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Lösung für die Parkprobleme

Schluss mit dem Motorradchaos auf dem Wasserburger Marienplatz

Ein typisches Bild an einem Sommertag in Wasserburg: gut gefüllte Cafétische, daneben abgestellte Motorräder. Wild parken dürfen sie hier bald nicht mehr.
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Ein typisches Bild an einem Sommertag in Wasserburg: gut gefüllte Cafétische, daneben abgestellte Motorräder. Wild parken dürfen sie hier bald nicht mehr.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Sommer in Wasserburg – ein typisches Bild: Dutzende Motorräder vor dem historischen Rathaus. Von Parkchaos sprechen die Kritiker, andere können die Aufregung um die wild abgestellten Motorräder nicht nachvollziehen. Tatsache ist: Es besteht Handlungsbedarf.

Wasserburg – Diese Sitzung hatte es in sich: Vier Stunden lang kämpfte sich der Bauausschuss am Donnerstagabend durch viele schwierige kommunalpolitische Themen. Für eins, das seit Jahren für Ärger sorgt, gibt es einen Lösungsansatz: Das viel kritisierte Chaos, das wild parkende Motorräder auf dem Marienplatz anrichten, soll durch extra für die Zweiräder ausgewiesene Parkplätze beendet werden. Das heißt aber auch: Demnächst gibt es Strafzettel, wenn die Maschinen außerhalb der Stellflächen stehen.

Bürger klagen über fehlende Rücksicht

„Schade, dass die Dorle nicht mehr lebt“, eröffnete Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) die Debatte. Die verstorbene Dorle Irlbeck, Trägerin der Heiserer-Medaille, hätte die Beratung zum Thema Motorrad-Chaos sicherlich mit großem Interesse verfolgt – und mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg gehalten: Sie störte sich nicht an den wild parkenden Maschinen vor dem Rathaus.

Doch es gibt viele Bürger, die von mangelnder Rücksichtnahme sprechen – so etwa Fritz Armbruster und Peter Ludwig in einer Bürgersprechstunde im Juni vergangenen Jahres. Sie wiesen darauf hin, dass nicht mehr so mobile Menschen oder Eltern, die einen Kinderwagen durch die Reihe der Motorräder schieben müssen, behindert werden und auch die Sicht auf die Häuserfassaden gestört werde.

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Was ebenfalls sauer aufstößt: Autofahrer, die falsch parken, bekommen ein Knöllchen, Motorradfahrer im verkehrsberuhigten Bereich am Marienplatz meistens nicht.

Motorradfahrer sorgen seit 20 Jahren für Diskussionen

Seit 20 Jahren wird nach Angaben von Kölbl diskutiert, was getan werden kann. Mehr Stellplätze für Motorräder in den Parkhäusern auszuweisen, bringt wenig, ist sich das Gremium einig, denn die Fahrerinnen und Fahrer wollen beim Cafébesuch ihre Maschinen im Auge behalten und mit anderen beim Gang von Motorrad zu Motorrad auch fachsimpeln.

Bei der Aufstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) gaben die Teilnehmer an der Verkehrsklausur der Verwaltung die Hausaufgabe auf, zu prüfen, wo in der Altstadt Motorradparkplätze ausgewiesen werden können.

CSU-Fraktionsmitglied kommt mit Vespa zur Sitzung

CSU-Fraktionsmitglied Wolfgang Schmid war demonstrativ mit seinem Vespa-Roller zur Sitzung gefahren und verlas ausnahmsweise sogar eine schriftliche Stellungnahme zu seinem „Herzensthema“: Denn er kann die Verärgerung über die Parkerei der Motorräder nicht ganz nachvollzhiehen.

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In der Stadt stehen nach seiner Erfahrung nicht nur Motorräder illegal herum, sondern auch viele Mopeds und Roller – etwa unter den Arkaden und auf Gehwegen. „Wo sind die Grenzen? Stehen als nächstes die E-Bikes ab einer bestimmten Größe im Fokus?“

Wer falsch parkt, riskiert Knöllchen

Schmid erinnerte auch daran, dass die Altstadt ein Ausflugsziel ist. „An ein paar Tagen im Jahr ist wirklich was los vor dem Rathaus.“ Doch darüber könne sich eine Stadt doch nur freuen, findet er. Würden Stellflächen für Motorräder ausgewiesen, müssten Parksünder auch sanktioniert werden, warnte Schmid – eine Tatsache, die Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann bestätigte.

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Grüne: Egoismus der Motorradfahrer muss gestoppt werden

Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sieht die Stadt jedoch in der Pflicht, das Chaos auf dem Marienplatz zu beenden. Dem Egoismus mancher Motorradfahrer, die ihre Maschinen einfach irgendwo abstellen würden, müsse Einhalt geboten werden. Die Fraktionsvorsitzende von SPD und Linker Liste, Friederike Kayser-Büker, warb ebenfalls für einen Lösungsversuch per Ausweisung von Parkflächen, das Dilemma könne anders nicht beendet werden. Markus Pöhmerer (Wasserburger Block) schlug vor, es für einen Sommer auf Probe zu versuchen, was der Ausschuss befürwortete.

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Neue Parkplätze sollen entstehen

„Zeigen wir, dass wir eine tolerante Stadt sind, die sich über Gäste und Tagestouristen freut“, appellierte Schmid. Und schlug vor, auch vor dem Rathaus am Marienplatz eine Parkfläche für Motorräder auszuweisen. „Damit stehen sie dort legal und alles ist gut.“ Etwa zehn Plätze sollen entstehen, beschloss der Bauausschuss mit fünf Ja- und zwei Nein-Stimmen zum Antrag von Schmid.

Bei den Einzelabstimmungen zu den Parkplatzvorschlägen der Verwaltung gab es quer durch die Fraktionen unterschiedliche Ergebnisse. Für Motorräder ausgewiesene Parkplätze entstehen: vor dem Kerneck ( fünf Ja- und zwei Nein-Stimmen), Am Gries (fünf Mal Ja, zwei Mal nein), in der Ledererzeile am Zebrastreifen (vier Ja- und Drei Nein-Stimmen), vor dem Rathaus: fünf Mal Ja und zwei Mal Nein). Die Stellflächen sind gebührenfrei.

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