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Gewaltige Gewitterwalze rollt auf uns zu: Erste Warnungen für die Region

DWD warnt vielerorts bereits mit Stufe 4

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Stimmung „sehr bedrückt“

Verstärkte Polizeipräsenz nach der Vergewaltigung in Obing: Ein Dorf in Angst

Zeigen Präsenz in Obing, auch um das Sicherheitsgefühl zu stärken: Polizeioberkommissar Florian Jabinger (rechts) auf Dienstpferd Lancelot und Polizeihauptmeisterin Bernadette Bamberger auf Champion.
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Zeigen Präsenz in Obing, auch um das Sicherheitsgefühl zu stärken: Polizeioberkommissar Florian Jabinger (rechts) auf Dienstpferd Lancelot und Polizeihauptmeisterin Bernadette Bamberger auf Champion.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Polizeireiter bestimmten derzeit das Bild in Obing. Die Beamten zeigen verstärkt Präsenz, denn nach wie vor ist der Täter nicht gefasst, der Samstagnacht eine Frau mitten im Dorf überfallen und vergewaltigt hat. Bürgermeister Josef Huber spricht von einer „großen Verunsicherung“ in der Bevölkerung. Die Obinger – vor allem die Frauen – sind in großer Sorge.

Obing – Entsetzen, Fassungslosigkeit, Angst: Obing befindet sich in Schockstarre, nachdem eine 54-jährige Frau Samstagnacht mitten im Dorf überfallen und stundenlang vergewaltigt und Mitte März eine 20-Jährige von einem Unbekannten mit einem Messer bedroht worden war. Bürgermeister Josef Huber spricht von einer „großen Verunsicherung“ in der Bevölkerung. Die Stimmung sei „sehr bedrückt“.

Frauen trauen sich in der Dunkelheit nicht mehr raus

Viele Frauen und Mädchen trauen sich abends ohne Begleitung nicht mehr aus dem Haus. Die regelmäßige Joggingrunde ist gestrichen. Der Spaziergang zu später Stunde, um noch einmal frische Luft zu tanken, fällt aus. Zweite Bürgermeisterin Franziska Mayer bringt es so auf den Punkt: „Es sind große Ängste da. Zu Fuß im Dunkel unterwegs – dabei habe auch ich mir vor dem Verbrechen nichts gedacht. Das ist jetzt vorbei. Die Unbedarftheit ist weg.“

Fassungslosigkeit und große Sorgen

Wirt John Gonzalves („Beim John“) spricht von einer „sehr großen Anspannung“ im Dorf. „In Obing kennt jeder jeden“, sagt er. Die Einwohner hätten sich auch deshalb immer sicher gefühlt, „jetzt ist die Idylle vorbei“. „Dass so eine schreckliche Sache bei uns passieren kann, macht fassungslos.“ Sein Personal und auch die Gäste gehen nach seinen Angaben seit dem Vorfall kaum noch zu Fuß zum Wirt oder heim, „fast alle sind mit dem Auto da, allein am Abend unterwegs sein, das traut sich keiner mehr.“

Was viele Obinger jedoch beruhigt: Die Polizei hat die Präsenz im Ort deutlich erhöht. Tagsüber, aber vor allem abends und nachts, seien verstärkt Streifen in und rund um Obing unterwegs, teilt auf Anfrage der Pressesprecher des Präsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag, mit. Auch die Reitergruppe aus Rosenheim sei vor Ort. Am Donnerstag, 7. April, waren die berittenen Polizisten mehrere Stunden im Dorf präsent. Ihr Einsatz erfüllt nach Angaben von Sonntag zwei Ziele: „Die Reiter sind gut sichtbar, sie zeigen deutlich: Wir sind da. Das soll auch das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung erhöhen“ Außerdem könnten die Beamten mit den Pferden auch Bereiche erreichen, die mit Fahrzeugen nicht zugänglich seien – etwa Waldränder oder unwegsames Gelände. Vom Pferderücken aus haben die Beamtinnen und Beamten, die Teil der Reiterstreife Oberbayern Süd sind, außerdem eine gute Übersicht und einen anderen Blickwinkel auf den Einsatzort.

Ermittlungsgruppe hat fast die Stärke einer Soko

Mit Hochdruck wird derweil bei der Kripo Traunstein nach dem Täter gefahndet. Es sei eine Ermittlungsgruppe gegründet worden, „die schon fast die Stärke einer Soko hat“, wie Sonntag betont. „Wir investieren alles, was möglich ist, um dieses schreckliche Verbrechen aufzuklären.“ Die Ermittlungsgruppe beziehe auch den Vorfall vom März, bei dem eine Frau im Auto überfallen worden war, dem Täter jedoch entkommen konnte, in die Arbeit ein.

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Allgemeingültige Ratschläge, wie sich Einwohner – vor allem Frauen – jetzt verhalten sollten, gibt es laut Sonntag nicht. Doch er betont: „Jeder sollte in dieser schwierigen Situation für sich entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, damit kein Unwohlsein entsteht.“ Denn eins stehe fest: „Der Täter ist noch nicht gefasst.“

Groß ist das Mitgefühl mit der betroffenen Frau, die viele Einwohner gut kennen, berichten Leserinnen und Leser aus Obing.

Pädagogen besonders aufmerksam

Thomas Duxner, Rektor der Grund- und Mittelschule Obing, hat bisher nicht festgestellt, dass die Kinder und Jugendlichen sehr beunruhigt seien. Pro-aktiv werde das Kollegium nicht auf die Schülerinnen und Schüler zugehen, denn das könne Ängste schüren. Doch die Vertrauenslehrkraft und die Schulsozialarbeiterin sowie die Klassenlehrer würden ganz genau hinschauen und hinhören, um sofort auf erkennbare oder spürbare Sorgen im Bezug auf das Verbrechen reagieren zu können. Das Vertrauensverhältnis zu den Kindern und Jugendlichen sei sehr gut. Diese würden sich den Pädagogen in der Regel öffnen, wenn sie etwas auf dem Herzen hätten. Situationsunabhängig werden laut Duxner in Obing alle Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufen in von der Gemeinde finanzierten Selbstbehauptungskursen auf das Thema psychische, sexuelle und körperliche Gewalt vorbereitet.

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