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Das netteste und friedlichste Fest

OVB
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Gaumenfreuden aus verschiedenen Ländern.

Wasserburg - Das Nationenfest am Samstag besuchten wohl so viele Gäste wie nie zuvor und verwandelten die Altstadt damit wieder in ein buntes und friedliches Zentrum des kulturellen Austausches. **Fotos und Video auf rosenheim24.de**

Weltmusik, kulinarische Gaumenfreuden, Tanzeinlagen und traumhaftes Sommerwetter: Bereits zur Eröffnung des 18. Nationenfestes am Nachmittag streiften viele Besucher durch die Gassen und ließen sich verzaubern von der ganz besonderen Atmosphäre mit köstlichen Gerüchen zusammen mit den unterschiedlichsten musikalischen Darbietungen und der Altstadtkulisse. Knapp 40 Stände boten Informationen und Aktionen, oder luden ein, sich für liebevoll zubereitete Speisen und Getränke aus aller Welt zu begeistern. Bauchtanzgruppen, Kindertanz und feuriger Flamenco ließen die Herzen großer und kleiner Besucher höherschlagen.

Fotos und Video auf rosenheim24.de

"Wir werden in diesem Jahr erwachsen", freuten sich Philipp Bachmann und Hermann Pröbstl vom Veranstalter Rio Konkret und zeigten sich stolz darüber, dass es wieder gelungen war, tolle Künstler, mitunter schon zum wiederholten Male, nach Wasserburg zu locken. So gewährte der bekannte Dichter und Fotograf Rainer Thielmann mit Lesungen aus seinem Buch "Indien von innen" spannende kulturelle Einblicke und eine tschechische Dudelsackkapelle aus Ledce hatte extra angefragt, erneut in Wasserburg spielen zu dürfen. Im "Café Marrakesch" lockte eine Gewürzküche und nur wenige Meter gegenüber konnten Reisgerichte und schöne Seidentücher aus Ghana erworben werden. Und so mancher ausländische Gast war hellauf begeistert von bayerisch-deftigen Schmankerln.

Gaumenfreuden aus verschiedenen Ländern.

Für heiße Samba-Rhythmen an einem sommerlich-heißen Tag sorgte die Mühldorfer Trommlergruppe "Encontro". Große Aufmerksamkeit erzeugte auch ein bunter Container in der Herrengasse, der Neugierigen ein "Fluchtweg-Labyrinth" versprach. Dahinter verbarg sich eine eindrucksvolle Ausstellung zum Thema Flucht und Asyl, in welcher man über Kopfhörer als aktiver Teilnehmer in die zum Teil beklemmende Rolle eines Flüchtlings versetzt wurde und verschiedene Stationen durchlief. Ein Quiz zum Thema Integration mit Gewinnspiel sowie einen Einbürgerungstest boten die Stände der vertretenen Wasserburger Parteien.

Die "Künstlermeile" in der Färbergasse hingegen bot als Kontrast unterschiedlichste Exponate unter freiem Himmel. Eine riesige Weltzeituhr aus Holz ermöglichte es, die aktuellen Uhrzeiten aller der mehr als 60 in Wasserburg vertretenen Nationen abzulesen. Doch auch moderne Skulpturen, Bildhauerei oder riesige Metallkugeln vermochten zu faszinieren. Der Österreicher Josef Thaler zeigte aus Massivholz hergestellte Stühle und verarbeitete vor den Augen der Besucher Holz zu kleinen Vasen und Tellern. "Das Tolle an Wasserburg ist, dass eben nicht nur viel für Künstler getan wird, sondern auf dem Fest heute alle zusammenkommen und feiern können", freute er sich.

Tänze aus aller Welt.

So waren es eben genau die vielen Gegensätze, eingebettet in die fröhliche Atmosphäre, welche für die einhellige Meinung sorgten, dass das Nationenfest "jedes Jahr das mit Abstand netteste und friedlichste Fest in Wasserburg" sei. Und wer kein Anhänger von finnischem Rentierschinken und Elchsalami war, der reihte sich beispielsweise ein in die lange Schlange vor dem türkischen Stand und ließ sich beim Warten auf den begehrten Döner von Antonio Vega und seinen wunderschönen Klängen auf verschiedenen Panflöten in den Bann ziehen. Den in München lebenden, gebürtigen Ecuadorianer "erfüllt es immer mit großer Freude", wenn den Menschen seine Musik gefalle, erzählte er, und möchte im nächsten Jahr unbedingt wieder nach Wasserburg kommen.

Bethi und Bruno Baumgartner organisieren zusammen mit der Unterstützung ihrer Nachbarin Gabi Aldenhoff schon seit vielen Jahren einen brasilianischen Stand mit allerlei köstlichen Spezialitäten. In zum Teil stundenlanger Arbeit wurden wieder Maiskuchen gebacken, typisch brasilianische Pralinen angefertigt und "Coixinha", ein mit Hähnchen gefüllter Teig, vorbereitet. Bethi lebt schon seit mehr als drei Jahrzehnten in Deutschland, kam schließlich vor 20 Jahren nach Wasserburg und verliebte sich sofort in das kleine Städtchen am Inn. Besonders gefragt an ihrem Stand waren die leckeren Maiskolben und, wer sollte es den Besuchern angesichts der hochsommerlichen Temperaturen verdenken, nach brasilianischem Originalkonzept zubereiteter Caipirinha. Und so wie Bethi Baumgartner, die mehrmals Nachschub heranschaffte und am späten Abend aufgrund des Besucheransturms dennoch restlos ausverkauft war, ging es auch vielen anderen Ausstellern und Verkäufern.

Erstmals beim Nationenfest übernahm Bernhard Brosig die Moderation einer Podiumsdiskussion zum Thema Kommunalpolitik und Integration, bei der mehrere Wasserburger Stadträte über bisherige Erfahrungen und künftige Herausforderungen diskutierten. Eine ganz besondere Aktion hatte sich der Rotary Club einfallen lassen und verloste gegen Spenden für ein globales Projekt gegen Kinderlähmung bei Alt und Jung begehrte Rundfahrten in Fahrradtaxis.

Zum Abschluss des Tages sorgten "Laye Mansa & Sunugal" mit eingängigen afrikanischen Rhythmen in der Frauengasse für einen ruhigen und die "Rubber Soul Connection" mit bekannten Klassikern aus der Pop- und Rockmusik in der Hofstatt für einen beschwingten Ausklang eines rundum gelungenen, multikulturellen Festes, das übrigens erstmals seit Jahren endlich wieder einmal von Regen verschont bliebt. "Und das haben wir uns ja wirklich auch mal verdient!", waren sich Veranstalter und Gäste alle einig.

reg/Wasserburger Zeitung

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