rampe mit acht Metern sehr lang werden. Ab dem sechsten Meter müsste eine Plattform eingefügt werden. Zudem seien für eine Rampe ein rutschfester Belag, Geländer und Radabweiser vorgeschrieben. Die Rampe wäre allerdings ein optisch ansprechendes gestalterisches Element und könnte in einer eckigen oder geschwungen S-Form oder in einem Zick-Zack-Kurs errichtet werden. Sie hätte aber den Nachteil, dass der Zugang zu dieser Rampe von den Räumen des geplanten Kinderhortes erfolgen müsste.

Die dritte Möglichkeit, dass rollstuhlfahrende Schüler beim vorderen Ausgang hinausfahren und das Gebäude im Süden umrunden müssten, damit sie in die Pausenhalle kommen, wurde schnell verworfen. Dafür seien die Pausenzeiten zu kurz.

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Die Kosten für eine Rampe kämen auf rund 40.000, der Hebelift wäre mit 35.000 Euro ein wenig günstiger. Der Gemeinderat hatte die Aufgabe, zu bestimmen, was gemacht werden solle.

Josef Kirchlechner (BfR) warnte vor Hebebühnen, sie seien zu anfällig. Erstaunt zeigte sich Carola Kahles (RF), warum die Frage jetzt erst auftauche, das hätte doch schon längst geklärt werden können. Franz Ametsbichler (CSU) lehnt eine Rampe ab, sie brauche zu viel Platz. Max Zangerl (BfR) wollte die Schulleitung gefragt wissen. Marie-Luise Saller (CSU) bevorzuge die Rampe, sie könne eigenständig genutzt werden. Bei einer Hebeanlage müsse das Kind warten, bis der Hausmeister den Aufzug aktiviere.

Gespräch mit der Schulleitung

Hans Gilg (BfR) ist ebenfalls für die Rampe, denn ein Schlüssel für die Hebeanlage werde sicherlich öfter vergessen oder verlegt. Bürgermeister Daniel Wendrock (parteilos) erklärte, er wäre auch für eine Rampe gewesen, aber es sei ungünstig, diese vom geplanten Kinderhort aus zu betreten. Schließlich war sich der Gemeinderat einstimmig einig, das Gespräch mit der Schule zu suchen.

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