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Neubau nicht genehmigt

Nach Abriss gibt es Ärger im Wasserburger Märchenwald

Wildnis am Inn:Das Bauvorhaben Urfarn sorgt hier für rechtlichen Ärger.
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Wildnis am Inn:Das Bauvorhaben Urfarn sorgt hier für rechtlichen Ärger.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Es ist ein romantischer Ort – wild, verwunschen. Wie der Märchenwald von Hänsel und Gretel wirkt Urfarn am Inn. Doch jetzt gibt es Ärger in der Wildnis. Ein Bauherr hat sich sein Baurecht im wahrsten Sinne des Wortes „kaputtgemacht“.

Wasserburg – Ein begonnener Neubau ist nicht genehmigt. Das Landratsamt Rosenheim hat die Arbeiten bereits eingestellt, teilte die Verwaltung im Bauausschuss des Stadtrates mit.

Es geht um das Nebengebäude auf dem Anwesen: Die Scheune sollte eigentlich umgebaut werden – in zwei Garagen und ein Gerätehaus. Doch während der Sanierung stellte sich wohl heraus, dass die Substanz baufällig ist. Deshalb kam es zum Abriss.

Baurecht quasi kaputtgemacht

Die Eigentümer begannen laut Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann sofort mit einem Neubau. Das sei aus zwei Gründen rechtlich zu beanstanden: Es fehle ein Bauantrag. Außerdem würden die erstellten Fundamente darauf hinweisen, dass die ursprüngliche Kubatur deutlich überschritten werden solle.

Die rechtliche Situation ist laut Herrmann klar: Ein Abriss im Außenbereich ist verfahrens- und damit genehmigungsfrei, ein Neubau aber nicht. „Das war nicht schlau, denn mit dem Abriss ist das Baurecht kaputtgemacht worden“, betonte auch Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Der Bestandsschutz sei quasi verloren gegangen, zeigte sich Dr. Hermann Budenhofer (Bürgerforum) überzeugt. Herrmann bestätigte dies.

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Der Bauherr hat jetzt eine Tektur (Änderung) beantragt, um den Neubau des Nebengebäudes doch noch in der geplanten Form durchsetzen zu können. Doch der Bauausschuss spielte nicht mit und lehnte einstimmig ab. Die beantragte Größe passe nicht, finden die Mitglieder. Auch die Verwaltung hatte einen entsprechenden negativen Beschlussvorschlag vorgelegt.

Den schwarzen Peter hat jedoch das Landratsamt. Es muss nun entscheiden, ob der Neubau der Nebenanlagen wie jetzt vorgesehen doch stattfinden darf oder sozusagen ein Abriss nach dem Abriss ansteht.

Auch der Waldweg ist ein Dauerthema

Wolfgang Schmid (CSU) wagte die Frage, ob die Stadt nicht ein Kompensationsgeschäft mit dem Bauherrn machen könnte. Wie mehrfach berichtet, geht es in Urfarn auch um die freie Zugänglichkeit eines beliebten Waldweges. „Das dürfen wir nicht“, wies Herrmann den Wunsch zurück, den Weg über einen Kompromiss zum Bau zu sichern.

Das betroffene Vorhaben besteht aus zwei Teilen: dem Umbau des Wohngebäudes in ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung (genehmigt, Ja des Ausschusses bereits 2020) und dem Umbau des Nebengebäudes (genehmigt, jedoch abgerissen). Früher gab es hier eine Land- und eine Gastwirtschaft. Das Schankrecht war in den 80-iger Jahren erloschen.

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