Nachruf

Wasserburg - Mit fast 90 Jahren starb Karoline Jünger im Kreise ihrer Familie.

Sie stammte aus Heiligenkreuz, einem kleinen, böhmischen Dorf nahe der deut-schen Grenze. Mit ihrem Bruder durfte sie eine glückliche Kinder- und Jugendzeit auf dem Bauernhof der Eltern erleben.

Durch den Krieg und seine schrecklichen Folgen verlor sie 1945 die Heimat, musste innerhalb von zehn Minuten mit ihren Angehörigen flüchten. Schließlich fand sie in Prag für ein Jahr Arbeit auf einem Gutshof, kam nach weiteren Stationen in der ehemaligen DDR mit den Eltern nach Kirchensur, wo sie der von Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrte Bruder bereits erwartete.

Hier lernte sie ihren Mann kennen, auch einen Sudetendeutschen, mit dem sie 1951 Hochzeit feierte. Ein Jahr später kam die Tochter zur Welt. Karoline Jünger trug nach wie vor mit Gelegenheitsarbeiten zum Lebensun-terhalt bei. 1965 zog die Familie in ihr Eigenheim in Wasserburg. Nach dem frühen Tod des Ehemannes 1976 übernahm die gläubige Christin den Dienst als Mesnerin in der Pfarrkirche St. Konrad und versah diesen die folgenden 29 Jahre mit Freude und Hingabe.

2005 ging Karoline Jünger in den wohlverdienten Ruhestand und lebte nun bei der Tochter und ihrer Familie. Solange es ihre Gesundheit zuließ, nahm sie an den sonntäglichen Gottesdiensten teil, unternahm kleine Spaziergänge, hatte viel Freude an den vier Enkeltöchtern und drei Urenkelkindern, pflegte gerne den Garten und verwöhnte die Familie mit böhmisch-bayerischer Küche.

Nun verabschiedete Pfarrer Wolfgang Fischer Karoline Jünger mit einem Requiem in der St.-Konrad-Kirche mit einem herzlichen Dank für ihre Verdienste. mep

Kommentare