Neubaugebiet Kammer soll Nahwärmeversorgung bekommen

Heizzentrale der MW Biomasse AG für die Nahwärmeversorgung in Frasdorf, die seit 2009 unter anderem Rathaus und Bauhof mit Wärme versorgt.
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Heizzentrale der MW Biomasse AG für die Nahwärmeversorgung in Frasdorf, die seit 2009 unter anderem Rathaus und Bauhof mit Wärme versorgt.

Amerang –. Der Gemeinderat Amerang sieht es als sinnvoll an, für das bei Kammer vorgesehene Neubaugebiet eine zentrale Nahwärmeversorgung für alle Gebäude zu installieren.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Vorplanung und der Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros Kas und Maier aus Halfing erteilte das Gremium einstimmig den Auftrag zur Konkretisierung der Planung.

Die Gemeinderatsmitglieder orientierten sich dabei an den Empfehlungen der Ingenieure, einen Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 400 Kilowatt und einen Heizölkessel mit 200 Kilowatt für Spitzenlastzeiten zu verwenden, da so die Investitionskosten der Gesamtanlage am wirtschaftlichsten genutzt werden könnten. Auch die Anregung, die Heizzentrale mit kleinerem Grundriss und unterkellert zu bauen, wurde vom Gemeinderat aufgegriffen. Es sind zwar so die Möglichkeiten zur Lagerhaltung des Brennstoffs begrenzt und damit die Möglichkeiten auf Preisschwankungen zu reagieren, die Baukosten jedoch werden dadurch niedriger. Vor allem aber fügt sich die Anlage so besser in das Baugebiet und die Umgebung ein, zeigten sich die Mitglieder überzeugt.

Anlage bekommtkleineren Grundriss

Zunächst hatte Franz Maier vom Ingenieurbüro die Konzeption für das Projekt und die Wirtschaftlichkeitsberechnung gegenüber der Errichtung von Einzelheizungsanlagen in den Gebäuden im Plangebiet vorgestellt. Die Berechnungen gingen von einer beheizten Fläche von 16 400 Quadratmetern, einem Wärmeenergiebedarf von gut 1600 Megawattstunden und einer benötigten Heizleistung von gut 600 Kilowatt aus.

Die geschätzten Investitionskosten in Heizzentrale und Wärmeversorgungsnetz wären mit prognostizierten 1,4 Millionen Euro bei der empfohlenen Anlagenvariante etwas höher als bei Einzelheizungen – hier geht die Kostenberechnung von 1,15 Millionen Euro für Wärmepumpenheizungen mit thermischen Solaranlagen kombiniert aus. Durch die niedrigeren Verbrauchskosten sei die Nahwärmeversorgung – über einen größeren Zeitraum gesehen – aus heutiger Sicht aber wirtschaftlicher. Dazu kämen die positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz und die regionale Wertschöpfung durch den Verbrauch in der Heimat erzeugter Hackschnitzel, ergänzte Maier. Mit der Entwurfsplanung kann nun eine noch genauere Verbrauchsprognose entwickelt und die Anlage optimal ausgelegt werden. Außerdem muss vom Gemeinderat noch geklärt werden, ob die Kommune die Anlage selbst erstellt und wie die Betriebsform aussehen soll. igr

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