Auftritte am 14. und 16. September

Michael Altinger präsentiert in Ramsau und Traunstein sein neues Kabarett-Programm

„Rampensau ohne Bühne“: Michael Altingers neues Kabarett-Programm ist ein Corona-Tagebuch. Daraus liest er am Montag, 14. September, ab 20 Uhr im Bio-Biergarten in Ramsau und am Mittwoch, 16. September, auf der Nuts-Sommerbühne in Traunstein. Im Interview spricht er über die Zeit der Krise.

Von Steffi Kunzelmann

Ramsau – Nach drei Jahrzehnten, in denen Michael Altinger auf der Bühne steht, kommt plötzlich eine Zäsur, mit der niemand gerechnet hätte: Alle Auftritte abgesagt, Angst vor Ansteckung im Publikum, eine zunehmend ungewisse Zukunft. Altinger greift zu Stift und Papier, um sich in der Krise selbst zu therapieren; er schreibt ein Corona-Tagebuch. Satirisch, verrückt und tapfer. Die Coronakrise hat eine regelrechte Kulturkrise nach sich gezogen. Die Auftritte von Kulturschaffenden wurden von einem Tag auf den anderen abgesagt, die Kulturlandschaft liegt nach wie vor so gut wie brach. Mit der Wasserburger Zeitung hat Altinger über die Zeit der Krise und sein neues Programm „Rampensau ohne Bühne“ gesprochen.

Herr Altinger, wie haben Sie die erste Zeit des Lock-Down erlebt, was ging Ihnen durch den Kopf, was hat Sie am meisten bewegt?

Michael Altinger: Ich bin aus einer beruflichen Stresssituation in den Lock-Down gefallen. Das war zunächst sehr erholsam. Und dann kamen immer mehr Absagen und damit die Angst. Wer hätte gedacht, dass die Leute einmal nicht mehr zu meinen Auftritten kommen dürfen, weil sie sonst ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Mich bewegt es, wenn ich mir die Situation von Kollegen anschaue, die einzig auf ihre Bühnentätigkeit angewiesen sind. Es wird gerade viel experimentiert und riskiert. Das hilft aber alles nichts, wenn sich die Politik nicht darauf einigt, die freie Künstlerszene und ihre Veranstalter stärker zu unterstützen.

Die wichtigste Aussage im neuen Programm des Kabarettisten Michael Altinger ist nach eigenen Worten: „Es ist für uns alle das erste Mal.“

Sie haben die Krise als kreative Pause genutzt und treten nun mit Ihrem neuen Programm „Rampensau ohne Bühne“ auf. Was sind denn die Kernaussagen dieses Corona-Tagebuchs?

Altinger: Die wichtigste Aussage ist: Es ist für uns alle das erste Mal. Und beim ersten Mal macht jeder Fehler. Die Politik, die Gesellschaft und auch die Wissenschaft. Wir brauchen Geduld, Verständnis und Humor.

Was ist Ihre persönliche Ansicht, wie sich Corona in der Zukunft weiter auf uns auswirken wird? Haben Sie eine Prognose, ob und wie sich das kulturelle und gesellschaftliche Leben verändert durch diesen Einschnitt?

Altinger: Ich glaube, dass uns das Virus noch über Jahre begleiten wird. Aber wir werden uns immer mehr darauf einstellen und viele Hygienemaßnahmen werden bald zur Alltagsroutine. Allerdings müssen wir ganz schnell Wege finden, wie wir ungefährdet miteinander lernen und wieder richtig feiern können. Brot und Spiele waren zu allen Zeiten unverzichtbar, um den Frieden in der Gesellschaft zu sichern.

Altinger liest in Ramsau

Michael Altinger liest am Montag, 14. September, aus seinem Corona-Tagebuch im Bio-Biergarten in Ramsau. Dabei wird er musikalisch begleitet vom Bluemood-Duo mit Sarah Wiegand und Andreas Rother. Beginn ist 20 Uhr; ab 18 Uhr Verköstigung im Biergarten. Karten für 22 Euro gibt es über den Ticketservice der Sparkasse Wasserburg, oder an der Abendkasse; Reservierungen über steffi@fichters-kulturladen.de.

Die Altinger-Lesung mit Musik des Bluemood-Duos Sarah Wiegand und Andreas Rother steht auch am Mittwoch, 16. September, um 19.30 Uhr auf der NUTS-Sommerbühne in Traunstein auf dem Programm. Karten gibt es unter Telefon 0 86 1/84 31, www.nuts-diekulturfabrik.de, beim Zeitungskiosk am Maxplatz in Traunstein, Uhren und Schmuck Konarski in der Ludwigstraße und im Postkastl in Chieming.

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