Ein Detektiv hilft der Stadt Wasserburg, reihenweise Corona-Mülltouristen zu überführen 

Wilde Unratablagerungenvon auswärtigen „Mülltouristen“Pfarrer-Neumair-Straße steigen besonders in der Corona-Pandemie an. Stadt Wasserburg
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Die Verschmutzungen an den Wertstoffinseln haben seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen. Der größte Teil der Verursacher kommt nicht aus dem Stadtgebiet, sagt Andreas Hiebl aus der Stadtverwaltung. Ein Detektiv hat einige „Saubären“ erwischt. Im April hat die Stadt 80 Müllsünder angezeigt.

Wasserburg – Mehr Unrat in derCorona-Zeit: Um die zusätzlichen Müllablagerungen neben den Containern wegzuräumen und zu entsorgen, hat die Stadt im Jahr 2019 rund 24.000 Euro ausgegeben. Der Betrag wird 2020 sehr wahrscheinlich ansteigen.

120 Container

„Durch die geänderte Lebensweise während der Pandemiezeit ist in ganz Deutschland ein gestiegenes Abfallaufkommen zu verzeichnen. Dies macht sich auch an den Wasserburger Wertstoffinseln auf unschöne Weise bemerkbar“, so Hiebl.

Obwohl im Stadtgebiet Wasserburg 16 Wertstoffinseln für die Entsorgung von Glas- und Leichtverpackungen mit insgesamt mehr als 120 Sammelcontainern vorhanden sind, reichen die Kapazitäten zurzeit für die Aufnahme der Verpackungen nicht aus.

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Trotz einer zweimaligen Leerung der Sammelcontainer pro Woche sind sie nach wenigen Tagen schon wieder überfüllt und die Abfallsäcke werden einfach daneben geworfen. Bisher reichte der Leerungsturnus aus. Und auch wegen der aufwendigen zweimaligen Säuberung aller Wertstoffinseln pro Woche gab es nur selten unerlaubte Ablagerungen. „Die am Boden abgelegten Abfallsäcke locken schnell Ratten und Insekten an, wodurch es zu hygienischen Problemen kommen kann“, warnt Hiebl.

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Da die Wasserburger Wertstoffinseln schon seit vielen Jahren durch einen beauftragten Detektiv überwacht werden, konnte bei der Ermittlung der Personen, die vor allem die Abfälle neben den Sammelcontainern ablegten, Erstaunliches festgestellt werden: Etwa 75 Prozent dieser Personen stammen gar nicht aus Wasserburg und dürfen deshalb die Wasserburger Wertstoffinseln gar nicht benutzen. Obwohl an den Wertstoffinseln große Schilder mit den Benutzungsregeln hängen, werden diese ignoriert.

80 Leute angezeigt

Alleine im April erhielten schon mehr als 80 Personen eine Anzeige wegen einer unerlaubten Abfallablagerung. „Das ist kein Kavaliersdelikt. Auch die derzeitige Sondersituation gilt nicht als Entschuldigung. Die Verursacher müssen mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, so Hiebl.

„Wir möchten noch einmal eindringlich darauf hinweisen, dass die Wasserburger Wertstoffinseln nur von Wasserburger Bürgern benutzt werden dürfen und dass bei einer Überfüllung der Sammelcontainer die Abfälle doch bitte wieder mitgenommen und zu einem späteren Zeitpunkt oder an einer anderen, aufnahmefähigen Wertstoffinsel entsorgt werden müssen.“

Die Stadt Wasserburg und der Landkreis Rosenheim haben unterschiedliche Sammel- und Gebührensysteme für die Abfälle.

Zweimal die Woche kommt Lkw mit Kran

„So gilt im Umkehrschluss natürlich auch für die Wasserburgerinnen und Wasserburger, dass auch sie keine Abfälle in den Nachbargemeinden entsorgen dürfen“, so Hiebl.

Die Entleerung der Container übernimmt die Firma Zosseder aus Eiselfing. „Ein Lkw mit Kran leert die sogenannten Iglus zweimal in der Woche aus“, erklärt Martin Kirschner von der Entsorgungsfirma.

„Wenn, so wie im Moment, Mehrmengen anfallen, leeren wir auch zwischendrin aus. Ein privater Entsorgungsdienst kümmert sich um die Säcke, die neben den Containern abgelegt werden.

Laut Kirschner schaut es am wildesten dort aus, wo Menschen sich unbeobachtet fühlen, wenn sie verbotenerweise ihren Unrat abladen. Neuralgische Punkte seien die Wertstoffinseln in der Pfarrer-Neumair-Straße, am Feuerwehrhaus Reitmehring, an der Schmiedwiese und in der Watzmannstraße.

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