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Umfrage zur Weltmeisterschaft in Katar

Mitfiebern oder boykottieren? So halten es die Wasserburger mit der umstrittenen Fußball WM

Kevin Klammer, Abteilungsleiter Fußball beim TSV Wasserburg. Wie er über die WM in Katar denkt, verrät er in unserer Umfrage.
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Kevin Klammer, Abteilungsleiter Fußball beim TSV Wasserburg. Wie er über die WM in Katar denkt, verrät er in unserer Umfrage.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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  • Winfried Weithofer
    Winfried Weithofer
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Schauen oder protestieren mit dem Knopf der Fernbedienung? Die Fußballweltmeisterschaft in Katar spaltet auch in Wasserburg die Fans der deutschen Mannschaft. So haben Vertreter aus Sport und Politik entschieden.

Wasserburg – Ist der Boykott die passende Reaktion auf das umstrittene Austragungsland für die Fußball-WM? Wie entscheiden sich Wasserburger Persönlichkeiten aus Sport, Politik und gesellschaftlichem Leben? Wir haben nachgefragt.

Das Khalifa International Stadion in Al Rayyan bei Doha: Hier spielt Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar am 23. November sein erstes Vorrundenspiel gegen Japan.

Kevin Klammer Abteilungsleiter TSV-Fußball: Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, aber ich denke, dass ich die Spiele mit deutscher Beteiligung anschauen werde. Ich will aber niemandem etwas vorschreiben, das muss jeder selber entscheiden. Natürlich finde ich die Vergabe an Katar nicht glücklich. Aber jetzt ist es zu spät, darüber zu diskutieren, das hätte man früher tun sollen.

Bastian Wernthaler, Vorsitzender des TSV Wasserburg: Ich halte die Vergabe der WM nach Katar für einen großen Fehler, ich glaube, das wurde in den hohen Gremien inzwischen erkannt. Ich denke aber, es wäre die falsche Reaktion, das auf dem Rücken unserer Mannschaft auszutragen. Ich werde mir die Spiele der deutschen Mannschaft selbstverständlich anschauen und mitfiebern, ansonsten aber keine.

Bastian Wernthaler, TSV-Vorsitzender

Zweiter Bürgermeister Werner Gartner: Fußball ist eine faszinierende Sportart mit zum Teil großartigen Spielen der deutschen Nationalmannschaft – zum Beispiel 2014 in Brasilien mit dem Gewinn der WM. Kritik gab es auch da, aber was nun passiert, übertrifft alles. Welch ein Unsinn, riesige Stadien in der Wüste zu bauen, die von tausenden von Arbeitern unter unmenschlichen Bedingungen errichtet wurden. Die WM hätte niemals an Katar vergeben werden dürfen, aber die Geldgier der entscheidenden Funktionäre gab wohl den Ausschlag. Gianni Infantino, der Chef der Fifa, lebt in Saus und Braus in Katar, ihn ficht die internationale Kritik nicht an. So wird diese WM an mir relativ spurlos vorbeigehen. Trotzdem wünsche ich der deutschen Mannschaft viel Erfolg!

Werner Gartner, Zweiter Bürgermeister

Dritte Bürgermeisterin Edith Stürmlinger: In unserer total sportbegeisterten Familie fehlt diesmal die sonst übliche Vorfreude auf die kommende WM. Ich kann zwar jeden verstehen, der die WM boykottiert, ich persönlich werde aber versuchen, neben zahlreicher anderer Termine in der Vorweihnachtszeit, die Spiele unserer Mannschaft anzuschauen und mitzufiebern. Die Athleten, die sich sportlich und mental schon so lange darauf vorbereiten, sollten meiner Meinung nach nicht unter den skandalösen Umständen der WM-Vergabe nach Katar leiden. Sie verdienen trotz allem unsere volle Unterstützung. Der Deutschen Mannschaft wünsche ich viel Glück und Erfolg!

Edith Stürmlinger, Dritte Bürgermeisterin

Steffi König, Mitglied im grünen Landesvorstand, die sich intensiv für die Rechte queerer Menschen einsetzt: Ich finde, die Vergabe der WM nach Katar war ein großer Fehler. Nicht nur müssen dort die Stadien klimatisiert werden, damit die Spiele überhaupt stattfinden können. Katar werden auch Verstöße gegen Menschenrechte vorgeworfen. Tausende Menschen sind beim Bau der Stadien gestorben. Und nun hat auch noch einer der katarischen WM-Botschafter in einem Interview Homosexualität als „geistigen Schaden“ bezeichnet. In Katar kann Homosexualität mit Folter und Gefängnis bestraft werden, die Menschenrechtslage für Frauen, LSBTIQ und Gastarbeitende ist katastrophal. Für mich steht fest: Ich werde kein einziges Spiel dieser WM verfolgen.

Steffi König, Mitglied des Landesvorstands der Grünen, ein Themenschwerpunkt: Förderung niederschwelliger Angebote für queere Menschen im ländlichen Raum.

Dr. Johannes Hain, Sprecher der Löwen: „Dass die Vergabe der WM nach Katar falsch war, steht außer Frage. Die aktuelle Debatte kommt jedoch viel zu spät. Die Spiele der deutschen Mannschaft werde ich mir anschauen, ansonsten nur ausgewählte Spiele. In den jüngsten repräsentativen Umfragen hieß es, dass die Mehrheit der Deutschen gar kein Spiel schauen will. Ich glaube nicht, dass sie das auch so durchziehen. Gary Lineker sagte am Wochenende: „Machen wir uns nichts vor: Sobald der Fußball beginnt, wird er alles verschlingen.“ Und genau so wird es wohl kommen.

Dr. Johannes Hain. Löwen-Sprecher

Monika Barthold-Rieger, Patenkreis Asyl: „Eigentlich interessiert mich Fußball ja nur am Rande, entscheidende WM-Spiele bildeten da aber bisher eine Ausnahme. Diese WM an diesem ungewöhnlichen Ort zu dieser Jahreszeit wirkt für mich grenzwertig. Die vielen toten Gastarbeiter beim Bau der Stadien empfinde ich als schwere Hypothek. Khalid Salmans kürzlich getätigte Aussagen zur Homosexualität erschrecken. Auch scheint es, dass der Sport nur mehr der Präsentation von Macht und Geld dient. Ändern wird es zwar nichts, aber ich möchte ein klein wenig dagegen protestieren, indem ich heuer komplett auf das Zuschauen verzichte.

Monika Rieger, Patenkreis Asyl

Kaplan Georg Böckl-Bichler, Stadtkirche Wasserburg: Ich werde – wenn möglich - die Spiele der deutschen Mannschaft verfolgen. Habe selbst oft in der Freizeit gespielt und das Daumendrücken für die National-Elf gehört für mich seit vielen Jahren dazu. Sonst aber werde ich kaum etwas anschauen, schließlich ist Advent und da liegt der Fokus bei uns in der Stadtkirche natürlich auf der Vorbereitung auf Weihnachten. Ich fand schon die Vergabe an Katar damals 2010 unsinnig. Katar bekam ja das Turnier zeitgleich wie Russland die WM 2018. Die FIFA wollte das aus meiner Sicht unbedingt durchboxen. Damals gab es wenig Kritik, jetzt wird es vielen erst bewusst, dass es falsch war.

Georg Böckl-Biclhler, Kaplan

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