Motorradfahren wieder erlaubt: Das empfehlen die Wasserburg Johanniter für den Saisonstart

Hier liegt eine Notfallsituation vor:Sanitäter versorgen nach einem Unfall den Patienten. Er wird angesprochen und die Helmabnahme vorbereitet. Schemann
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Hier liegt eine Notfallsituation vor:Sanitäter versorgen nach einem Unfall den Patienten. Er wird angesprochen und die Helmabnahme vorbereitet. Schemann

Erste Hilfe in Zeiten der Pandemie? Was Verkehrsteilnehmer jetzt wissen und Motorradfahrer beim verspäteten Start in die Ausflugszeit beachten müssen.

Wasserburg – Durch die Aufhebung der allgemeinen Ausgangsbeschränkungen sind in Bayern wieder Motorradtouren möglich, ohne dass es einen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung bräuchte. Zum verspäteten Saisonstart 2020 erklärt Robert Wallner (47), seit 13 Jahren ehrenamtlicher Rettungsassistent der Johanniter Wasserburg, worauf Motorradfahrer besonders achten sollten.

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Viele Menschen sind unsicher, wie man in Zeiten der Corona-Pandemie Erste Hilfe leisten kann.

Wallner:„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten. Einen Notruf absetzen, das kann jeder. Ersthelfer sollten aber immer auch auf den Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“

Wo lauern denn sonst besondere Gefahren für die ersten Auflüge mit dem Bike?

Wallner: „Nach den Stürmen der letzten Tage gab es besonders viele Waldarbeiten. Die Straßen sind in Waldgebieten dadurch häufig stark verschmutzt. Im Schatten der Bäume ist das schwer zu sehen. Die Sturzgefahr ist sehr hoch.“

Immer wieder hört man, dass mehr als die Hälfte aller Motorradunfälle von Autofahrern verursacht würden. Was halten Sie davon?

Wallner:„Autofahrer müssen sich nach den Wintermonaten erst wieder an die leicht zu übersehenden Motorräder gewöhnen. Ein Schulterblick beim Spurwechsel kann viele Unfälle vermeiden. Ganz wichtig ist, dass Autofahrer vor dem Abbiegen oder beim Spurwechsel rechtzeitig blinken. Für Motorrad- wie Autofahrer gilt: Auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben.“

Typische Verletzungen bei Motorradunfällen sind Knochenbrüche, schwere Hautabschürfungen oder Nervenverletzungen, die zu Lähmungen führen können. Wie sieht die richtige Schutzkleidung aus?

Wallner: „Eine normale Jeans bietet bei einem Unfall kaum mehr Schutz als die nackte Haut. Wichtig ist, dass die Protektoren richtig und fest sitzen. Das Schuhwerk sollte auch die Knöchel schützen.“

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Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Motorradunfall kommt. Was sollte ein Ersthelfer tun?

Wallner: „Zunächst die Unfallstelle absichern. Dann ist es zwingend nötig, dass er dem Motorradfahrer bei Bewusstlosigkeit den Helm abnimmt. Nur so kann gewährleistet wer den, dass der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte diese assistieren, indem sie Hals und Kopf waagerecht hält. Anschließend sollte der Verunglückte in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn er an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Dann wird die Notrufnummer 112 gewählt.

Kann beim Verunfallten keine Atmung festgestellt werde, müssen Ersthelfer sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Dabei kann aktuell auf eine Beatmung verzichtet werden, wenn Unsicherheit besteht, ob die leblose Person an COVID-19 erkrankt ist. Nach dem Notruf sollte in diesem Fall ununterbrochen eine Herzdruckmassage durchgeführt werden. Dabei kann das Gesicht der betroffenen Person mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren.“ Interview: Petra Maier

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