23 Millionen für Xian stützen Aschau

Er ist der Produktlinienverantwortliche für die Gasgeneratoren bei der TRW: Harald Lutz. Der Buchbacher ist zuständig für den Aufbau des Standortes Xian. Weltweit hat die TRW rund 65000 Mitarbeiter an 180 Standorten.
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Er ist der Produktlinienverantwortliche für die Gasgeneratoren bei der TRW: Harald Lutz. Der Buchbacher ist zuständig für den Aufbau des Standortes Xian. Weltweit hat die TRW rund 65000 Mitarbeiter an 180 Standorten.

Die TRW Airbag Systems GmbH hat seit einem Jahr ein eigenes Werk im chinesichen Xian, wo Gasgeneratoren produziert werden. Das Industriegebiet dort befindet sich erst im Aufbau, Fachpersonal vor Ort zu bekommen ist schwierig. In den kommenden zwei Jahren wird die TRW 23 Millionen Dollar in diesen Standort investieren. Auch um die Arbeitsplätze in Aschau-Werk zu sichern. "Der Automobilmarkt in China wird bald der größte sein, daher müssen wir vor Ort sein", sagt Harald Lutz, Director Product Line.

Aschau - Wenn die TRW Airbag Systems GmbH bald 23 Millionen Dollar an ihren Standort Xian in China investiert, dann nicht zuletzt, um ihre Arbeitsplätze in Aschau-Werk zu stärken und zu sichern. So zum Beispiel: Der Treibstoff für die Airbags wird in Aschau-Werk von 70 Arbeitskräften produziert und nach China geliefert. Wer aber nach China exportiert und dort nicht produziert, wird mit Strafzöllen belegt. "Und außerdem erwarten unsere Kunden aus der Automobilbranche eine Präsenz auf dem chinesischen Markt", erklärt Conny Schreyer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

So wird das Geld in Fertigungslinien gesteckt, in Anlagen, mit denen Fahrer- und Beifahrerairbags oder Seitenairbags hergestellt werden. Das Werk in Xian gibt es seit einem Jahr, vorher produzierte die TRW im Gebäude eines Joint-Venture-Partners ganz in der Nähe. Das sich in der Entwicklung befindliche Industriegebiet wird zum "Hotspot" - etwa Samsung, Siemens oder BMW bauen dort Werke auf, berichtet Harald Lutz, seit einem Jahr Produktlinienverantwortlicher für Gasgeneratoren und damit zuständig für diesen Geschäftsbereich in den Niederlassungen Aschau-Werk, Laage bei Rostock, Phoenix Arizona und eben Xian. Die chinesische Provinzhauptstadt wurde nicht zuletzt berühmt durch den sensationellen archäologischen Fund der Terrakotta-Armee 1974.

Das extreme Wachstum in China hält für europäische Investoren auch seine Tücken bereit, denn die Infrastruktur kommt nicht hinterher: Erst seit Kurzem gibt es neue und leistungsfähige Leitungen für Wasser und Strom in Xian. Nicht auf dem neusten Stand sind die Umweltstandards der vielen Stahl- und Kohlekraftwerke in und um den Ort, daher sei die Luft gerade von November bis März dort sehr schlecht, so Lutz. Kein Wunder, bei einer 20-fachen Überschreitung der Grenzwerte. Innovationen im Umweltschutz seien also ein großes Thema. Aber auch das Angebot an Arbeitskräften. Die neuen Fertigungslinien sind stark automatisiert; viele Fachleute werden zum Bedienen der Anlagen gebraucht. Diese vor Ort zu finden sei sehr schwierig. So schickt man die klugen Köpfe aus Aschau-Werk in die chinesische Provinz, um die Einheimischen zu schulen und auszubilden. Ein Fertigungsleiter aus Aschau leitet heute das neue Werk in Xian.

Aber auch "daheim" geht es voran. Noch heuer sollen 20 Millionen Dollar in den Standort Aschau investiert werden. Eine DI10-Anlage (für Fahrer- und Beifahrer-Airbag) und zwei weitere Anzünderlinien werden im Herbst in Betrieb genommen.

Auf Nachfrage erklärt Lutz die Bedeutung der A 94. Investitionen generell seien indirekt abhängig von der Autobahn. Die Produkte werden per Lkw angeliefert und abtransportiert.

Er nennt Zahlen. "Wir machen weltweit 350000 Gasgeneratoren am Tag, pro Jahr sind es 60 Millionen Stück ein Jahresumsatz von 800 Millionen Euro. Und in fünf Jahren werden es über 100 Millionen Generatoren sein", so der 46-Jährige. Daher brauche man so viele Fertigungslinien, um effektiv produzieren zu können. "In Aschau werden wir mit den neuen Zünderlinien bald in der Lage sein, 32 Millionen Zünder für die Airbags jährlich zu fertigen." Und man warte dringend auf die Autobahn. Auch fähiges Personal zu bekommen, sei dabei ein Aspekt. Ein paar wenige Pendler aus München tun sich derzeit den täglichen Stau auf der B 12 an. Fähige Arbeitskräfte zu finden, sei stets eine Herausforderung.

kla

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