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Moderne Technik hilft alten Büchern

Pater Stiegler gab der neuen Entsäuerungsanlage der Nitrochemie, die nach dem "Papersave swiss-Verfahren" arbeitet, den kirchlichen Segen.
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Pater Stiegler gab der neuen Entsäuerungsanlage der Nitrochemie, die nach dem "Papersave swiss-Verfahren" arbeitet, den kirchlichen Segen.

Die Firma Nitrochemie hat sich ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Gestern wurde die neue Papierentsäuerungsanlage eingeweiht.

Aschau - "Papersave swiss goes Bavaria", meinte Dr. Georg Lingg, Geschäftsführer der Nitrochemie Aschau, bei der Einweihung der Papierentsäuerungsanlage. Die Anlage, die nach dem "Papersave swiss-Verfahren" arbeitet, ist eine der weltweit größten und modernsten Papierentsäuerungsanlagen. Damit werde der dauerhafte Erhalt wertvoller und unwiederbringlicher Bücher und Dokumente gewährleistet. Das Verfahren verhindert Säurefraß und den Zerfall, die in erster Linie durch die Verwendung von Papieren minderwertiger Qualität seit Beginn der industriellen Herstellung von Papier um das Jahr 1850 verursacht werden.

Weltweit sind schätzungsweise 80 bis 90 Prozent der gesamten Bestände an Archiv- und Bibliotheksmaterial gefährdet. Rund zehn Prozent sind nicht mehr verwendbar, 30 Prozent vom Zerfall betroffen und 40 Prozent bedroht. Die wertvollen Bücher und Dokumente werden konserviert, indem die Säuren, die sich im Papier befinden, neutralisiert werden. Die dafür notwendigen Chemikalien stellt die Nitrochemie in Aschau her.

Viel Erfahrung durch Anlage in der Schweiz

Die Firma betreibt seit 15 Jahren eine Papierentsäuerungsanlage im schweizerischen Wimmis und kann bei der Anlage in Aschau auf die dort gemachten Erfahrungen zurückgreifen. Alle Mitarbeiter der Aschauer Anlage wurden in der Schweiz geschult. Dort werden rund 120 Tonnen Bücher und Dokumente auf diese Art konserviert. 120 Tonnen werden es auch in Aschau zu Beginn sein. Hier soll die Kapazität aber auf 180 Tonnen pro Jahr erweitert werden. "Damit bauen wir unsere Marktposition weiter aus und freuen uns, künftig eine noch wichtigere Rolle im Bereich der Konservierung wertvoller Kulturgüter zu spielen", so Lingg.

Mit Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft feierte die Rheinmetalltochter Nitrochemie gestern die Einweihung der Papierentsäuerungsanlage. Pater Stiegler segnete die Anlage, bevor die Gäste bei einem Rundgang in die Arbeitsweise der Anlage eingeweiht wurden.

In ihren Grußworten lobten Aschaus Bürgermeister Alois Salzeder, Landrat Georg Huber und MdB Stephan Mayer die Investition von mehr als fünf Millionen Euro am Standort Aschau. "Für die Gemeinde ist es ein Meilenstein", sagte Salzeder. Damit beweise die Firma Nitrochemie, dass sie weiter als Arbeitgeber ein beständiger Partner sei. Er machte aber auch keinen Hehl daraus, dass sich die Gemeinde über die regelmäßigen Steuerzahlungen freut.

Innovative Technik

made in Aschau

Die Papierentsäuerungsanlage sei ein Alleinstellungsmerkmal, meinte Landrat Georg Huber. Damit habe man im Landkreis eine "hochinnovativ und zukunftsfähige Technik made in Aschau". Er erinnerte auch daran, dass das sogenannte Chemiedreieck rund 25000 direkte und rund 60000 indirekte Arbeitsplätze schaffe und so "den sozialen Wohlstand des Landkreises fördert". Zugleich lobte er die Zusammenarbeit mit der Nitrochemie, die kompetent und transparent sei.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer meinte, es sei keine Selbstverständlichkeit, am Standort Aschau zu investieren, da man hier "infrastrukturtechnisch doch eher in der Peripherie" sei. Gleichzeitig lobte er, dass die Nitrochemie mit der Buchentsäuerung ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen und sich so breiter aufgestellt habe. Etwas lapidar meinte er, dass der Erhalt von Kulturgütern auch wichtig sei. Deutlich ausführlicher brach er aber eine Lanze für die Wehrtechnik und legte ein klares Bekenntnis zur Rüstungsindustrie in Deutschland ab. Jeder vierte Arbeitsplatz in der Rüstungsindustrie ist in Bayern angesiedelt, gab er zu bedenken. hsc

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