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Kommunalpolitische Laufbahn beendet

Nach 24 Jahren: Haager Gemeinderat Dr. Bernhard Grabmeyer legt sein Amt nieder

Nach über zwei Jahrzehnten legt Dr. Bernhard Grabmeyer sein Amt als Haager Gemeinderat nieder.
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Nach über zwei Jahrzehnten legt Dr. Bernhard Grabmeyer sein Amt als Haager Gemeinderat nieder.
  • VonLudwig Meindl
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Nach über zwei Jahrzehnten legt Dr. Bernhard Grabmeyer sein Amt als Haager Gemeinderat nieder. Was er bewirkt hat, über was er enttäuscht ist und für welche „Herzensangelegenheit“ er sich nach wie vor einsetzt.

Haag - Mit Dr. Bernhard Grabmeyer beendet am 16. Januar ein äußerst engagierter Haager seine kommunalpolitische Laufbahn. Nach 24 Jahren im Gemeinderat legt er sein Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen nieder, will der Freien Wählergemeinschaft vor Ort aber weiterhin die Treue halten.

Den Abbruch seiner Gemeinderatstätigkeit erklärt er damit, dass sein Gehör nicht mehr so mitmacht. „Ich bin nach wie vor interessiert, werde auch weiter zum Stammtisch der Freien Wähler gehen“, so Dr. Bernhard Grabmeyer. Zur Politik brachte ihn die drohende Schließung des Haager Krankenhauses, die er damals als einer der drei Organisatoren des Bürgerentscheids nach erfolgreichem Bürgerbegehren noch verhindern konnte.

Vorsorglich gründete er den Förderverein des Krankenhauses, den er lange Jahre leitete. Daneben übernahm er von Michael Linner den Vorsitz des Haager VdK, für den er das 60-jährige Jubiläum organisierte. Als Vorsitzender der Volkshochschule wirkte er von 2011 bis 2016. 14 Jahre war er Mitglied des Kreistags, 24 Jahre in der Leitung der Wählergemeinschaft Landkreis-West. Ein wichtiges Anliegen bildete ihm dabei die Renovierung des Gymnasiums Gars, an dem er als Philologe für die Fächer Latein und Deutsch 35 Jahre gewirkt hatte. Das Interesse an Latein schien ihm in die Wiege gelegt, da er in „Arae Flaviae“, Rottweil, geboren war, bevor er Kindheit und Jugend in Rosenheim verbrachte. Das verdeutlicht auch der Titel im Namenszusatz „M. A.“ für „magister artium“.

Erwerb des Zehentstadels als „zentrales Aufgabenfeld“

„Der Bürger soll im Mittelpunkt stehen“ war die Losung von Grabmeyer. Einen seiner ersten Erfolge erzielte er im Einsatz für das Beibehalten des Grundstreifens für die Anwohner der Feldstraße, die verbreitert hätte werden sollen. Er überzeugte Bürgermeister Hermann Dumbs wie Gemeinderäte vom Kompromiss. Unter die wichtigen Entscheidungen für die Gemeinde Haag, die er mitbewirkte, reiht er den Erwerb des Zehentstadels ein, „ein zentrales Aufgabenfeld“. Daneben die Renovierung der Münchener Straße, zu der die Freien Wähler ihr eigenes Konzept über ein Bürgerbegehren einbrachten.

Etwas enttäuscht war Grabmeyer von der Renovierung des Schlosshofs. Er hatte das Offenlassen und Sichtbarmachen der Grabungen befürwortet, das keine Mehrheit fand. Heute fehle immer noch die versprochene Markierung am Boden, aber auch die optische Darstellung im Turm. „Da geht nichts vorwärts“, bemängelt er.

Großes Aufgabengebiet: Baugebiet Südlich der Lerchenberger Straße

Bei den Planungen für die Hallenbad-Renovierung stand er an der Seite der Gemeindeverwaltung und ist heute froh über die gelungene Umsetzung: „Da gehe ich gerne zum Schwimmen hin“, sagt er. Als ganz großes Thema sieht er das Baugebiet an der Lerchenberger Straße, das im ersten Anlauf am Fehlen von Gutachten gescheitert sei. Man habe viel diskutiert, räumt er ein, doch dann zu behaupten, in Haag gehe in Sachen Bauen nichts vorwärts, sei falsch. Er habe grundsätzlich viel nachgefragt, so der scheidende Gemeinderat: „Eine klare Information über die Sachlage ist wichtig.“

Eine „Herzensangelegenheit“, für die er sich weiter einsetzen möchte, ist die Renovierung der Wieskapelle, die bislang an der Kostenfrage gescheitert ist. Als Mitglied des Bauausschusses radelte er zu vielen Objekten hin, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Seine Vorstellungen und Ideen waren im Gemeinderat aber nicht immer von Erfolg gekrönt.

Mehr Freiraum wird der rüstige Rentner nach Abgabe seines Amts als Gemeinderat wohl nicht haben. Er bleibt als Familienmensch für die Enkel seiner vier Kinder „stark engagiert“. Ansonsten lebt er innerhalb seiner Bücherwände und ist mit Lektüre eingedeckt, verfasst auch Buchkritiken. Bewegung verschafft er sich weiterhin durch Radfahren und Schwimmen im Freibad und Hallenbad. Für sein beeinträchtigtes Gehör fand er für die Zukunft einen praktikablen Kompromiss: „Manchmal ist es gut, wenn man nicht alles hört.“

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