Kinder angegriffen: Albachinger Rottweiler darf vorerst dennoch bei den Haltern bleiben

Schwere Verletzungen an der linken Wade zog sich der siebenjährige Bub zu, der auf einer Baustelle in Söchtenau vom Rottweiler gebissen worden war. privatg

Um den Rottweiler aus Albaching, der zwei Buben angegriffen und schwer verletzt hatte, ist jetzt ein Rechtsstreit entbrannt. Beim Verwaltungsgericht München ist eine Klage gegen die Entscheidung der Gemeinde, die Haltungserlaubnis zu entziehen, eingegangen.

Albaching – Das Verwaltungsgericht München habe die Gemeinde Albaching gebeten, von der Vollstreckung des Bescheids zur Abgabe des Hundes bis zur Entscheidung über einen ebenfalls vorliegenden Eilantrag abzusehen, teilt Gerichtssprecher Martin Friedrich auf Anfrage der Wasserburger Zeitung mit. 

Die Vorgeschichte: 

Rottweiler aus Albaching beißt dreimal zu - nun muss er weg

Beißattacken eines Rottweilers aus Albaching: „So ein Hund ist eine Waffe“

Unter Auflagen kann der Hund vorerst bei den Besitzern bleiben, so Albachings Bürgermeister Josef Sanftl im Gemeinderat.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Dieser hatte, wie berichtet, der Besitzerin die Erlaubnis zur Haltung des Tieres entzogen. Der Rottweiler hatte vor zwei Jahren einen heute zwölfjährigen Buben aus Albaching gebissen. Die Wunde hatte sich entzündet, der Bub musste operiert werden. Im April dieses Jahres war es zu einer weiteren Attacke auf einer Baustelle in Söchtenau gekommen, bei der ein Siebenjähriger so schwere Verletzungen davontrug, dass auch er operiert werden musste. Beide Kinder leiden bis heute psychisch unter den Angriffen des Tieres.

Anwalt der Halter reichte Klage ein  

Bereits nach dem ersten Vorfall hatte die Gemeinde einen Leinen- und Maulkorbzwang angeordnet. Nach dem erneuten Übergriff hatte der Gemeinderat die Notbremse gezogen und die Abgabe des Hundes gefordert. Dafür war eine Frist von zwei Wochen gesetzt worden.

Die Halterin und ihr Lebensgefährte, der den Rottweiler in der Regel bei sich führte, nahmen sich einen Anwalt. Dieser forderte die Gemeinde auf, den Bescheid zur Abgabe des Hundes zurückzunehmen, so Sanftl. Albaching folgte diesem Wunsch jedoch nicht. Die Kommune sieht angesichts der bekannten Fälle Gefahren für die Allgemeinheit und stellt die Zuverlässigkeit der Hundebesitzer infrage.

Der Anwalt des Paares reichte daraufhin eine Klage vor dem Verwaltungsgericht München ein. Per Eilantrag wurde außerdem auf die in diesen Tagen ablaufende Frist zur Abgabe des Hundes reagiert. Das Gericht hat die Gemeinde mittlerweile aufgefordert, alle Akten einzuschicken. Ob Eilverfahren und Klage gemeinsam zur Verhandlung kommen, steht nach Angaben des Sprechers am Verwaltungsgericht München noch nicht fest – ebenso wenig wie der Termin für die Verhandlungen.

Bis dahin dürfe der Hund unter Auflagen bei der Halterin bleiben. Es seien eidesstattliche Erklärungen verlangt worden, mit denen die Eigentümer des Tieres versichern, die Auflagen einzuhalten, teilt der Bürgermeister mit. Dazu gehören ein Maulkorb- und Leinenzwang.

Kommentare