Milder Winter: Wasserburg bleibt auf 100 Tonnen Streusalz sitzen und spart dennoch 9.000 Euro

Wasserburgs Bauhof-Chef Alexander Murner freut sich über eine nach dem Winter noch gut gefüllte Streusalz-Lagerhalle. Weithofer
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Wasserburgs Bauhof-Chef Alexander Murner freut sich über eine nach dem Winter noch gut gefüllte Streusalz-Lagerhalle. Weithofer
  • Winfried Weithofer
    vonWinfried Weithofer
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Dieser Winter war kein richtiger, sehr zum Leidwesen der Ski- und Schlittenfahrer. Schnee gab es, wenn überhaupt, nur in den höheren Lagen. Die Städte und Gemeinden bleiben auf ihren Streusalzvorkommen sitzen. Doch das ist grundsätzlich eine gute Nachricht.

Wasserburg – „Für uns ist der Winterdienst gelaufen“, sagt Alexander Murner, Chef des Bauhofs. Gerade mal 65 Tonnen Salz wurden in den zurückliegenden Wochen in Wasserburg verbraucht, im Durchschnitt sind es ungefähr 160 Tonnen, in der schneereichen Saison 2018/19 waren es gar 220 Tonnen.

Dass das Streusalz irgendwann einmal knapp werden könnte, ist praktisch ausgeschlossen. Knapp 500 Tonnen fasst die Lagerhalle im Bauhof. Die Kosten halten sich im Rahmen: Eine Tonne Streusalz schlägt mit knapp 90 Euro zu Buche. Gespart hat die Stadt in diesem Winter also rund 9000 Euro – Geld, das im Haushalt bleibt. Und: Streusalz verdirbt nicht, also darfs es ruhig weiterlagern.

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Insgesamt 94 Kilometer umfasst das kommunale Straßennetz, um das sich die Stadt kümmern muss. Murner deutet auf den Stadtplan, der in seinem Büro hängt: Die Staats- und Bundesstraßen – die Salzburger, die Priener, die Rosenheimer und die Münchner Straße etwa – fallen nicht in seine Zuständigkeit, es sind die zahlreichen kleineren Straßen, die im Bedarfsfall gestreut werden müssen. Richtung Süden reicht das Einsatzgebiet bis nach Attel, nach Nordosten und Nordwesten bis Neudeck und Osterwies.

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Neun Fahrzeuge stehen dem Bauhof Wasserburg für den Winterdienst zur Verfügung. Viel unterwegs waren sie nicht, nur ganz selten waren die Straßen glatt und mussten gestreut werden. Was Murner zupasskommt: „Je weniger Winterdienst geleistet werden muss, desto ressourcenschonender kann ich arbeiten“, erklärt er. Und wenn das teure Gerät in der Garage bleibe, sei es auch nicht dem aggressiven Salz ausgesetzt, freut er sich. Ein weiterer positiver Aspekt kommt hinzu: Der Asphalt geht bei warmen Wintern nicht so schnell kaputt.

Arbeit gibt es trotzdem genug

Für seine Männer, die normalerweise im Winter Überstunden aufbauen und sie im Frühjahr abfeiern, hat Murner freilich rund ums Jahr Arbeit: Die Baumpflege ist aufwendig, das Eschentriebsterben hat sich rasant ausgebreitet. Und anders als früher hört der Laubfall im Winter nicht mehr auf, auch darum muss sich sein Team kümmern. Dazu kommen Routinearbeiten wie die Reinigung von Gullys und Kanälen. Das Thema Salz aber ist vorerst abgehakt.

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