Naturschützer warnen: „DK-1-Deponie bei Babensham wäre gewaltiger Eingriff in die Natur“

Die abgesperrte Kiesgrube zwischen Wasserburg und Babensham.
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Die abgesperrte Kiesgrube zwischen Wasserburg und Babensham.
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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Fest steht: Der Gemeinderat Babensham hat sich verpflichtet, alles zu tun, um die Deponie, in der auch asbesthaltige Stoffe eingelagert werden könnten, zu verhindern. Auch der Bund Naturschutz Wasserburg und Bürgerinitiative Wasserburger Land gehen auf die Barrikaden.

Babensham/Wasserburg – Es ist ein schon seit vielen Jahren ein schwelendes und jetzt wieder neu aufgeflammtes Thema: Es geht um die Frage, wie sich die Gemeinde Babensham dem Vorhaben der Firma Zosseder zum Bau einer Deponie am Innhochufer zwischen Wasserburg und Babensham entgegenstellen soll. Der Bund Naturschutz Wasserburg und die Bürgerinitiative Wasserburger Land machen in einem Schreiben an unsere Zeitung darauf aufmerksam, dass die Planfeststellungsunterlagen zur Genehmigung einer DK-1-Deponie bei der Regierung von Oberbayern zur Entscheidung vorlägen.

DK-1-Abfälle klassifiziert

„Sowohl die Gemeinde Babensham als auch die Stadt Wasserburg sind sich einig, diese problematische Deponie ihren Bürgern ersparen zu wollen“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: „Wir alle hoffen auf einen negativen Planfeststellungsbeschluss, damit dieser gewaltige neue Eingriff in Natur und Landschaft endlich vom Tisch ist. Gerade auch deshalb, weil in Oberbayern keine Entsorgungslücke für DK-1-Abfälle besteht.“

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Die Abkürzung DK steht für Deponieklasse. Unter die Stufe eins fallen laut Wikipedia nicht gefährliche Abfälle, „die einen sehr geringen organischen Anteil enthalten und bei denen eine sehr geringe Schadstofffreisetzung im Auslaugversuch stattfindet“. Genannt werden in dem Eintrag Haus- und Gewerbemüll, Industrieabfälle sowie Einlagerungsstoffe ohne besonderen Überwachungsbedarf. Nach Informationen unserer Zeitung sind darunter aber auch asbesthaltige Stoffe.

„Jetzt über mögliche Zufahrten zur DK-1-Deponie öffentlich in politischen Gremien zu diskutieren oder gar Empfehlungen auszusprechen, wie jüngst im Gemeinderat Babensham passiert, ist gefährlich und alles andere als entscheidungsdienlich in einem laufenden Verfahren“, heißt es in der Mitteilung weiter. Unterschrieben ist sie von Max Finster, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Wasserburg und Roger Diller, Vorsitzender Bürgerinitiative Wasserburger Land.

Sie warnen in diesem Zusammenhang vor einer Rodung für einen neuen Parkplatz etwas weiter östlich der Innbrücke an der B304. Mit diesem Parkplatz könnte sich die Firma Zosseder einen Zugang zur Deponie verschaffen. „Der zehn Meter breite Waldstreifen ist wunderschön, denn er ist sehr reich an Laubbäumen. Vor allem aber bietet er den einzig noch vorhandenen Sichtschutz auf die brachliegende, öde und immer noch nicht aufgeforstete Kiesgrubenfläche. Dieser Sichtschutzstreifen darf nicht fallen! Hier bauen wir auch ganz fest auf die Unterstützung durch unseren Landrat.“

„Scheinargumente nicht gelten lassen“

Die Argumente wie Entschärfung einer gefährlichen Verkehrssituation oder ein dringender Bedarf an Parkplätzen seien Scheinargumente und dienten allein dem Privatwohl des Vorhabensträgers. Der Babenshamer Bürgermeister Sepp Huber hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Verlegung des Parkplatzes Richtung Osten befürwortet, weil er sich dadurch eine erhöhte Verkehrsicherheit verspricht.

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