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STADTRAT WASSERBURG

Neue Energie für den Energiedialog – Klimaziele Wasserburgs sollen angepasst werden

Mehr Photovoltaikanlagen auf den Dächern Wasserburgs, das ist eine Idee des Energiedialogs, der sich neu aufstellen möchte.
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Mehr Photovoltaikanlagen auf den Dächern Wasserburgs, das ist eine Idee des Energiedialogs, der sich neu aufstellen möchte.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Neuer Schwung für den Energiedialog Wasserburg. Das ist der Plan, den Klimaschutzmanager Josef Allio verfolgt. Eine Neuaufstellung soll helfen, die Rolle des Energiedialogs zu schärfen, die Kommunikation zu verbessern und neue Ideen einzubringen. Am heutigen Donnerstag diskutiert der Stadtrat.

Wasserburg – Für Allio geht es dabei vor allem um neue Ideen und um mehr Möglichkeiten der Vorhabengestaltung. „In den vergangenen Jahren sind die Projekte abgeflaut“, erklärt Allio. Anfangs seien noch einige Ideen, wie der Recup-Becher umgesetzt worden, doch mit der Zeit sei dies eingeschlafen. Einige andere Projekte, wie Photovoltaikanlagen auf Wasserburger Gebäuden zu installieren, seien aus den unterschiedlichsten Gründen gescheitert. Unter anderem das Alter der vielen denkmalgeschützen Gebäude in und um Wasserburg sei schuld. „Viele können für die Anlagen nicht genutzt werden.“

Bündnis wünscht sich 50.000 Euro jährlich

Von der Neuaufstellung erhofft sich Allio deshalb mehr Möglichkeiten Experten, von außerhalb einzubinden, die dem Bündnis beratend zur Seite stehen. „Wir haben die Idee, eine Studie zu den Dach- und Baugegebenheiten in den städtischen Liegenschaften durchführen“, erklärt Allio, „damit können wir feststellen, welche Gebäude eine Photovoltaikanlage bekommen können.“

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Die Beschlussvorlage, die am heutigen Donnerstag im Stadtrat diskutiert wird, enthält auch deshalb ein finanzielles Budget von 50.000 Euro jährlich.

Aber auch die Kommunikation mit den Gremien Wasserburgs soll verbessert werden. „Durch die Neuaufstellung hoffen wir, mehr in die Entscheidungsprozesse der Stadt eingebunden zu werden.“ Dies sei zwar auch in der Vergangenheit geschehen, doch die Lücken in der Kommunikation sollen geschlossen werden. Allio hofft in Zukunft Zugang zu den Beschlussvorlagen aller Gremien, zu erhalten. „Dann können wir bereits von Anfang an beratend zur Seite stehen.“ Bei Punkten wie dem Fuhrpark werde gerade daran gearbeitet, wie der Informationsfluss aussehen könne.

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Auch die Klimaziele der Stadt Wasserburg sollen angepasst werden, als Vorlage dienen hier die Sektorziele der Bundesregierung. „Das bedeutet, wir wollen treibhausgasneutral bis spätestens 2050 sein.“

Bisher war das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren – mit dem Zwischenziel sie bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. Dieses Ziel hat die Stadt Wasserburg verfehlt, wie Allio zugibt. „Genauso wie die Bundesregierung.“ Um wie viel sei weiterhin unklar. „Wir müssen einen neuen Ist-Stand aufnehmen“, erklärt Allio, denn die meisten Daten stammten aus den 1990er Jahren. Auch diese neue Bestandsaufnahme stehe in der Beschlussvorlage.

Zusammenarbeit mit Industrie positiv

Um die neuen Klimaziele zu erreichen, will der Energiedialog einen Evaluationszyklus einführen. Dies sei vor allem wichtig für die Firmen in der Wasserburger Umgebung. „Es ist weiterhin so, dass Industrie und Gewerbe in Wasserburg der größte Energieverbraucher sind“, so Allio. Knappe neunzig Prozent der Wasserburger Energie würden hier verbraucht. Die Zusammenarbeit mit den Firmen sei deshalb sehr wichtig. Allio ist optimistisch: „Unsere Firmen sind sehr offen dafür und auch sehr interessiert.“

Die bisherige Kritik am Energiedialog – dass kein Dialog stattfinde und nichts vorangehe – kann Allio verstehen. „Sie war durchaus berechtigt.“ Mit dem Verein „Rio konkret“, einem der größten Kritiker, und der Gemeinwohlökonomie möchte Allio in Zukunft mehr zusammenarbeiten. „Wir haben zwei ständige Mitglieder von Rio konkret“, sagt Allio. Auch sie bringen neue Ideen ein. Mit der Neuaufstellung sollen es noch mehr werden.

Die Sektorziele der Bundesregierung

Die neuen Klimaziele der Stadt Wasserburg sollen sich an den Sektorzielen der Bundesregierung orientieren. Bei den Sektoren handelt es sich laut Informationen des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz um die fünf Handlungsfelder Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft.

Von zentraler Bedeutung sei dabei der Umbau der Energiewirtschaft. Erneuerbare Energien sollen weiter ausgebaut werden und fossile Energien reduziert werden. Dadurch sollen im Bereich Energiewirtschaft die Emissionen bis 2030 um 61 bis 62 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Im Bereich Industrie sollen die Emissionen um 49 bis 51 Prozent verringert werden. Dabei sollen die unter anderem bestehender Abwärmepotenziale genutzt werden.

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Im Gebäudebereich setzt der Bund auf den Bau von besonders langlebigen Gebäude, auf eine langfristige Sanierungsstrategie und die Abkehr von fossilen Heizungssystemen. So soll in diesem Sektor bis 2030 eine Minderung von 66 bis 67 Prozent der Emissionen erreicht werden. Im Verkehrsbereich ist eine Reduzierung der Emission um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 geplant. Dabei sollen die Emissionen von Pkw, leichten und schweren Nutzfahrzeugen miteinbezogen werden.

Aber auch alternative Antriebsmöglichkeiten wie der öffentliche Personenverkehr spielen eine Rolle. Im Sektor Landwirtschaft sollen unter anderem Lachgasemissionen aus Überdüngung reduziert werden, sodass eine Minderung der Emissionen in Hohe von 31 bis 34 Prozent erreicht werden kann.

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