bürgerversammlung Albaching

„Nerven ohne Ende gekostet“

Bürgermeister Franz Sanftl während seines Vortrags auf der Bürgerversammlung.  günster
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Bürgermeister Franz Sanftl während seines Vortrags auf der Bürgerversammlung. günster

Recht gut besucht war die Albachinger Bürgerversammlung, die kürzlich im Gasthaus in Kalteneck stattfand. Jede Menge Statistiken, Zahlen, Fakten und Fotos präsentierten Bürgermeister Franz Sanftl und Kämmerer Bernhard Koblechner den Besuchern.

Albaching – Bei seinem Rückblick auf das vergangene Jahr berichtete der Bürgermeister unter anderem über die Erweiterung des Gewerbegebiets Oberdieberg, den Flurwegebau, die Erweiterung der Kläranlage, mit deren Bau im Oktober begonnen worden sei, sowie die Setzung der Fundamente für die Friedhofserweiterung. Im Kinderhaus sei eine zweite Krippengruppe eingerichtet worden, und der Bürgersaal sei fertiggestellt worden. Letzterer habe „Nerven ohne Ende gekostet“, bekannte Sanftl. Lange habe man überlegt, ob man eine Galerie einbauen solle, und dann sei auch noch der Statiker schwer erkrankt und schließlich verstorben.

Verbesserung der Sicherheit auf Spielplatz

Bezüglich des Spielplatzes am Waldweg gab er bekannt, dass man die Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für die Kinder nach Abschluss der Baustelle „Barth“ in Angriff nehmen werde. Zur Mitwirkung am Energiekonzept forderte Bürgermeister Sanftl die Bürger ebenso auf, wie die ins Leben gerufene Bürgerhilfe in Anspruch zu nehmen. Diese „ist mir schon ein Anliegen“, bekannte er und präsentierte eine Helferliste, in der so ziemlich alle angebotenen Hilfsleistungen von der „Baumpflege“ bis hin zum „Vorlesen“ enthalten waren.

Vier Syrer und drei Nigerianer leben derzeit schon in Albaching, berichtete Franz Sanftl zum Thema „Flüchtlinge“. 34 Asylsuchende müssten in diesem Jahr noch in der Gemeinde untergebracht werden, 60 voraussichtlich im nächsten. Wohnungen würden nach wie vor dringend gesucht, sie seien auch aus Integrationsgründen der Unterbringung in Containern vorzuziehen, so der Bürgermeister.

„Baubeginn 2016? „Nein“ hieß es zur Gestaltung des Dorfplatzes. „2017 wäre schon recht“, meinte Sanftl dazu, aber auch das sei nicht sicher. Für die Umgehung seien die vorbereitenden Planungen abgeschlossen, Baubeginn könnte Ende 2017 sein, berichtete er weiter. Als „durchaus anspruchsvoll“, aber auch „als Stärkung für den Gemeindebereich, wenn wir das hinbringen“ nannte er die 50 Megabit pro Sekunde beim Breitbandausbau. Die größeren Maßnahmen der Flurneuordnung seien bereits fertig, nun stünden hauptsächlich sogenannte Landschaftspflegemaßnahmen an, wie Regenrückhaltebecken und die Gestaltung des Stettner Mühlbachs. Eine Zukunftsreserve von 600 Einwohnerwerten schaffe man sich mit der Erweiterung der Kläranlage. Zuschüsse hierfür gebe es nicht, an den 1,9 Millionen Euro Baukosten sei Albaching mit etwa 55 Prozent beteiligt, so Sanftl. Zudem soll weiteres Bauland für Einheimische geschaffen werden.

Die Grundsteuer A sei im Vergleich zu den Vorjahren etwa gleich geblieben, ziemlich erfreulich hingegen sei die Entwicklung bei der Gewerbesteuer, die von rund 258 400 Euro im Jahr 2011 auf etwa 400 000 Euro in 2015 gestiegen sei, berichtete Kämmerer Bernhard Koblechner in seinem Vortrag. Keine Schulden und Rücklagen von voraussichtlich gut drei Millionen Euro zu Beginn dieses Jahres war ein weiteres erfreuliches Resümee des Kämmerers. Anders sehe es hingegen beim Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffing (VG) aus, in der Albaching Mitglied ist: Alleine für die Wasserversorgung müsse sie 643 000 Euro an Darlehen aufnehmen, so Koblechner. Der Schuldenstand belief sich zu Anfang dieses Jahres auf rund 904 100 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 159 Euro entspricht. Voraussichtlich dürfte diese bis Ende dieses Jahres sogar noch ansteigen auf rund 260 Euro. Erfreulich sei, dass die Wasserverlustquote in der VG deutlich gesenkt werden konnte, so Koblechner.

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