Nachruf

Kloster Gars nimmt Abschied von Pater Schenk

Pater Hans Schenk starb im Alter von 90 Jahren.
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Pater Hans Schenk starb im Alter von 90 Jahren.

Mitschwestern und Mitbrüder aus dem Orden der Redemptoristen sowie Verwandte und Freunde nahmen in einem feierlichen Requiem Abschied von Pater Hans Schenk, der im Alter von 90 Jahren kürzlich im Kloster Gars verstorben ist.

Gars – Angehörige aus Belgien konnten nicht anreisen, die Bevölkerung konnte sich coronabedingt erst auf dem Klosterfriedhof der Trauergemeinde anschließen.

Durfte nicht aufs Gymnasium

1930 in Dalkingen geboren, lernte Pater Schenk zunächst das Schneiderhandwerk bei seinem Vater, denn der war der Meinung, sein Sohn solle nicht aufs Gymnasium gehen, damit er nicht vom damals dort vorherrschenden Nazi-Geist angesteckt werde. Erst als „Spätberufener“ kam Hans Schenk 1955 zum Abitur, studierte an der Ordenshochschule in Gars Theologie und wurde 1963 von Julius Kardinal Döpfner zum Priester geweiht.

Geschätzter Beichtvater

Im Redemptoristenkloster Deggendorf wirkte er dann 23 Jahre lang in der Seelsorge und wurde zu einem geschätzten Beichtvater. Es folgten neun Jahre im Kloster Forchheim, danach war er sieben Jahre im Kloster Cham und widmete sich der Krankenhausseelsorge. Sein weiterer Weg führte Pater Schenk in das Waldsanatorium Planegg, wo er im großen Altenheim der Barmherzigen Schwestern Hausgeistlicher war. Seinen Ruhestand verbrachte er von 2008 an im Kloster Gars.

Bekannt durch seinen Charme und seine Ausstrahlung

Bald wurde er auch hier durch die freundliche und liebenswürdige Art seines Umgangs sowie durch seinen Charme und seine Ausstrahlung bekannt. Seine Beliebtheit, so erzählt Pater Josef Schwemmer in der Ansprache, reichte bis nach Belgien, wo er während der Besuche bei seiner Schwester auch als Seelsorger wirkte. In Gesprächen soll er seinem Gegenüber manchmal den Satz „Schenk mir ein Lächeln!“ als Gedächtnisstütze für seinen Namen empfohlen haben. Akkurat und auf Ordnung bedacht sei der gelernte Schneider gewesen, so Pater Schwemmer, auch bedächtig und hintersinnig, wenn er etwa in seinem unnachahmlichen Dialekt feststellte: „Jetzt muaß i erst überlega, was i denka muaß“ oder: „Jetzt pressiert’s – jetzt muaß i langsam doa“. Und dass er vieles mit Humor nahm, drückte er so aus: „Andere verzählat Witz‘ – mir passierat se.“

Belesen und an Sprachen interessiert wie er war, lernte er drei Jahre lang Japanisch, aber sein Wunsch, in der Japanmission eingesetzt zu werden, erfüllte sich nicht.

Bei guter Gesundheit feierte er im Juli seinen 90. Geburtstag, er hielt noch Eucharistiefeiern für Mitbrüder oder als Konzelebrant. Trotz zahlreicher Corona-Infektionen im Kloster blieben er und ein Mitbruder ohne Ansteckung.

„Kein schöneres Leben vorstellbar“

Schon kurz vor Beginn der diesjährigen Adventszeit, so deutete Pater Schwemmer die letzte Stunde seines Mitbruders, kam für ihn der Advent, die Ankunft des Herrn. Von Dankbarkeit und von einem tiefen Gottvertrauen sei sein Leben geprägt gewesen. Er hätte sich kein schöneres Leben vorstellen können, habe Pater Schenk einmal zufrieden festgestellt.

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