Die Mittelschule Eiselfing soll erhalten bleiben - So geht der Kampf weiter

Der Mittelschulstandort Eiselfing soll erhalten bleiben: Dafür setzte sich jetzt auch der neue Gemeinderat Schonstett ein.
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Der Mittelschulstandort Eiselfing soll erhalten bleiben: Dafür setzte sich jetzt auch der neue Gemeinderat Schonstett ein.

Nach dem Gemeinderat Eiselfing hat sich auch das Gremium in Schonstett klar positioniert: Der Mittelschulstandort Eiselfing soll erhalten bleiben. Im Juli tagt zu dieser Frage auch noch der Gemeinderat in Amerang. Tatsache ist: Die Sicherung des Eiselfinger Schulgebäudes wird ein finanzieller Kraftakt.

Von Martin Voggenauer und Heike Duczek

Schonstett/Eiselfing/Amerang – Auf die drei Gemeinden Eiselfing, Schonstett und Amerang, die einen Mittelschulverband bilden, kommen Millionenkosten zu. Neubau oder Sanierung? 2017 war nach Angaben des Schulverbandsvorsitzenden, Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne), eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Die Fachleute untersuchten das Gebäude, bei dem Teile aus den 60er Jahren stammen. Das Ergebnis, das 2018 vorlag, war ein Schock: Ein Neubau würde über 16 Millionen, eine Generalsanierung über 13 Millionen Euro kosten. „Irre Summen“, so Reinthaler, die sich die Mitgliedsgemeinden im Schulverband nicht leisten könnten – zumal der Freistaat nur einen Neubau fördern würde, maximal mit einem Drittel der anrechenbaren Kosten.

Schon in der vorherigen Wahlperiode kristallisierte sich deshalb eine Notlösung heraus: eine Minimalsanierung in Höhe von vermutlich etwa vier Millionen Euro.

Die neu konstituierten Gemeinderäte der Mitgliedskommunen Eiselfing, Schonstett und Amerang müssen jedoch zuerst Grundsatzbeschlüsse zum Standort treffen. Stehen sie hinter der Mittelschule, wollen sie sie erhalten?

Warnung: Eine Auflösung kann nicht wieder rückgängig gemacht werden

Auch Schonstett hat nun Ja gesagt. Bürgermeister Paul Dirnecker (Freie Wähler) hatte Angelika Elsner vom Schulamt Rosenheim sowie die Rektorin der Mittelschule Eiselfing, Nadine Sauer, in die entscheidende Sitzung eingeladen. Elsner erläuterte, dass eine Übernahme der Schulkinder aus Eiselfing durch die Mittelschule Wasserburg momentan zwar möglich wäre, wegen der prognostizierten steigenden Schülerzahlen Wasserburg jedoch rasch an die Kapazitätsgrenze komme. Die Klassenzimmer würden dann nicht mehr ausreichen und die Schülerzahlen pro Klasse ansteigen.

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Eine Auflösung des Mittelschulstandortes Eiselfing sei nicht mehr umkehrbar, warnte sie. Das Schulamt Rosenheim würde die Mittelschule dort gerne aufrecht erhalten.

Sauer berichtete, dass entgegen früherer Prognosen weiterhin 30 bis 35 Prozent eines vierten Grundschuljahrganges nicht auf weiterführende Schulen, sondern an die Mittelschule wechseln würden. Die Schülerzahlen würden hier in den nächsten Jahren sogar steigen. Das bestätigt Reinthaler auf Nachfrage: Aktuell besuchen nach seinen Angaben 101 Jugendliche die Mittelschule, ab September werden es 112 sein.

Rektorin: „Es geht um Ihre Kinder“

Eiselfing sei eine „funktionierende, kleine Schule“, in der individuelle Arbeit mit den Kindern viel besser möglich sei als in größeren, ist die Rektorin überzeugt. Die Mittelschule ist derzeit von der fünften bis neunten Klassen einzügig, der M-Zweig musste vor Jahren mangels Resonanz aufgegeben werden. Die Grundschule Eiselfing ist fast durchgehend zweizügig – mit steigender Tendenz, wie Reinthalter prognostiziert. Rektorin Sauer betonte, dass für den Dachstuhl des Schulgebäudes in Eiselfing eine „Haltbarkeit“ von fünf Jahren prognostiziert worden sei, zwei Jahre seien schon um. Sie wolle keine „Nobelsanierung“ sondern einfach ein Gebäude, in dem die Pädagogen vernünftig unterrichten könnten. Sie wisse jedoch auch, dass der Fortbestand der Mittelschule Eiselfing eine politische Entscheidung sei. Die Rektorin richtete den Appell an den Gemeinderat: „Es geht um Ihre Kinder“.

Kosten liegen bei etwa vier Millionen Euro

Schonstetts Bürgermeister Dirnecker erklärte vor der Entscheidung dem Gemeinderat, dass es nur noch um eine „Notsanierung“ handele, um einen ordentlichen Schulbetrieb zu gewährleisten. Er sprach von einem Kostenrahmen von vier Millionen Euro. 65 Prozent davon entfallen auf die Mittelschule, der Rest auf die Grundschule Eiselfing. Ob hier Zuschüsse fließen könnten, müsse noch abgeklärt werden.

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Schulverbandsvorsitzender Reinthaler begrüßt die Entscheidung aus Schonstett. Wenn irgendwie möglich, soll der wohnortnahe Standort in Eiselfing erhalten bleiben, betont auch er. Wenn Amerang ebenso denkt, müssen als nächsten Schritt die Details der Sanierung und die Verteilung der Kosten mit den Mitgliedsgemeinden besprochen werden.

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