Musikalisches Zentrum erträumt: Musikkapelle Griesstätt verwirklicht es gemeinsam mit Firma Zosseder

Mit vereinten Kräften auch beim Spatenstich: Franz Meier jun., Alexander Brindl, Franz Breitenbach, Johann Kaiser, Simon Zosseder, Klaus Stöttner, Robert Aßmus, Anderl Krämer, Franz Meier sen., Sebastian Friesinger, Siegfried Huber (von links).
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Mit vereinten Kräften auch beim Spatenstich: Franz Meier jun., Alexander Brindl, Franz Breitenbach, Johann Kaiser, Simon Zosseder, Klaus Stöttner, Robert Aßmus, Anderl Krämer, Franz Meier sen., Sebastian Friesinger, Siegfried Huber (von links).

Zwei Jahre träumte die Griesstätter Musikkapelle von einem eigenen Vereinsheim. Nun geht dieser Traum tatsächlich in Erfüllung. Möglich wird das durch ein Gemeinschaftsprojekt mit der Firma Zosseder im erweiterten Gewerbegebiet „Am Klosterfeld“.

Von Karlheinz Rieger

Griesstätt – Zwei Jahre träumte die Griesstätter Musikkapelle von einem eigenen Vereinsheim. Nun geht dieser Traum tatsächlich in Erfüllung. Möglich wird das durch ein Gemeinschaftsprojekt mit der Firma Zosseder im erweiterten Gewerbegebiet „Am Klosterfeld“.

Viel Platz im Gewerbebau für die Musik

Auf über 200 Quadratmetern allein für musikalische Belange nutzbarer Fläche im Keller der künftigen zweistöckigen Gewerbehalle mit Büros und Aufenthaltsräumen soll ein musikalisches Zentrum der besonderen Art entstehen. Grund genug, sich mit den am Bau Beteiligten und mit Vertretern aus Gemeinde und Politik zu einem symbolischen Spatenstich im Rahmen einer Feierstunde zusammenzufinden.

Allein 112 Quadratmeter groß wird der künftige Probenraum für die über 50 aktiven Musiker werden. Mit seinen fünf Metern Raumhöhe ragt er dann bis ins Erdgeschoß der künftigen Gewerbehalle hinein. Dazu kommen noch Unterrichtsräume, ein Aufenthaltsraum und ein Archiv mit Notenlager. Wenn alles klappt, so Simon Zosseder, dem das gemeinschaftliche Vorhaben eine Herzensangelegenheit ist, könnte in der 46. Kalenderwoche bereits die Hebfeier für das gesamte Gebäude stattfinden, das im Freistellungsverfahren vom Landratsamt genehmigt worden war.

In Zukunft sollen ansonsten im gewerblichen Bereich des Gebäudes Wertstoffe wie Papier und Kunststoffe geschreddert, und recycelt werden. Auf dem insgesamt 7600 Quadratmetern großen Areal bestehen zudem noch betriebliche Erweiterungsmöglichkeiten.

Dass neben der neuen Heimat für alle Musikbegeisterten auch noch 10 bis 15 neue Arbeitsplätze in der Gemeinde entstehen werden, darüber freut sich besonders Bürgermeister Robert Aßmus. Mit Zosseder als viertem großen Bewerber für die Fläche „Am Klosterfeld“ habe man endlich einen gefunden, bei dem alles zusammenpasse, so seine positive Bilanz, da sei sich auch der Gemeinderat einig.

Im Verein sind viele talentierte Handwerker

Wie schaut das gemeinschaftliche Zusammenwirken zwischen der Firma Zosseder und der Musikkapelle aber nun aus? Zunächst besteht zwischen Geschäftsführer Simon Zosseder und den Griesstätter Musikern eine langjährige Verbundenheit. Als Gründungsmitglied der Kapelle im Jahr 1983 und deren Schriftführer ist er auch heute noch als Flügelhornist aktiv.

Ganz umsonst bekommt die Musikkapelle die Räumlichkeiten aber auch nicht. Denn die handwerklichen Leistungen für den musikalisch genutzten Raumanteil werden von den Mitgliedern und deren Helfern weitgehend selbst erbracht. Denn in den Reihen der Kapelle finden sich unter anderem Maurer, Zimmerer, Schreier oder Elektriker, die die entsprechenden Arbeiten in Eigenleistung erbringen werden. Da heißt es nicht nur viel Zeit zu investieren, sondern auch Handwerksarbeiten, Urlaube und Wochenenden richtig zu koordinieren. Um alles wird sich ein eigenes eingespieltes Team kümmern, das sich bereits bei früheren Festlichkeiten bestens bewährt hat.

Maschinen und Materialien werden für den Bau von der Firma Zosseder gestellt. Dass dies alles nicht selbstverständlich ist, was da an gemeinschaftlicher Verantwortung und gegenseitigem Vertrauen in einer Win-Win-Aktion entstehen soll, spiegelten auch die verschiedenen Grußworte wider.

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Musikkapellen-Vorstand Johann Kaiser freute sich in seiner Ansprache vor allem, dass die beengten Zeiten im Jugendheim bald ein Ende hätten und bezeichnete die Kooperation als ein Riesending. Man sei damit für den nächsten 50 bis 80 Jahre gerüstet.

Bürgermeister Robert Aßmus lobte die Musikkapelle als Aushängeschild für die Gemeinde. Erfreulicherweise werte das Gemeinschaftsprojekt insgesamt auch das Gewerbegebiet und die Gemeinde auf.

Für Bezirksrat Sebastian Friesinger ist Griesstätt eine Vorzeigegemeinde in Sachen musikalischer Ausbildung. Man schaffe hier etwas Besonderes für die Zukunft und das in Zeiten von Corona, wo so viel soziales Miteinander wegbräche.

Ein Lob für den Mittelstand, das Familienunternehmen und seine Leistungsfähigkeit kam von Klaus Stöttner (MdL). Das Zusammenspiel von Gewerbe und Musik stelle vor Ort einen besonderen Leuchtturm dar. Es zeige sich, dass Wirtschaft und kulturelles Leben zusammenpassen können, dass hier schon ‚fast eine eigene Betriebsmusi‘ eine Heimat fände.

Bevor es schließlich an den symbolischen Spatenstich für das Gemeinschaftsprojekt ging, erinnerte der Gründer der Griesstätter Musikkapelle Franz Breitenbach noch an die musikalischen Anfänge vor 37 Jahren und die daraus resultierende Verpflichtung für künftige Musiker. Er hob besonders den Zusammenhalt in der Gemeinde hervor, den man auch künftig nicht missen wolle.

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