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Vorbild in der Naturschutzbewegung

Heide Schmidt-Schuh ist tot: Haag und der Landkreis Mühldorf trauern um eine große Vordenkerin

Heide Schmidt-Schuh
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Heide Schmidt-Schuh
  • VonLudwig Meindl
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Sie war Vordenkerin und Vorbild: Heide Schmidt-Schuh. Die Haagerin ist nun mit 76 Jahren verstorben. Haag und der Landkreis Mühldorf verlieren eine starke Persönlichkeit, die sich seit jeher für den Naturschutz einsetzte.

Haag – Mit Heide Schmidt-Schuh verlor Haag eine über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Persönlichkeit. Sie starb mit 76 Jahren. Ihr Einsatz galt vor allem dem Bund Naturschutz, für den sie auch einige Zeit Kreisvorsitzende war.

Heide Schmidt-Schuh wurde in Braunschweig geboren und wuchs dann in Nürnberg auf. In Berlin widmete sie sich dem Studium der Elektrotechnik, das sie als Diplomingenieurin abschloss.

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Beruflich wirkte sie neben anderem in der Computeranalyse für Elektroenzephalografie (EEG) in München. Anfang der 70er Jahre zog sie nach Haag. Mit ihrem damaligen Freund Eike Schmidt hatte sie schon zuvor hier ein Haus zu kaufen versucht. Fündig wurden die beiden, die 1974 heirateten, im alten Schulhaus, dem Grafenstock unter dem Schlossturm, den sie erwerben konnten.

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Zusammen mit dem Ehepaar Gerrit und Bärbel Stahr renovierten sie das historische Gebäude. Als Elektroingenieurin fiel ihr die Aufgabe zu, das Bauwerk mit der Haustechnik zu bestücken. Während der Zeit, als sie eine Tochter und einen Sohn großzog, arbeitete sie im Architekturbüro Schmidt-Stahr. Später war sie noch am Goethe-Institut tätig und nahm dabei auch eine Vertretungstätigkeit in Kabul wahr.

Seit 1975 wirkte Heide Schmidt-Schuh für den Bund Naturschutz, war zweite Kreisvorsitzende, Kreisvorsitzende und Sprecherin für den Arbeitskreis Energie und Klima. In Haag war sie Mitbegründerin der Ortsgruppe des Naturschutzes, den sie lange Jahre leitete. Zu ihren Projekten zählten unter anderem die Amphibienschutzzäune, das Ramadama, der öffentliche Nahverkehr, der Naturschutzstammtisch und als jüngstes Unternehmen die Initiierung der „Prima Klima Kids“ im Landkreis Mühldorf. Ihre Vorträge über Energie und Energiewende führten sie durch ganz Deutschland.

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Motor in Haag war sie auch für die „Agenda“, die sich um lokale Gestaltungen kümmerte. Im Nachruf erinnerten der Vorsitzende der Kreisgruppe Mühldorf, Dr. Andreas Zahn, und die stellvertretende Landesvorsitzende des „Naturschutzes“, Beate Rutkowski, an ihr Wirken als zweite Kreisvorsitzende ab 1986 und als Vorsitzende von 1990 bis 1994.

Sie habe grenzübergreifend Kontakte zum Ausbau des Grünen Bandes hergestellt: „Damit hat sie Wege geebnet und den Bund Naturschutz mit dem damaligen Vorsitzenden Hubert Weiger sehr unterstützt.“ Daneben habe sich Heide Schmidt-Schuh auch vor Ort eingesetzt, um die Bevölkerung und vor allem die Jugend „für den Weg in eine lebenswerte Zukunft zu motivieren und zu stärken“.

Umwelt- und Klimaschutz als Herzensangelegenheit

Bürgermeisterin Sissi Schätz würdigt die Verstorbene als Vordenkerin: „Heide Schmidt-Schuh war auf vielen Gebieten eine Vordenkerin und ein Vorbild. Besonders lag ihr der Umwelt- und Klimaschutz am Herzen. Ihr Engagement in Haag begann mit dem Kampf gegen die Überfüllung der Mülldeponie im Schachenwald. Ihr Anliegen war aber nicht nur die Schließung dieser Deponie, um eine Gefährdung des Grundwassers zu verhindern. Sie setzte sich gleichzeitig für eine bessere Müllpolitik ein, in der Müllvermeidung und Verwertung im Vordergrund stehen sollten - und das bereits vor über 30 Jahren!“

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In der „Agenda 21 Haager Land“ habe ihr Herz für die Sanierung des Haager Schlossturmes geschlagen. Unermüdlich und kreativ sei sie mit der Agenda-Gruppe auf jedem Haager Markt vertreten gewesen und habe Spenden für die Sanierung des Turms gesammelt. „Dabei kam die stolze Summe von fast 25 000 Euro zusammen, die für die Neueindeckung des Turmdaches verwendet wurde“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz.

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