Zertifikat erhalten

Naturgarten in Punzenpoint von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ausgezeichnet

Auf ihrem Ruhebankerl präsentiert Brigitte Früchtl stolz ihre Urkunde und das Zertifizierungstaferl „Naturgarten“. Unterforsthuber
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Auf ihrem Ruhebankerl präsentiert Brigitte Früchtl stolz ihre Urkunde und das Zertifizierungstaferl „Naturgarten“. Unterforsthuber
  • vonJosef Unterforsthuber
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Bunte Vielfalt mit Auszeichnung belohnt: Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat den Naturgarten der Familie Früchtl in Punzenpoint zertifiziert.

St. Leonhard am Buchat – Brigitte Rüchtl ist sichtlich stolz, und sie hat allen Grund dafür: Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat ihren Garten, den sie zusammen mit ihrem Mann Reinhard auf ihrem Anwesen in Punzenpoint hegt und pflegt, mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Mit der Gestaltung ihres Gartens haben sie die Kritierien der Ausschreibung „Gartenzertifizierung Bayern blüht – Naturgarten“ erfüllt, einer Initiative der Landsanstalt mit Gartenbauverbänden in Bayern.

„Wo Natur im Garten ist, da fühlt sich der Mensch so richtig wohl. Der Garten ist ein Ort der Erholung und Entschleunigung. Ein Naturgarten fordert eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich“, heißt es in der Beschreibung der Landesanstalt.

Auch ein Naturgarten muss gepflegt werden

„Auch ein Naturgarten will gepflegt sein. Naturgarten bedeutet nicht, der Wildnis freien Lauf zu lassen, sondern meint, das bewusste Gestalten im Einklang mit der Natur“, zitiert Brigitte Früchtl auf ihrem Ruhebankerl am Rand des naturnahen Gartens weiter aus den Anforderungen der Ausschreibung.

Die beiden Prüfer Harald Lorenz und Roman Pröll vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege, Rosenheim hätten sich beim Prüfungstermin aber schnell von ihrem Konzept überzeugt gezeigt, freute sich die langjährige Vorsitzende des Gartenbauvereins St. Leonhard im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung.

Die Urkunde und das Taferl „Naturnaher Garten“ konnten allerdings Corona bedingt nicht bei einem Festakt überreicht werden, sondern wurden per Post an die Früchtls zugestellt.

Walnussbaum der Gartenmittelpunkt

Mittelpunkt ihres Naturgartens ist ein 60-jähriger Walnussbaum. „Dieser beliebte Schattenspender wurde von der Oma bei ihrer Einheirat gepflanzt“, erzählt die Gartenspezialistin. Im Garten zählt sie zahlreiche Apfel-, Kirsch- und Zwetschgenbäume sowie Beerenstauden ihr Eigen. Stolz ist sie auf die 1700-Kilogramm-Apfelernte. „Aber Reste lassen wir immer für die Kleintiere im Garten liegen. Auch unsere Hühner verspeisen gerne mal einen Apfel.“ Das jetzt schon abgefallene Laub taugt zusammengerecht für einen „Irrgarten“. „Da spielen die Kinder unseres Vereins und finden die Tiere einen Platz zum Überwintern.“

Brigitte Früchtl präsentiert ihr oft kopiertes Insektenhotel, ihre Kräuteroase mit Sitzecke und Feuerschale. Daneben die Steinplatten für die Eidechsen.

Aktivitäten im Verein zu kurz gekommen

m Giebel des Hühnerstalls hausen Fledermäuse. „Wir wollen für alle ein Paradies bieten. Für Tiere, Pflanzen, aber auch für uns selbst.“

Zum Abschluss erzählt die engagierte Vorsitzende der Gartler von den Aktivitäten im Verein, die leider heuer wegen der Pandemie zu kurz gekommen seien. „Wir bieten Schnittkurse an, Kräutersträußl binden, Natur-Bastelabende, Koch- und Backkurse und wir gestalten den Blumenschmuck für kirchliche Veranstaltungen. Hoffen wir, dass wir im nächsten Jahr wieder viel mehr mit und in der Natur werkeln können.“

Dieser mächtige Nussbaum bildet den Mittelpunkt im Garten der Familie Früchtl.

Bedingungen für das Zertifikat

Als Muss-Kriterien für die Zertifizierung gehören dazu der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, auf den Einsatz von Torf und auf chemisch-synthetische Düngemittel, gemeinhin „Mineraldünger“. Außerdem muss der Garten verschiedene Lebensräume aufweisen, zum Beispiel Bäume und Sträucher, Trocken- oder Feuchtbereiche mit entsprechender Bepflanzung, einen Nutzgarten oder auch eine Blumenwiese. Im Vordergrund steht nicht die Ästhetik, sondern das Wie: Wie wird der Garten bewirtschaftet?

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