Motocrossfahrer, Langläufer und Hunde stören das Wild im Schnaitseer Wald

Josef Utz (vorne) übernahm das Amts des Jagdvorstehers wieder von Notvorsteher Bürgermeister Thomas Schmidinger.
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Josef Utz (vorne) übernahm das Amts des Jagdvorstehers wieder von Notvorsteher Bürgermeister Thomas Schmidinger.

Uneinsichtige Bürger, die sich in ihrer Freizeit im Wald austoben, waren ein Thema bei der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft Schnaitsee.

Von Josef Unterforsthuber

Schnaitsee – Ein Novum brachte die Corona-Zeit auch für die Schnaitseer Jagdgenossenschaft. Nachdem die Neuwahlen im März nicht fristgerecht durchgeführt werden konnten, war das Amt eines „Jagd-Notvorstehers“ an Bürgermeister Thomas Schmidinger übergegangen.

Bei der jetzt durchgeführten Versammlung im Gasthof „Zur Post“ wies Schmidinger die Jagdgenossen auf diese rechtlichen Umstände hin, bestätigte den Gästen aber, dass er in den rund dreieinhalb Monaten keine Amtshandlung habe übernehmen müssen.

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Im Fokus stand außerdem das Freizeitverhalten vieler Bürger. „Motocrossfahren im Wald, Laufen oder Langlaufen mit Stirnlampen in der Dämmerung und vor allem freilaufende Hunde sind große Probleme für das Wild. Bitte solche Leute ansprechen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, appellierte Jäger Josef Lepschy.

Schriftführer Franz Traunthaler berichtete von zwei Waldbegehungen. Die erste führte in den Süden zum Keybrunnen. Hier wurden Bestände besichtigt, die wenig bewirtschaftet waren. Förster Helmut Gattinger nannte solche Waldgebiete „eine Eintrittspforte für Windbruch und Borkenkäfer“. In diesem Frühjahr wurden Waldgebiete bei Stangern und Kaltbrunn besichtigt.

Die Kasse von Thomas Schreiner wies wegen der Auszahlung des Jagdpachtschillings ein Minus auf. Nach dem Revisorenbericht von Konrad Lutzenberger und Josef Emmerer wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Bei den Neuwahlen wählten die Teilnehmer Josef Utz als ersten und Ludwig Randlinger als zweiten Jagdvorsteher. Ebenso einstimmig wurden Franz Hölzl und Andreas Pichler als Beisitzer, Schriftführer Franz Traunthaler, Kassier Thomas Schreiner und die Revisoren Konrad Lutzenberger und Josef Emmerer gewählt.

Hohe Hürden für den Drohneneinsatz bei der Rehkitzsuche

Jetzt wieder als Bürgermeister betonte Schmidinger die „sehr gute Arbeit“, die in den vergangenen fünf Jahren geleistet worden sei. Er unterstrich: Ein gutes Miteinander der Jagdgenossen (Grundeigentümer) und der Jäger sei die Grundlage der guten Arbeit.

Als Vertreter der Jägerschaft dankte Lepschy für die Zusammenarbeit. „Wenn Probleme gleich vor Ort in persönlichen Gesprächen gelöst werden können, ist das am allerbesten.“ Lepschy informierte die Jagdgenossen zu Genehmigungen für die Verwendung von Schalldämpfern und von Nachtsichtgeräten bei der Schwarzwildjagd.

Zum Drohneneinsatz bei der Kitzrettung berichtete er von hohen behördlichen Hürden. So müssten Drohnen mit einem Gewicht über 250 Gramm angemeldet sein. Nutzer seien verpflichtet, einen Führerschein und eine Schulung zum Datenschutz zu absolvieren, bedauerte der Referent. „Das ist nicht einfach. Hier befindet sich der Benutzer schnell im Bereich einer Straftat.“ ju

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