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300 Gäste bei der Einweihung

„Möge Schnaitsee nie mehr eine Pandemie erleben“ - Corona-Kapelle soll den Schutz bringen

Pfarrer Mario Friedl weihte die Corona-Kapelle in Schnaitsee feierlich ein.
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Pfarrer Mario Friedl weihte die Corona-Kapelle in Schnaitsee feierlich ein.

Eine ungewöhnliche Idee hatte Familie Scherer in Schnaitsee. Als Gedenkstätte an die schwere Zeit der Pandemie hat sie eine Corona-Kapelle errichtet. Nun wurde sie eingeweiht. Der heiligen Corona schien sie zu Gefallen, zumindest spielte das Wetter mit.

Von Manfred Heistracher

Schnaitsee – Es muss die Fürsprache der heiligen Corona gewesen sein, die die Einweihungsfeier und die Messe trotz bedenklicher Wetterprognosen im Trockenen über die Bühne gingen lies. Über 300 Gäste kamen zu diesem Anlass und nahmen teil an der heiligen Messe und Einweihung durch Pfarrer Mario Friedl. Die zahlreich aufgestellten Bänke reichten nicht, viele Gäste verfolgten das Geschehen somit stehend. Vor Beginn der Feierlichkeit stimmten die Schnaitseer Alphornbläser auf das folgende Fest ein.

Zur Veranstaltung kamen über 300 Gäste zusammen.

Einweihungsurkunde an Familie Scherer überreicht

Pfarrer Mario Friedl freute sich zunächst einfach über die Entstehung der Kapelle, die für die Gemeinde etwas Besonderes ist – und er freute sich über das Engagement der Familie Scherer, die den Bau veranlasst habe. Dabei überreichte er Georg Scherer sen. die offizielle Einweihungsurkunde und das dazugehörige Schreiben vom Erzbischöflichen Ordinariat in München.

In seiner Predigt ging er nochmals auf die Pandemie ein und meinte, dass so eine Kapelle als Gedenkstätte und Danksagung auch noch in 100 Jahren an diese schwere Zeit erinnern wird. Die namensgebende Heilige Corona erlitt in der Spätantike den Märtyrertod, die genauen Lebensumständen lassen sich nicht mehr exakt nachverfolgen, mehrheitlich wird sie nach Syrien verortet. Nach ihrer Heiligsprechung wurde sie besonders gegen Seuchen und Unwetter angerufen. Im Dom zu Aachen werden ihre Reliquien seit 997 verehrt.

Umrahmt wurde die Messfeier von der Musikkapelle aus Schnaitsee mit der Schubertmesse, bei der alle Besucher kräftig mitsingen konnten. Zum Ende der Messe sangen alle noch die Bayernhymne.

Corona-Virus inspirierte die Form

In einer kurzen Ansprache ging Georg Scherer nochmals auf die Beweggründe ein, diese Kapelle zu bauen. „Die Unsicherheit zu Beginn der Pandemie, die Bilder aus schwer betroffenen Regionen machten uns Angst, nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch in Verantwortung für unsere Mitarbeiter und unsere Betriebe. So fassten wir den Entschluss eine Kapelle zu errichten, wenn alles gut überstanden sei.“ Der heiligen Corona als Schutzpatronin gegen Seuchen sollte sie dann gewidmet werden. Bei der Formgebung war der Corona-Virus ideengebend, die Kugelform sollte aufgegriffen werden. Nach Aussage der Kreisbaumeisterin kann diese Bauform als einmalig in ganz Deutschland bezeichnet werden.

Georg Scherer bedankte sich auch bei allen beteiligten Firmen, die den Bau so schön realisiert haben und dabei doch so viele technische Kniffe lösen mussten. Besonderer Dank galt den Künstlern Ernst Czaloun aus Trostberg für die Glasgestaltung und Florian Hasenauer aus Saalbach, Österreich, der den Altar gestaltete. Herausgehoben wurde auch Franz Gmeindl von der Firma Köhldorfner, der als Capo auf der Baustelle unter anderem mehrere tausend Holzschindeln verarbeitet hat – eine Technik die heute kaum mehr jemand beherrscht.

Bevor Georg Scherer abschließend alle Gäste auf eine Brotzeit und auf die Besichtigung der Kapelle einlud, bedankte er sich auch bei Pfarrer Mario Friedl, allen Musikanten, allen Mitwirkenden und den zahlreichen Helfern für ihren Beitrag zu diesem gelungenen Fest.

„Möge Schnaitsee keine Pandemie mehr erleben“

Im Namen des Musikvereins bedankte Georg Scherer sich auch im vorab für Spenden für die Jugendarbeit des Musikvereins, die er verdoppelt an den Musikverein übergeben wird. „Möge die Kapelle als Andachtsort oft genutzt werden und Schnaitsee keine Pandemie mehr erleben müssen.“ Mit einem Blick gen Himmel bedankte er sich auch nach oben: „die Hl. Corona hat geholfen – sie hat uns nicht im Regen stehen gelassen“.

Der Musikverein sorgte für einen würdevollen Rahmen.

Die Kapelle steht immer offen, sie liegt am Holzjacklweg am Ortsausgang von Schnaitsee Richtung Wasserburg und bietet bei schönem Wetter einen tollen Ausblick. Abends soll die Kapelle immer stimmungsvoll beleuchtet sein.

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