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Medienbericht: Ukrainischer Botschafter Melnyk soll aus Deutschland abgezogen werden

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Andrij Melnyk, der häufig kritisierte ukrainische Botschafter in Deutschland, soll Medienberichten …
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Interview zum „Tag der Blockflöte“

Musiklehrerin Christine Sedlmeier aus Amerang verrät, was die Blockflöte so besonders macht

Zwei Kinder spielen gemeinsam auf der Blockflöte ein Stück. Auch heutzutage gilt die Blockflöte noch als hervorragendes Einsteigerinstrument in die Welt der Musik.
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Zwei Kinder spielen gemeinsam auf der Blockflöte ein Stück. Auch heutzutage gilt die Blockflöte noch als hervorragendes Einsteigerinstrument in die Welt der Musik.
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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Sie gilt als Einsteigerinstrument, der am 10. Januar sogar ein eigener Gedenktag gewidmet ist: die Blockflöte. Welche Faszination dieses Instrument auf sie ausübt und warum sie einen Beitrag zur körperlichen Entwicklung leisten kann, hat Christine Sedlmeier aus Amerang verraten.

Amerang – „Jetzt lernst du erst mal Blockflöte und dann ein ,richtiges‘ Instrument.“ Bei diesem Satz von Eltern an ihre Kinder kann Christine Sedlmeier (36), Lehrerin an der Musikschule Rosenheim, nur den Kopf schütteln. Denn für Sedlmeier, die nach dem Besuch der Berufsfachschule für Musik in Altötting unter anderem das Konzertfach Blockflöte an der Universität Mozarteum Salzburg studiert hat, ist die Blockflöte viel mehr als nur ein Einsteigerinstrument. Zum heutigen „Tag der Blockflöte“ spricht sie mit den OVB-Heimatzeitungen über die Wärme des Instruments, dessen Verwendung in der Popmusik und die Faszination des menschlichen Atems.

Die Blockflöte galt jahrzehntelang als Einsteigerinstrument in die Welt der Musik. Ist das heute immer noch so?

Christine Sedlmeier: „Auch heute nutzen die Blockflöte noch viele als Einsteigerinstrument, sie bietet sich in vielerlei Hinsicht auch geradezu an. Was ich allerdings oft bedauere ist die Aussage: „Jetzt lernst du erst mal Blockflöte und dann ein ,richtiges‘ Instrument.“ Leider wissen viele noch nicht, dass die Blockflöte nicht nur ein tolles Einsteigerinstrument ist, sondern auch ein sehr wohlklingendes professionelles Instrument.“

Welche Vorteile hat die Blockflöte als Einstiegsinstrument gegenüber anderen Instrumenten?

Sedlmeier: „Die Sopranblockflöte ist aufgrund ihrer Größe und Gewichts super für kleine Hände geeignet. Fantastisch ist, dass die Blockflöte eine ganze Instrumentenfamilie bietet: Von ganz kleinen Flöten angefangen bis hin zu zwei Meter großen Bassblockflöten – also eine unglaubliche farbliche Bandbreite. Überholt sind allerdings zwei weit verbreitete Annahmen: „Man bekommt gleich einen Ton raus“ – Das ist richtig, aber ein schöner Ton entsteht erst nach Monaten und Jahren. Tja, man übt eben ein Leben lang. Die zweite Aussage „Ist halt billiger als ein Klavier“ stimmt auch. Aber wer Zuhause einen schönen Klang und ein erfülltes Musizieren haben möchte, muss auch mit Minimum 100 Euro zum Einstieg rechnen. Professionelle Instrumente kosten weit in die Tausende. Eine Konzertblockflötist besitzt mindestens 20 verschiedene Instrumente.“

Wie sind Sie zur Blockflöte gekommen? Was fasziniert Sie an diesem Instrument?

