Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Aktionstag

Umdenken in Haag: Warum E-Mobilität im Ort Fahrt aufnimmt

Trotz Regen waren viele Interessenten bei dem E-Mobilitätstag unterwegs. Günster
+
Trotz Regen waren viele Interessenten bei dem E-Mobilitätstag unterwegs. Günster
  • VonKarlheinz Günster
    schließen

Nach zwei Jahren Corona-Pause gab es in Haag wieder einen Elektro-Mobilitätstag. Viele Bürger waren interessiert alternativen zu Benzin und Diesel.

Haag in Oberbayern – Nach zwei Jahren Pause gab es in Haag wieder einen Elektro-Mobilitätstag. Das war eine gute Gelegenheit, sich zu diesem Thema zu informieren, die viele Bürger trotz des schlechten Wetters nutzten. Durch die sich anbahnende Energiekrise hat das Thema wieder an Bedeutung zugenommen. Seit dem letzten Mobilitätstag 2019 hat sich für Hans Urban, der auch dieses Jahr dazu eingeladen hatte und von den Kraftwerken Haag, der Gemeinde, dem Gewerbeverein Haag Aktiv und dem Rosenheimer Solarförderverein unterstützt wurde, einiges verändert.

Hans Urban

Im Rahmen des Herbstmarktes waren eigentlich noch mehr Menschen erwartet worden, so stand der größere Bräuhausplatz mit der Hauptstraße zur Verfügung, Geschäfte hatten geöffnet und ein paar Meter weiter lockte eine Oldtimer-Ausstellung.

Viele Fragen aus dem Publikum

Leider machte das Wetter allen einen Strich durch die Rechnung, immer wieder trieben Regenschauer die Menschen unter ihre Schirme oder unter die Pavillons.

Trotzdem gab es einiges zu erfahren. Warum sollte man überhaupt elektrisch fahren, was hat die Größe eines Autos mit Nachhaltigkeit zu tun oder auch: Lässt sich die Energie des Autos als Stromquelle nutzen? Fragen aus dem Publikum waren dem Ingenieur Hans Urban, der beruflich auf dieses Thema spezialisiert ist, sehr willkommen. Routiniert versorgte er die Zuhörer mit Details, bevor diese weiter zwischen den ausgestellten Fahrzeugen schlenderten und mit Besitzern, Vertretern von mehreren Autohäusern, einer Versicherung und anderen diskutierten. Autos, Zweiräder, auch ein Bauhoffahrzeug gab es zu sehen und einen Radlader – alles elektrisch, und ein Auto versorgte einen Lichtmast.

Die aktuelle Weltlage spielte mit in die Fragen hinein. Nein, antwortete der Ingenieur, es sei nicht unbedingt sinnvoll, mit der Energie des Autos das Haus zu versorgen. Denn es gebe derzeit viele kostenlose Lademöglichkeiten, die fielen dann weg, wenn die Menschen damit ihre Häuser auch noch versorgen. Andere standen all dem skeptisch gegenüber, darunter ein Ehepaar aus St. Wolfgang. „Wo soll der Strom zum Laden denn herkommen?“ Und: Es sei besser „auf Wasserstoff zu warten“.

Nicht mehr überzeugen brauchte man Sebastian Seidl aus Unterreit. Er befasst sich seit fast drei Jahrzehnten damit, nutzt elektrische Energie daheim, seit Langem auch im Auto und er war maßgeblich an der mit Solarstrom betriebenen Sternwarte im Oberreither Wildpark beteiligt. Seidl war „interessehalber“ in Haag und strebt für sich eine autarke Stromversorgung an, sobald die höhere Einspeisevergütung seiner vorhandenen Anlage ausgelaufen ist.

Wartezeit bis zu eineinhalb Jahre

Andere Sorgen hatte Georg Hohmann vom Autohaus MKM Huber in Wasserburg. Die Frage bei den Kunden sei gar nicht, elektrisch oder nicht, sondern vielmehr ob lieferbar oder nicht. Die Wartezeiten bewegen sich von einem halben Jahr bis eineinhalb Jahre, da wird es mit dem Bonus der Regierung schon eng. Am besten sei es, jetzt zu handeln, denn eine Aufstockung der Förderung sei nicht in Sicht, so Urban.

Mit elektrischen Autos habe man überwiegend gute Erfahrung gesammelt, „auch bei Vielfahrern“. Das Laden sei kein Thema mehr, eine Viertelstunde genüge schon für mehrere hundert Kilometer, bestätigten andere Besuchern. „Man muss sich überwinden“, hat Hohmann beobachtet, dann entdeckt man viele Ladepunkte, die sogar kostenlos Strom abgeben, so etwas lässt sich gut in den Alltag integrieren. Nein, er kenne niemanden, der damit stehen geblieben wäre. Trotzdem Lieferengpässen zeige man Präsenz und stelle sich den Fragen, gleich in Haag oder bei der eigenen „Huber-Kirta“ am 9. Oktober in Wasserburg, bekräftigte er.

Das Thema der vielen Ladepunkte greifen auch Firmen auf, darunter „Charge at Friends“. Wer Strom von seiner Photovoltaik-Anlage übrig hat, gibt ihn an einem Ladepunkt an andere Autofahrer ab, erklärte ein Vertreter des Augsburger Unternehmens. Auf dem Handy sehe der Nutzer, wo der nächste sei. Bei dem Gedanken, ob der Mobilitätstag auf dem Bräuhausplatz bleiben könnte, denkt Hans Urban laut darüber nach, ob man das überhaupt noch „so anschieben muss.“

Umdenken ist notwendig

Die Weltlage habe das Thema Energie noch einmal verschärft, das sollte doch deutlich gewesen sein. Notwendig sei auch ein Umdenken. Es genüge nicht, nur ein elektrisch betriebenes, aber ein sehr großes Auto zu fahren, das sollte schon zum Bedarf passen, da genügt meistens ein erheblich kleineres, findet er.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Mehr zum Thema

Kommentare