KLÄRANLAGE IN RECHTMEHRING EINGEWEIHT

Millionenprojekt ist fertig

Zehn Jahre sind vergangen von den ersten Überlegungen zur Erweiterung der Kläranlage in Rechtmehring bis zur Einweihung am Sonntag. Die wichtigsten Fakten dazu erwähnte Bürgermeister Sebastian Linner in seinen Worten vor über 100 Besuchern, darunter viele beteiligte Firmen und die Vertreter beider Gemeinden. Linner, wie auch sein Albachinger Kollege Franz Sanftl lobten die gegenseitige Zusammenarbeit der beiden Gemeinden.

Rechtmehring – Baugeschichte: Planung, Bau und die damit verbundenen vielen Unwägbarkeiten erfolgte in enger Abstimmung mit der Gemeinde Albaching. Im September des Jahres 2015 erfolgte der Spatenstich für das nunmehr 2,5 Millionen Euro (geplant waren 2,17 Millionen Euro) teure Bauprojekt. Die Sanierung der Anlage wurde nötig, da sich in den angeschlossenen Gemeinden Albaching und Rechtmehring die Bevölkerung und auch das Gewerbe positiv entwickelten.

„Die neue Belebungstechnik gewährleistet niedrige Abwasserwerte, die die Grenzwerte weit unterschreiten“ Axel Sehlhoff.

Die vorherige Klärtechnik aus dem Jahr 1994 erfolgte über Tauchtropfkörper. Diese mussten in den letzten Jahren immer häufiger ausgetauscht werden. Die geforderten Grenzwerte erfüllte diese Technik längst nicht mehr. Die damals angestrebte Bauzeit von einem Jahr konnte allerdings nicht eingehalten werden. Grund war vor allem der Konkurs einer beteiligten Firma. Die Planung und Überwachung der Bauausführung der Anlage erfolgte durch das Ingenieurbüro Sehlhoff aus Straubing.

Die Anlage ist auf 4400 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Davon entfallen auf Albaching 2400 und auf Rechtmehring 2000. Damit gebe es genug Reserven für die Zukunft und die damit mögliche Entwicklung der beiden Gemeinden, so Linner. Derzeit werden jährlich etwa 100 000 Kubikmeter Abwasser von 2780 angeschlossenen Einwohnern der beiden Gemeinden geklärt. Das geklärte Abwasser läuft nach wie vor über den Nasenbach, der als Vorfluter fungiert in das Badegewässer Soyener See.

Über 1000 Kubikmeter Klärschlamm (etwa ein Prozent der Abwassermenge) entsorgt die Gemeinde derzeit jährlich. Im Sommer wird dieser nach wie vor auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgebracht und im Winter nach Rosenheim gefahren und dort nochmals geklärt und der Rest verbrannt. „Die neue Belebungstechnik gewährleistet niedrige Abwasserwerte, die die Grenzwerte weit unterschreiten“, erklärte Axel Sehlhoff. Als Beispiel nannte die Firma Sehlhoff den Stickstoffwert. Mit einer Konzen tration von „60“ laufe das Abwasser in die Kläranlage und mit einer Restkonzentration von „1“ werde das Wasser wieder in den Nasenbach geleitet.

Finanziert wird die Anlage ausschließlich durch die angeschlossenen Eigentümer. Diese erhielten einen Verbesserungsbeitragsbescheid. Außerdem erhöhten sich die Gebühren für den Kubikmeter eingeleitetes Abwasser. In Zukunft soll für solche Maßnahmen eine Rücklage geschaffen werden, um die Gebührenhöhe stabil zu halten, so die Verwaltung.

Pfarrer Marek Kalinka spendete den kirchlichen Segen. Er betonte, dass Wasser und natürlich sauberes Wasser ein wichtiges Gut sei. Das merke man gerade in diesem Sommer mit wenig Regen.

Zahlreiche Besucher nutzen den ganzen Tag über die Gelegenheit, schlossen sich den Führungen an und ließen sich von Klärwärter Leonhard Hundhammer und seinem Stellvertreter Rupert Bachmaier Funktionalität sowie die einzelnen Gebäude und Anlagenteile bei einem Rundgang erläutern.

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