Sedlmeier: „Tatsächlich brauchte meine beste Freundin schlichtweg einen Gruppenpartner und im Kindergarten durfte ich in einer großen Gruppe mitspielen. Ich hatte dann eine tolle Lehrerin und viele innerhalb der Familie, die mein Musikmachen unterstützt haben. Die Faszination hat mich trotz anderer Instrumente, die ich erlernen durfte, nie losgelassen. Ich liebe den natürlichen, unglaublich warmen authentischen Klang des Instruments. Dieser direkte Ton in Verbindung mit dem menschlichen Atem fasziniert und fordert mich täglich. Ich liebe es, wie warm die Blockflöte sich unter den Fingern anfühlt und wie schon erwähnt die Vielzahl an unterschiedlichen Blockflöten in ihrer Bauweise und Größe.“

Musiklehrerin Christine Sedlmeier

Viele bringen die Blockflöte nur mit Volksliedern in Verbindung. Gibt es Beispiele aus anderen Genres, wo dieses Instrument Anwendung findet?

Sedlmeier: „Wir zählen zu unserem Repertoire Musik des Mittelalters, groß besetzte Ensemblestücke der Renaissance, wo wir auch Teil des Orchesters waren, beispielsweise in Werken von Claudio Monteverdi. Schwer in Mode kam die Blockflöte dann allerdings im Barock. Hier war sie eines der führenden virtuosen Instrumente. Große Komponisten haben ihr Solokonzerte gewidmet, ganz vorne dabei beispielsweise Antonio Vivaldi.

Nachdem die Blockflöte in einen Dornröschenschlaf versank, haben Komponisten der Avantgard sie wieder entdeckt. Hier gibt es tolle experimentelle Musik mit fremden Klangfarben, das klingt dann gar nicht mehr nach Blockflöte und ist unglaublich spannend. Heute ist sie in allen Genres vertreten: Es gibt großartige Jazzblockflötisten, auch in der Popmusik ist sie vertreten. Es gibt sogar Interpreten, die sie beim Beatboxen verwenden.“

Wie wichtig ist musikalische Bildung für die Entwicklung eines Kindes Ihrer Meinung nach und was bringt die musikalische Erziehung für das Leben als Erwachsener?

Sedlmeier: „Musik ist ein wunderbares Medium, um Kinder und auch Erwachsene zu fördern. Musik macht glücklich, kann man etwas Schöneres erleben als Glück? Kreativität, Konzentration, Koordination, Feinmotorik, soziale Kompetenzen, Sprachentwicklung: die Liste ist lang! Wenn ich an die Erwachsenen denke, profitieren sie sehr von der Rhythmik beim Tanzen oder die angehäufte musikalische Bildung bereichert sie beim Besuch von Konzerten. Auch beim Kreuzworträtsel kann man manches brauchen(lacht).“

Wie hat die Corona-Pandemie die musikalische Bildung beziehungsweise Erziehung behindert beziehungsweise zurückgeworfen?

Sedlmeier:„Natürlich war und ist die Pandemie eine unglaubliche Behinderung in unserer Arbeit. Wir sind zum Großteil auf körpernahen Kontakt angewiesen. Auf einen Finger zu zeigen oder am Instrument etwas vorzumachen, können Worte nicht ersetzen. Man war technisch auch gar nicht vorbereitet, denn Musik live qualitativ über das Internet zu übertragen erfordert schon einiges an Equipment. Zusammen zu musizieren war und ist unmöglich. Und das ist ja gerade die Quintessenz des Musikunterrichts. Wie weit es uns zurückwirft, das wird sich erst noch herausstellen. Sehr gelitten hat denke ich die frühkindliche Bildung, die ja meist im Gruppenunterricht stattfindet. Also ein Wegbruch unserer Basis.

Aber ich versuche auch immer, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen: Ich habe mein eigenes Unterrichtsrepertoire aufstocken müssen, neue Formulierungen finden, neue Spiele und vieles mehr. Es gab zahlreiche Fortbildungen, die ich online mitmachen konnte, was ansonsten aufgrund der Distanz schwierig gewesen wäre. Das habe ich sehr auskosten können und davon profitiert.“

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